Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Kategorie: Italien 2022

Alpentäler und Turin

   J. Schäfer         

Freitag, 9. September, bis Dienstag, 20. September

Nach Ende der Sommerferien besuche ich den Westen von Norditalien. Auf dem Weg dorthin und wie üblich zur Tante in Aigle besuche ich das Kloster St. Urban in Pfaffnau bei Luzern, wo Remigius verehrt wird.

Sonntags geht's weiter, ich nehme den Weg über die Westalpen in Frankreich und komme zunächst nach Vinzier bei Évian-les-Bains, wo Peter Lucian Claverie, ein Gefährte von Paul Favre-Miville, geboren wurde. In Sixt-Fer-à-Cheval in Savoyen steht diese Kirche des ehemaligen Klosters, in dem Pontius von Faucigny Abt war. Danach geht es nach Cluses, wo im ehemaligen Kloster der Franziskaner - der heutigen Pfarrkirche - Ludwig von Genf lebte und starb.
Weil ich nicht aufgepasst habe, führt mein Navi mich nicht wie gedacht über den Kleinen St. Bernhard-Pass, auf dem wohl Bernhard von Aosta das Hospiz erbaute, sondern durch den teuren Mont-Blanc-Tunnel nach Italien und zuerst nach Montaldo Dora bei Ivrea zur am Ort des Martyriums von Tegulus erbauten Kapelle.
Ich übernachte an der Raststätte Viverone.

In Biella bei Turin wurde Maria vom heiligen Amadeus Vercelloni geboren. Im Bergdorf Valprato Soana bei Turin mit dieser Pfarrkirche ist Papst Silverius der Patron.

In Cuorgnè wurde Callistus Caravario geboren. In der Georgs-Kirche in Valperga gibt es ein Seidenbild, das Bonaventura Relli von Palazzolo gemalt hat. In Rivarolo Canavese sehe ich das Institut Immacolata Concezione, das Antonia Maria Verna gründete. Geboren wurde sie im Ortsteil Pasquaro, bestattet in der Pfarrkirche in Rivarolo Canavese. Dort entdecke ich neu Bonifatius von Rivarolo.

Am Sanktuarium in Moncrivello bei Vercelli besuchte Secundus Pollo das damalige Priesterseminar. Errichtet wurde das Sanktuarium aufgrund einer Marienerscheinung. In dieser Pfarrkirche in Barbania wird Julianus verehrt.

Philipp Rinaldi leitete die Schule an der damaligen Papierfabrik in Mathi. In Lanzo Torinese war Friedrich Albert Pfarrer an dieser Kirche San Pietro.
An der Raststätte Nichelino verbringe ich - trotz der Nähe zur Großstadt Turen - eine recht ruhige Nacht.

Am Dienstag besuche ich Giaveno bei Turin, wo Bonaventura Relli von Palazzolo im damaligen Kloster der Franziskaner lebte,. Von dort aus geht es den Berg hoch zu diesem Kloster Sacra di San Michele auf dem Monte Pirchiriano bei Chiusa di San Michel, wo zunächst Johannes Vincentius als Einsiedler lebte, dann das Kloster entstand, in dem Alferius von La Cava als Kranker gepflegt wurde.

Über San Giuliano, wo Julianus verehrt wird, komme ich fast ans Ende des Tales nahe der französischen Grenze nach Oulx, wo an der Stelle der späteren Propsteikirche Justus von Novalesa und Gefährten starben. An dieser Pfarrkirche am Ortsrand gibt es die Ruhe - und Dank der Höhe von 1100 Metern ü.d.M. die Kühle - für einen Mittagsschlaf.
Am Nachmittag komme ich auf den angenehmen - auch wenn die versprochene Internetverbindung nicht funktioniert - Camping Mill Park in Caselette bei Turin; hier ist Zeit zum Schreiben und der Ausgangspunkt für den Besuch von Turin.

Donnerstag, 15. September, bis , 14. September

Am Donnerstag geht es in die Stadt. Am westlichen Endpunkt der U-Bahn ist ein riesiger Parkplatz, von dort fährt alle 4 Minuten die Bahn - anders als beim 30-Minuten-Takt in Neapel! Eines der ersten Ziele des Fußmarsches bei herrlichem Wetter ist die Basilika Santa Maria Ausiliatrice, Ort des Wirkens und der Gräber von Johannes (Don) Bosco, Maria Dominika Mazzarello, Dominikus Savio und Michael Rua.

Mächtig prächtig auch das Sanktuarium Santa Maria della Consolazione, wo Consolata, Joseph Cafasso, Maria, Solutor und Gefährten verehrt werden und ich Joseph Allamano entdecke.

Eigenartig: die Kirche Santa Barbara.

Vor der Jesuitenkirche dei Santi Martiri: ein ukrainischer (man beachte die Fahne an seinem Geigenkasten) Straßenmusikant - mit begrenztem Vermögen; er hat gerade aufgebaut und spielt zuerst - Ave Maria. Beim nächsten Besuch in der Stadt hat er sich bis nahe an den Dom vorgearbeitet und spielt Air von Johann Sebastian Bach. Hauptsache Schlager - aber die Italiener, sonst spendabel an die vor fast jedem Supermarkt stehenden schwarafrikanischen Geflüchteten oder die an vielen Kirchen bettelnden Sinti / Roma - sind bei ihm nicht gebefreudig. Italiens Unterstützung für das NATO-Engagement in der Ukraine ist sehr mäßig, (noch-)Ministerpräsident Prodi hat schon kurz nach Ausbruch des Krieges einen Friedensplan vorgelegt. Ich dachte ja eigentlich, die Männer müssen dort alle kämpfen ???

Im Vergleich zur großen Zahl anderer Prachtbauten in der Stadt eher bescheiden: das Rathaus von Turin.

Barock, wie so manches hier: die Basilika Mauriziana

… und die Kirche Corpus Domini.

der Palast der Könige von Savoyen, die hier bis zur Gründung des italienischen Einheitsstaates 1861 Hof hielten und wo dann Vittorio Emanuele II. als König von Italien bis 1865 residierte.

Am Palazzo Madama: Denkmal für die Heldentaten der italienischen Kavallerie in Kriegen von 1859 bis 1918.

Am Il Salotto genannten Platz - eigentlich Piazza San Carlo - ist der Salon, der beliebteste Platz der Stadt. Links steht die Kirche Santa Cristina, rechts die Karl Borromäus geweihte Kirche San Carlo.

Zum Abschluss des Tages: noch einmal schwülstiges Barock in der Kirche della Visitazione.

Nach zwei Tagen Schreiben auf dem Camping Mill Park geht es am Sonntag mit der Kiste in Orte der Umgebung und in Außenbezirke von Turin, zuerst zur Kirche in Collegno bei Turin mit einer Reliquie von Maximus von Turin.

Das Bild der Kirchenbesucher - sprich: -besucherinnen - sieht in Italien nicht anders aus als bei uns - hier in der Kirche der Missionare della Consolata.

… das der Plätze hingegen schon: hier ist Leben!

Riesig: die Kirche San Massimo von 1853.

Einen herrlichen Blick hat man vom Kapuzinerhügel - benannt nach dem dortigen Kapuzinerkloster - über den Po und das Stadtzentrum hinweg auf die Alpen.

Das Ende des Ausfluges ist in Moncalieri, wo das Geburtshaus von Johannes Maria Boccardo heute ein Altersheim ist - hinter verschlossenem Tor, wie so vieles hier.
44 Stellen habe ich damit in / bei Turin besucht und die Stadt hat mich wirklich beeindruckt: sehr ordentlich, von Wohlstand geprägt, italienisches Dolce Vita, gepaart mit französischem Charme.

Am Montagabend im Saal des Campingplatzes: Großereignis mit Liedermacher und Prediger, veranstaltet von der hiesigen evangelischen (!) Gemeinde und ihrer Pfarrerin (!). Pünktlich um 19.10 Uhr begann die für 18 Uhr angekündigte Veranstaltung, es kamen immerhin zwölf Leute. Die Worte des Prdeigers waren laut, sich wiederholend und reich von Gesten begleitet - echt pfingstlerisch; sein Gesang höchst spärlich und miserabel und nach einer guten Stunde war alles vorüber.

Tracks
Viverone (Anfang fehlt)
Nichelino (Anfang fehlt)
Caselette
Turin

geschrieben vom 14, 16, 17., 19. und 20. September 2022

Luxemburg und Frankreichs Nordosten

   J. Schäfer         

Samstag, 9. Juli, bis Mittwoch, 20. Juli

Von Aigle bin ich am 23. Juni nach Hause nach Stuttgart zurückgekehrt, denn an der Kiste stand die Inspektion an, die aufgrund undichter Injektoren - könnte einen kapitalen Motorschaden verursachen - auch dringend nötig war, zudem sagten die Prognosen für Oberitalien Temperaturen um die 40° voraus und gingen schon die Meldung über den austrockenenden Po durch die Presse.
Nach der Inspektion blieben mir dann noch acht Tage, die habe ich genutzt zur Fahrt nach Luxemburg und Frankreichs Nordosten. In Bous in Luxemburg gab es eine Marienerscheinung, ebenso im ehemaligen Kloster der Dominikanerinnen in der Stadt Luxemburg.
In der Innenstadt Luxemburg gibt es fast keine Parkplätze - die sind ja auch nicht nötig, denn der ÖPNV ist im ganzen Land kostenlos. Und das Ergebnis ist, dass die Stadt brechend voll von Menschen ist, obwohl keine besondere Veranstaltung stattfindet; aber die Leute nutzen den Samstagnachmittag zum Stadtbummel, die Anfahrt ist ja problemlos. In Deutschland wird geklagt über die verödeten Innenstädte - hier kann man die Lösung sehen: Nahverkehr kostenfrei und die Menschen nutzen ihn und beleben die Innenstadt.
In der Kathedrale in Luxemburg wird das Gndenbild Maria - Trösterin der Betrübten verehrt und liegen die Gebeine von Tertullinus und Chrysanthus.

Südlich von Rom

   J. Schäfer         

Donnerstag, 2. Juni, bis Samstag, 11. Juni

Am italienischen Nationalfeiertag mache ich mich wieder auf, zuerst zum ehemaligen Anwesen der Familie Goretti in Le Feriere, wo Maria Goretti schwer verletzt wurde - es ist heute Gedenkstätte als Haus des Martyriums -, dann zum früheren Krankenhaus Orsenico in Nettuno, wo sie starb, und schließlich zu diesem ihr geweihten Sanktuarium in Nettuno.

Über Anzio mit den Ruinen der Villa von Kaiser Nero komme ich in die Kathedrale nach Velletri, wo Eleutherius von Illyricum vereehrt wird und Gerald von Ostia sowie Hugo von Châlons Bischöfe waren.

In Genzano bei Rom wirkte zeitweise Aloisius Versiglia, in der Kirche Santa Maria della Rotonda in Albano betete Markianus von Frigento und in dieser Kirche San Paolo - heute Institut der Missionare vom kostbaren Blut - werden Kaspar del Bufalo und Maria de Mattias verehrt.

Wehrhaft präsentiert sich das Kloster Santa Maria in Grottaferrata - auch nach seinem Gründer, Nilus dem Jüngeren benannt - das dann Bartholomäus der Jüngere tatsächlich gebaut hat. Gregor von Agrigent wird hier verehrt, es ist das letzte Kloster des Basilianerordens in Italien.
Im damaligen Kloster des Trappistenordens in Grottaferrata - heute die Pfarrkirche San Giuseppe - lebte Maria Gabriela Sagheddu, im Kloster der Franziskanerinnen Maria Assunta Pallotta.

Es ist wieder ein heißer Tag - schon der Anblick dieses Brunnens in Frascati erfrischt beim Gang durch die Stadt. Angelus Augustinus Mazzinghi wirkte hier an der Kirche Santa Maria in Vivario.

Kühler ist es in den engen, daher schattigen Gassen: ideal, um dort zu essen.

Eindrücklich: die Kathedrale, in der Antonius Baldinucci predigte. In die Villa Sora der Salesianer wurde Ceferino Namuncurá aufgenommen, in der Villa Aldobrandini sollte Georg von Pfronten-Kreuzegg pflegen, aber er starb im Kapuzinerkloster.

Über die Ruinen von Tusculum, die dem Weihbischof Wilhelm le Court den Titel gaben, und Rocca Priora, wo Aloisius Novarese starb, komme ich nach Rocca di Papa, wo Dominikus vom heiligsten Sakrament Iturrate Zubero kurte und Maria Tauscher im damaligen Karmelitinnenkloster lebte. Das ist heute ein Wohnblock und dessen davor im Schatten sitzenden Mieter fragen sich sichtlich erstaunt, warum sich dieser Blödmann - also ich - am Feiertag bei der Hitze durch die steilen Gassen quält - und dann nichts als ihr Haus fotografiert.

An der Kirche SS Annunziata in Zagarolo trat Franz Xaver Bianchi dem Barnabitenorden bei, im dortigen ehemaligen Franziskanerkloster pflegte Margherita Colonna.
In dieser Kathedrale in Palestrina, ist der Märtyrer Agapitus von Präneste Patron, Gordianus und Epimachus werden verehrt und Guarin von Palestrina, Leopertus von Palestrina sowie Milionus von Nepi waren Bischöfe.

Neben der Kathedrale: das Denkmal für den Kirchenmusiker Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Und dann ist wenige Meter vor meinem letzten Ziel, dem Palazzo Colonna in Palestrina, der Weg versperrt; die Straße ist - offenbar schon seit Jahren - abgerutscht; das Navi zeigt mir als alternative Anfahrt rund 30 km Umweg durch die Berge. Ich gebe auf und verbringe die Nacht auf der Raststätte Prenestrina.

Mit einer langen Fahrt durch die Berge erreiche ich am nächsten Morgen zuerst das Dorf Castel San Pietro bei Palestrina, wo Margherita Colonna an der Stelle der Kirche Santa Maria della Costa als Einsiedlerin lebte und dann schließlich doch ihren Geburtsort, den Palazzo Colonna in Palestrina - hier dessen linker Flügel.

In Genazzano steht dieses Sanktuarium della Madonna del Buon Consiglio, in dem das Gnadenbild Unsere Liebe Frau vom Guten Rat verehrt wird. Stephan Bellesini hat hier gewirkt. Anschließend geht es weiter durch die engen Bergstraßen ins Kloster nach Civitella - heute Bellegra -, wo Liberatus von Civitella geboren wurde und Thomas von Cori lebte. Dort entdecke ich auch Didacus Oddi von Vallinfreda und Marianus von Roccacasale neu, zudem, dass Franziskus von Assisi hier einst weilte.

Auch Subiaco liegt in den Bergen in einem engen Tal. Mit dem Kloster Santa Scholastika sind Anatolia und Victoria von Rom, Benedikt von Nursia, Laurentius „Loricatus” und Petrus von Subiaco verbunden.

Vor der Höhle, in der Benedikt von Nursia zunächst lebte, wurde das Kloster Heilige Grotte an den Berghang gebaut. Johannes von Caramola, Maurus von Subiaco und Placidus von Subiaco, Palumbus von Subiaco und Petrus der Einsiedler lebten hier, Anatolia und Victoria von Rom werden hier verehrt, es ist die Wurzel des Benediktinerordens.

Prächtig: die Konkathedrale Sant'Andrea im Ort Subiaco, wo Petrus der Einsiedler Wunder wirkte.

In Affile bei Rom begann Benedikt von Nursia sein Leben als Einsiedler.

In dieser Höhle in Piglio bei Anagni lebte Andreas de Comitibus mehr als 40 Jahre lang als Einsiedler.

In der Kapelle des Mutterhauses der von Maria de Mattias gegründeten Anbeterinnen des kostbaren Blutes in Acuto war gerade eine Bestattugsfeier.

In dieser Kathedrale in Anagni, erbaut unter Bischof Petrus von Anagni, disputierte Albertus Magnus und predigte Angelus von Porta Sole. Otto von Bamberg wurde hier zum Bischof geweiht, Magnus von Trani und Secundina werden hier verehrt.

Der Palazzo della Ragione - das heutige Rathaus - in Anagni zeugt von einstiger Macht. Andreas de Comitibus wurde hier geboren, der abgedankte Papst Coelestin V. wurde als Gefangener hierher zu seinem Nachfolger gebracht.
Mein Übernachtungsplatz - ganz freiwillig: die Raststätte La Macchia.

Mein Pfingstsamstag beginnt im abgelegenen Kloster der Passionisten in Paliano bei Frosinone, wo Grimoald von der Reinigung (Marias) Ruscio in den Orden eintrat. In Segni heißt es dann wieder fußläufig bergauf durch die engen Gassen, um zur Kathedrale zu kommen. Bruno von Asti war hier Bischof, Papst Vitalianus wurde hier geboren.

Heute weiß ich: dieses ehemalige Franziskanerkloster in Cori steht nicht für den Geburtsort von Thomas von Cori, denn an der Stelle von seinem Geburtshaus wurde eine Kirche errichtet.

Zum Sanktuarium Mentorella, in dem Margareta Colonna zeitweise lebte, geht es hoch hinauf auf 1018 Metern über dem Meer - Hochalpenfeeling, steile Straße mit vielen Kehren, die meine Kiste echt fordern, aber angenehme Temperaturen - und auch das Weidevieh erinnert an die Schweiz. Eustachius sei an dieser Stelle zum Christentum bekehrt worden.

das Gnadenbild

Letzte Station für heute ist Tivoli. Ich habe mit vermeintlichem Verstand und Glück oben in der Stadt einen Parkplatz gefunden, aber die Kathedrale liegt diesmal unten (!), also doch wieder bergsteigen. Hier wird noch eine Hochzeit gefeiert, also in der Hitze warten. Cletus und Petrus sind hier zu lokalisieren, vielleicht auch Concordius; Papst Eugen III. starb hier, Papst Simplicius wurde hier geboren, Getulius sowie Symphorosa und ihre 7 Söhne werden hier verehrt, ebenso Severin von Tivoli.
An der Stelle des ehemaligen Benediktinerklosters, in dem Severin von Tivoli lebte, steht heute eine Fabrikruine - nicht sehr fotogen. Das von Franziskus Maria vom Kreuz Jordan und Maria Theresia Wüllenweber gegründete Kloster der Salvatorianerinnen finde ich im Gassengewirr mit Mühe, das ehemalige Kapuzinerkloster, in dem Felix von Cantalice lebte, mit dem Auto.

Aber es ist heiß und ich habe das Gefühl, dass auch meine Kiste sich nicht recht wohlfühlt. Ich breche ab und fahre zum Campingplatz in town nach Rom. Dort hatte ich vor fünf Jahren 10 Wochen verbracht, um Rom zu erkunden und weiß, dass dort alles bestens war - und stelle fest: noch immer ist.
Wenige Meter vor dem Eingang ist ein Supermarkt, dort will ich mich noch mit Vorräten eindecken. Als ich die Kiste wieder anlasse: lautes Geklapper im Motorraum, die Servolenkung funktioniert auch nicht mehr - offenbar ein kapitaler Motorschaden. Immerhin: die wenigen Meter zum Stellplatz fährt die Kiste noch, lenken aber ist Schwerstarbeit. Das wird teuer und womöglich das Ende der Reise! Am nächsten Tag ist Pfingsten, da lässt sich sowieso nichts machen. So arbeite ich zunächst drei Tage und bereite mich vor auf eine mögliche längere Reparatur oder einen Heimflug, den der ADAC bezahlen würde. Am Mittwoch rufe ich den Automabolclub an - nach gut zwei Stunden kommt der Abschleppwagen und bringt mich zu einer Werkstatt - kein FORD-Betrieb, eine freie Werkstatt am Stadtrand - die sollen den kapitalen Motorschaden beurteilen oder gar reparieren können? Es werde bis zum Abend dauern, vielleicht bis zum nächsten Morgen, ich solle mir im nahen Wohnviertel die Zeit vertreiben. Dort lasse ich mich für sechs Stunden in einer Bar nieder, google die Beurteilungen für die Firma Autostart - nicht berückend. Die Besitzerin der Bar fragt schließlich, ob ich ein Problem habe; nein, tutto buono - allerdings ist es sehr heiß - schon gestern hatte es um 16 Uhr noch 35° im Schatten. Ich gehe schließlich zur Werkstatt - demnächst werden sie mit der Raparatur beginnen.
Und dann die Überraschung: sie haben schon eine Diagnose: kein Motorschaden, nur ein gerissener Keilriemen, der auch die Klimaanlage (sie hatte merklich geschwächelt) und die Servopumpe antreibt und dessen Schlackern aufs Metall die Geräusche verursacht hat. 16.30 beginnt die Reparatur - 18 Uhr wird Feierabend sein - ob das noch reicht? Nein, aber sie machen Überstunden, die angeblich faulen Italiener. Am Schluss stehen auf der Rechnung weniger Arbeitsstunden als tasächlich geleistet und ich bekomme den Rechnungsbetrag auch noch abgerundet. Die Reparatur ist ok, der Arbeitseifer der beiden Mechaniker war grandios. Und ich komme zurück zum Camping in town und zur Dusche, dann feiere ich und gehe dort im Ristorante essen.
Noch brauch ich Zeit zum Schrieben und dann zum Planen, deshalb bleibe ich weitere drei Tage.

Tracks
Prenestrina (Ende fehlt)
La Macchia
Rom

Logbuch Reiselogbuch 2022-2-7

geschrieben vom 5. bis 7. und am 9. Juni 2022

Neapel

   J. Schäfer         

Mittwoch, 11. Mai, bis Freitag, 20. Mai

Schon am vergangenen Samstag war ich in Neapel, um die Stadt erfühlen zu können; der Zug fährt unweit meines Campingplatzes Spartacus in Pompei los, allerdings warte ich fast ½ Stunde und er braucht dann gut 40 Minuten zum Bahnhof in Zentrumsnähe. Schon die erste Kirche, Santa Maria del Carmine Maggiore: eine Wucht!

Salerno, die Halbinsel von Sorrent und rund um Neapel

   J. Schäfer         

Sonntag, 1. Mai, bis Dienstag, 10. Mai

Es ist Sonntag, also der richtige Tag zum Besuch einer Sadt, weil weniger Verkehr ist. Aber es auch der 1. Mai und der erste völlig ungetrübte und warme Sonnentag des Jahres, zudem ist in Salerno überall in der Stadt verteilt Mittelaltermarkt so wie hier auf dem ehemaligen römischen Forum vor der ehemaligen Kirche Santissima Addolorata, wie mir am Tag zuvor meine Campingnachbarn erzählten. Deshalb ist die Stadt schon am Morgen voll von Autos und Menschen.

Basilikata und Cilento

   J. Schäfer         

Dienstag, 19. April, bis Samstag, 30. April

Ich bin unterwegs in der Gegend, wo die Trulli zuhause sind. Diese Häuser mit ihrer einzigartigen Form wurden ohne Mörtel aus Steinen aufgeschichtet, um der Besteuerung von Bauten zu entgehen, die Bauweise hat sich bis heute erhalten.
Am ersten Ziel, dem Kloster der Kapuziner in Martina Franca, wo der fliegende Ordensbruder Joseph von Copertino eine erste Aufnahme fand, erlebe ich ein driefaches Wunder: direkt daneben ein Parkplatz und das Postamt, das ich brauche. Beim Eintreten ist dieses voll wie immer, ich ziehe meine Nummer und stelle mich auf langes Warten ein - auch wie immer - aber werde noch in der Sekunde aufgerufen!

Kalabrien

   J. Schäfer         

Freitag, 1. April, bis Samstag, 9. April

Auf der Fahrt zur Fähre Richtung Festland gibt's ein letztes Ziel auf Sizilien, die Sarazenische Höhlen bei Rometta, in denen wohl Leo von Catania eine Zeit lang im Exil lebte.

Einmal rund um Sizilien

   J. Schäfer         

Donnerstag, 24. März bis Donnerstag, 31. März

Meine Rundreise, die ja schon vor zwei Jahren nach der Rückkehr aus Tunesien geplant war, beginnt mit einer Überraschung: Benzin und Diesel sind deutlich billiger geworden. Nachdem Diesel wegen des Ukraine-Krieges rund 2,25 € gekostet, hat, tanke ich heute für 1,85 €. Der italienische Staat hat gestern beschlossen, den Sprit mit 30,5 Cent pro Liter zu subventionieren, er will das bezahlen v. a. mit einer Sondersteuer auf die Extragewinne der Mineralöl-Gesellschaften. Und die sind offenbar so erschrocken, dass sie gleich noch von sich aus 10 Cent daraufgelegt haben. So geht Politik, Herr Lindner!
Mein erstes Ziel ist Mazara del Vallo, wo für Vitus (Veit) die - geschlossene - Kirche San Vito in Urbe erbaut wurde, ich aber in der Umgebung schöne Malereien entdecke.

Sardinien, die Vielfältige

   J. Schäfer         

Montag, 7. März, bis Sonntag, 13. März

Die Fahrt durch die Berge - kurvenreich wäre untertrieben, sie besteht nur aus Kurven - führt mich nach Loceri zur Bacchus geweihten Kirche.
In Madas sehe ich am Bahnhof Schienenfahrzeuge der Trenini verde. Diese Schmalspurbahnen mit den grünen Züglein erschlossen mit 630 km Strecken manche Teile der Insel, heute werden sie durch Omnibusse ersetzt, einige Teilstrecken durch die Berge sind im Sommer für Touristen noch in Betrieb …

Sardinien, die Wilde

   J. Schäfer         

Sonntag, 27. Februar, bis Sonntag, 6. März

Nach dem üblichen Besuch in Aigle war die Fahrt zum Hafen in Livorno eine angenehme Tagesreise bei schönstem Frühlingswetter und die nächtliche Überfahrt mit der Fähre nach Olbia gut für erholsamen Schlaf - allerdings mit frühem Aufstehen schon um 5.30 Uhr. Sardinien empfing mich mit strahlendem Sonnenschein und Wärme.

Niederrhein und Ruhrgebiet

   J. Schäfer         

Sonntag, 20. Februar, bis Mittwoch, 23. Februar

Anlässlich eines Besuchs bei der Familie meines Sohnes und dem 1. Geburtstag meines Enkels in Köln besuche ich Ziele am Niederrhein und im Ruhrgebiet; einer der Höhepunkte: der Marien-Wallfahrtsort Kevelaer, im Bild die Kerzenkapelle.

Gegenüber von Hendrina Josepha Stenmanns Geburtshaus in Issum: Kamele!

Eindrücklich neben anderem auch die von Ludger von Münster gegründete Abteikirche St. Ludgerus in Essen-Werden; das Kloster leitete später Hildegrim, in der Kirche gibt es Reliquien von Emma von Lesum und Felicitas.

Gefahren bin ich in diesen fünf Tagen - außer der Hin- und Rückreise nach Köln - 657 km und habe 239 Fotos gemacht, davon kamen 30 ins Heiligenlexikon.

Tracks
Rupelrath und Geldern gibt's nicht
Bottrop

Logbuch Reiselogbuch 2022-1

geschrieben vom 19. bis 21. März 2022