Der Jakobusweg ist lang
Samstag, 7. Juni
Heute ist es eine normale Brücke; einst aber war der Fluss Ebro für Jakobspilger ein großes Hindernis;
Dominikus de la Calzada und
Johannes von Ortega bauten deshalb in
Logroño die erste
Brücke.
Samstag, 7. Juni
Heute ist es eine normale Brücke; einst aber war der Fluss Ebro für Jakobspilger ein großes Hindernis;
Dominikus de la Calzada und
Johannes von Ortega bauten deshalb in
Logroño die erste
Brücke.
Donnerstag, 5. Juni
Zum Abschied vom Campingplatz in
Huesca noch ein
Blick auf die dortige Elektrotechnik - aber es funktioniert und ich habe mich hier wohlgefühlt.
Donnerstag, 29. Mai
Meine Kiste läuft, das Wetter wird etwas besser - es wird Zeit, die Stadt anzuschauen.
In der Kathedrale
von Barbastro gibt es diese hier hoch verehrte
Christusfigur aus dem 13. Jahrhundert.
Eines ist mir jetzt schon klar: die Kirchen in Spanien quellen über vor Ausstattung und Reichtum im Vergleich zu denen
in Frankreich; keine Revolution mit Bildersturm und dazu die katholische Kirche als Staatsreligion bis zum Ende der
Franco-Diktatur - das macht einen Unterschied!
Montag, 19. Mai
Ich komme nach
Arles-sur-Tech, wo
im ehemaligen Kloster die Gebeine der Märtyrer
Abdo und
Sennis liegen.
Donnerstag, 8. Mai
In Frankreich ist Feiertag, das nutze ich zum Besuch in
Montpellier; große
Städte an Sonn- und Feiertagen zu besuchen, hat sich bewährt: Verkehrs- und Parkplatzsituation sind sehr viel entspannter.
Die im 14. Jahrhundert gebaute Kathedrale - veranlasst von Papst
Urban V. - präsentiert sich gewaltig; leider ist sie
an staatlichen Feiertagen geschlossen.
Freitag, 2. Mai
Heute ist Freitag, Fastentag - also der richtige Tag, den
Papstpalast in
Avignon zu besuchen. Dunkel stellt er sich dar gegen die Sonne - und mit unzähligen Menschen. Was sofort auffällt: die
meisten sprechen Italienisch. Auch später in der Stadt: überall Italiener, auch die Werbung vieler Geschäfte und
Restaurants ist an erster Stelle Italienisch. Als ob die in
Rom noch nicht genug
Päpste hätten - erst am letzten Wochenende waren ja sozusagen vier bei der Heiligsprechung von
Johannes XXIII. und
Johannes Paul II. gleichzeitig zugange ...
Freitag, 25. April
Ich will nach Cannes; nicht wegen der Filmfestspiele, die jetzt eh noch nicht sind, sondern wegen der vorgelagerten
Lérins-Inseln, einem
Ausgangspunkt des mönchischen Lebens in der abendländischen Kirche und einer Stätte des Geistes. Dazu fahre ich über die
schmale und kurvenreiche Küstenstraße. Diese und die Schönheit der Landschaft erinnern an die
Amalfi-Küste und
braucht den Vergleich nicht zu scheuen - die Wohlhabenden wissen, warum sie sich die Côte d'Azur ausgesucht haben. Das Wetter
ist wechselhaft, letzte Nacht gab es ein kurzes Gewitter, dennoch sind schon Leute am Strand und (in der Bildmitte
erkennbar) eine Frau schwimmt sogar.
Karfreitag, 18. April / Karsamstag, 19. April
Es ist Karfreitag, es ist kühl
geworden - und es ist noch immer still - und friedlich. Ich mache mich auf den Weg zum eigentlichen Kloster - und es
gelingen mir dort schöne Bilder, obwohl die
Sonne sich versteckt hält.
Dienstag, 8. April - Freitag, 11. April
Ich bin endlich wieder unterwegs - es hatte gedauert!
Nach der Rückkehr aus der Türkei war wenige Tage später meine Mutter gestorben, im gesegneten Alter von fast 89 Jahren
ist sie friedlich eingeschlafen. Anschließend gab es einiges zu tun in ihrem Haus in Esslingen; was anfangs nach wenigen
Renovierungsarbeiten aussah, entwickelte sich doch zur recht umfangreichen Baustelle mit monatelangem Handwerk - wenn man
schon mal angefangen hat ...
So wurde es nichts mit dem Überwintern in Nordwestafrika, der Winter (der auch bei und ja keiner war) ist vorbei.
Neues Ziel deshalb: Südfrankreich und Spanien (und möglicherweise ein bisschen Portugal). In Spanien war ich (außer bei
der Durchfahrt nach Marokko 1991 und
Portugal 1992 noch nie. Die Resie soll hauptsächlich dem Besuch von Orten
der Heiligen und Recherchen fürs Ökumenische Heiligenlexikon dienen - Ziele dazu
gibt es in Frankreich und Spanien mehr als genug.
Ein erster Besuch unterwegs galt dem kleinen Kloster in
Beinwil, das
Esso von Beinwil gründete.
Freitag, 19. Juli
Gestern Abend haben meine Campingplatz-Nachbarn etwas gefeiert - und dabei wurde gelacht. Da fiel mir auf, dass ich die ganzen
10 Wochen keinen Erwachsenen lachend oder auch nur sichtlich fröhlich erlebt haben; die Türkei scheint ein Land, in dem es
nichts zu Lachen gibt. In meinem Reiseführer steht, die Redeform der Ironie sei den Türken fremd, man solle sie vermeiden.
Ja: es ist ein humorloses Land - das Leben zu hart, der Koran zu rigide, die Regierung zu repressiv? Schade! Das gilt
nicht für die Kinder: die sind meist sichtlich fröhlich, oft ausgelassen, genießen die Freiheit, die sie (noch) haben; gelesen
habe ich, sie gingen auch sehr gerne in die Schule.
Der Abschied vom Campingplatz - hier der Blick von meinem Stellplatz auf das Haus des Besitzers - fällt nicht sonderlich
schwer; es war alles Notwendige vorhanden, aber eben selbstgemacht
, und das Wasser war kein fließendes, sondern in
Tanks gelagert und schmeckte schal mit leichtem Fäkaliengeruch. Ab dem zweiten Mal habe ich die Zähne mit gekauftem
Wasser geputzt und nach dem Duschen habe ich mir den Geschmack mit viel Fanta aus dem Mund gespült. Aber das Meer hier war
schön!
Montag, 15. Juli
Von Dorylaeum beim heutigen Eskişehir ist nur
ein eingezäunter Hügel mit spärlichsten Ausgrabungen übrig.
Freitag, 12. Juli
Mein Weg geht wieder ein Stück weit nach Osten, nach
Akhisar, das frühere
Thyatira, auch eine der sieben Gemeinden der Sendschreiben der Offenbarung; neben Lob empfängt die Gemeinde auch Tadel, weil
dort eine selbsternannten Prophetin
Teile der Gemeinde zur Unsittlichkeit und dem Verzehr von Götzenopferfleisch
verführt. Aber auch Lydia von Philippi, der
erste Christenmensch Europas, wurde hier geboren.
Erhalten sind mitten im Zentrum der modernen Stadt die Mauern einer
Basilika, die im 5. / 6. Jahrhundert an der Stelle der
früheren Agora erbaut wurde.
Den zuhause oft über das Wetter Schimpfenden kann ich versichern: zu viel Hitze ist auch blöd. Und der Ramadan auch,
obwohl ich gleich beim ersten iftar
eine sehr nette Tischgenossin hatte.
Aber der Reihe nach:
Samstag, 6. Juli
Ephesus wurde um
6000 v. Chr. gegründet, damals auf dem Hügel, auf dem heute die Burg und die Ruine der
Johannes-Kirche stehen;
die Griechen verlegten das Zentrum der Stadt um 300 v. Chr. an den heutigen Ort der Ausgrabungen. In der hellenistischen und
Römerzeit hatte die Stadt
200.000 Einwohner. Obwohl sie das Privileg der Steuerfreiheit genossen, gab es 88 v. Chr. einen Aufstand, bei dem
der Überlieferung zufolge in einer einzigen Nacht 80.000 Italiker in Ephesus getötet wurden; die Römer konnten den
Aufstand dennoch niederschlagen, die Stadt wurde steuerpflichtig. Ephesus war die größte Stadt der Provinz Asia und ab
29 v. Chr - anstelle von
Pergamon - deren
Hauptstadt. Im Jahr 17 durch ein Erdbeben völlig zerstört, wurde die Stadt wieder aufgebaut. Unter byzantinischer
Herrschaft wurde die Stadt wieder zurück an ihren Ursprungsort verlegt, das heutige Selçuk.
Das Bild zeigt die Basilika Stoa
, die königliche Halle
Montag, 1. Juli
Ich breche auf, um Kolossä
zu finden. Ich weiß ziemlich genau, wo es liegen muss - viel ist nicht übrig, das weiß ich - aber ich finde es nicht. Hinterher
stelle ich fest, dass ich fast 80 km überflüssig in der Gegend herumgefahren bin: weil türkische Hauptstraßen v. a. in den
Zufahrten der Städte in der Mitte einen unüberwindbaren Grünstreifen haben; weil ich nirgendwo einen Wegweiser finde; weil ich
die Marmorsteinbrüche von weitem für Ausgrabungen halte; weil ich an der Stelle vorbeifahre ohne es zu merken, das
Schild steht nur in der Gegenrichtung; weil mein Navi die Orientierung verliert; kurzum: ich schwitze und ärgere mich. Als
ich schon aufgegeben habe, entdecke ich doch noch einen kleinen Wegweiser und dann diese Steine - dafür muss ich durch einen
Bach waten - wahrscheinlich Abwasser von den Sägen der Marmorfabriken.
Donnerstag, 27. Juni
Nach erholsamer Nacht besuche ich die Burg in
Silifke, deren Ursprünge
auf die Hethiter im 13. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen. Unter den Griechen enthielt sie einen Athene-Tempel, auch unter den
Römern war sie Kultstätte, dann Festung der Byzantiner gegen die Araber, ab 1210 für zwanzig Jahre Festung der
Kreuzfahrer, dann Burg der Ottomanen.