Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

Nördlich von Rom und in Umbrien

   J. Schäfer         

Sonntag, 12. Juni, bis Montag, 20. Juni

Sehr nett: Zum Abschluss meines Aufenthalts hat der Campingplatz in town in Rom ein Konzert veranstaltet - Mainstream-Pop von mäßiger Qualität, war ja aber auch gratis.

Am Sonntag ziehe ich weiter, zunächst wieder nach Tivoli, wo ich abgebrochen hatte. Die Jesuitenkirche - zuvor die Kirche Santa Sinforosa - gibt es seit ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg nicht mehr; Symphorosa wurde hier verehrt, Josef Pignatelli hat den Jesuitenorden wieder aufgebaut. In dieser Kirche San Biago, wo sich die Leute zum bald beginnenden Gottesdienst versammelt haben, trat Lucia Broccadelli von Narni in ihren Orden ein. Und zum nur 2 km außerhalb gelegenen Sanktuarium Maria di Quntiliolo, an dessen Stelle Klemens Maria Hofbauer zeitweise lebte, brauche ich fast eine Stunde über engste Feldwege, weil die eigentliche Zufahrtsstraße einmal wieder wegen Erdrutsch gesperrt ist.

Bergsteigen zu Fuß - inzwischen ist es fast Mittag und wieder sehr heiß - darf ich 'mal wieder im Bergdorf Rocca di Botte, wo Petrus der Einsiedler geboren wurde und zum Gedenken diese - nun ja: Kirche erbaut wurde.
Das Kapuzinerkloster im Bergdorf Anticoli Corrado suche ich vergeblich, jetzt weiß ich: richtig wäre Anticoli di Campagna, das heutige Fiuggi bei Frosinone. In San Gregorio da Sassola gab es eine Marienerscheinung.

Damit sind die Ziele südöstlich von Rom nachgeholt und es geht nach Westen Richtung Küste, zunächst zur Kirche Tenuta di Boccea, wo Abachum, Audifax und Marius und Martha sowie Rufina und Secunda begraben wurden, und dann nach Ceri, wo der Zugang zur kleinen Stadt durch die Felsen gehauen ist. Im Santuario della Madonna di Ceri liegen die Gebeine von Felix II., zudem entdecke ich dort Maria die Gekreuzigte Curcio.

Auch eine Weihnachtskrippe gibt es dort ganzjährig - wie auch in vielen anderen Kirchen -, wobei die Darstellung des in den Volksalltag gelegeten Geschehens interessant ist.

Das Gnadenbild der Madonne von Ceri.

Die Ruinen von Pyrgi, wo Severa und Gefährten bestattet wurden, sind leider gut eingezäunt und nicht zu besichtigen, das Kastell kostet Eintritt - wie schon der Parkplatz, denn hier tobt am heutigen heißen Sonntag der Badebetrieb.

Auch in Civitavecchia ist es um 17 Uhr immer noch viel zu heiß; diese Kathedrale liegt aber immerhin eben und ich kann direkt an ihr parken. Beata von Orvieto starb hier, Camilla von Auxerre und Magnentia sowie später Vinzenz Maria Strambi wurden hier geboren, die Päpste Cornelius und Lucius I. hier gefangen gehalten, Severa und Gefährten und Theophanius von Civitavecchia getötet, Firmina ist Patronin.

Im Hafen, wo Firmina der Überlieferung zufolge einige Zeit lebte und Leonhard von Porto Maurizio wirkte, erfrischt auch der Blick aufs Wasser nicht. Die Gäste der zwei Kreuzfahrtschiffe, die hier zur Besichtigung von Rom Station machen, werden die Tour durch die Stadt auch in Erinnerung behalten.
Ich jedenfalls habe genug für heute und übernachte an der Raststätte Tirreno an einem eigentlich idealen, sogar schattigen Platz - wäre da nicht der LKW mit extrem lautem Kühlaggregat gekommen. Keine ruhige Nacht also.

Diese riesige Franziskanerkirche in Tarquinia ist nicht der Todesort von Benvenuto von Gubbio, wie ich jetzt weiß, stattdessen entdecke ich aber Johannes von Triora. Unweit davon steht das Geburtshaus von Lucia Filippini.

Von einstiger Blüte der Stadt Traquinia zeugt auf dem Gang zum Dom das Rathaus. Im antiken Tarquinii wurde Theophanius von Civitavecchia bestattet.

Über Monte Romano, wo Cecilia Eusepi geboren wurde, und das herrlich im Wald gelegene Kloster Sant'Angelo nahe Vetralla, in dem Dominikus von der Gottesmutter Barbieri lehrte, komme ich zum Sterbehaus von Stanislaus Hosius in Capranica; dem gegenüber steht diese Franziskanerkirche.

Nach dem Kloster in Bassano Romano, in dem Georg von Pfronten-Kreuzegg eine Zeit lang lebte, komme ich nach Sutri, wo dieser Dom wieder einmal ob der engen Gassen kaum zu fotografieren ist. Irenäus von Chiusi und der spätere Papst Pius V. wirkten hier, zudem entdecke ich neu Felix von Sutri und Dulcissima.

Auch im Kloster in Ronciglione lebte zeitweise Georg von Pfronten-Kreuzegg. Die ehemalige Stadt Falerii Novi bei Civita Castellana, wo Eutitius von Ferento die Märtyrer Gratilianus und Felicissima bestattete, wird derzeit ausgegraben, erhalten sind nur die Kirche Santa Maria und diese Reste des früheren Klosters - heute ein Bauernhof. Als ich mich nähere, um ein Foto zu machen, weist mich eine der Damen aus dem Ausgrabungsteam grob zurecht, das dürfe ich nicht. Kein Foto? - No!!. Sagte ich schon: italienische Frauen können resolut sein.

Nach der Stiftskirche in Fabrica di Roma, wo Reliquien von Justinus dem Märtyrer liegen, komme ich nach Vignanello, wo in einer Kirche eine Bruderschaft die in diesem Ort geborene Hyazintha Marescotti verehrt.

In Soriano nel Cimino, wo es gleich mehrere Tore hintereinander als Zugang zur mittelaterlichen Stadt gibt, steht die dem Patron Eutitius von Ferentium geweihte Kirche; er wurde begraben in den Katakomben nahe der Stadt, wo dann Paul vom Kreuz ein Koster errichtete.

Wieder einmal prächtig: das Sanktuarium Santa Maria Della Quercia in Viterbo, wo Lucia Broccadelli von Narni ein Kloster gründete.

Die ehemalige Kirche Santa Maria in Gradi in Viterbo wurde vor diesem Stadttor erbaut aufgrund einer Marienerscheinungen. Im Papstpalast residierten Eugen III., Urban IV. und Urban V., auch Dominikus war dort zu Besuch.

Im Kloster der Trappistinnen in Vitorchiano werden heute die Reliquien von Maria Gabriela Sagheddu bewahrt.

Mein Übernachtungsplatz ist die Raststätte Giove - ruhiger als in der letzten Nacht, aber immer noch sehr heiß, vor Mitternacht kann man nicht schlafen. Dennoch können auch hier die Abende stimmungsvoll sein!

In Otricoli besuche ich zunächst die Stiftskirche, in der Corona - ja: genau die! - und als Patron Victor (Bûqtûr) verehrt werden; Leopardus hatte hier sein Grab. Im heutigen archäologischen Gebiet Ocriculum lebten Eleozimus und Gefährten sowie Fulgentius von Otricoli. Und ganz idyllisch am Ufer des Tiber - nur über einen teilweise steilen Feldweg zu erreichen, die Kiste schafft das glücklicherweise - steht die Victor geweihte Kirche San Vittore an diesen Resten eines ehemaligen Benediktinerklosters.

Habe ich schon erwähnt, dass italienische Frauen ganz schön resolut sein können? In Narni schickt mich die Polizistin - nicht ihr Kollege - weg vom - zugegeben illegalen - Parkplatz, wo aber die Einheimischen ungehindert stehen. Nach längerer Diskussion - sie kann gut Englisch - gewährt sie mir 5 Minuten, die ich nutzen kann zum Besuch der Kathedrale. Cassius von Narni, Juvenal von Narni und Proculus von Narni waren hier Bischöfe, von Geminus gibt es Reliquien, Lucia Broccadelli von Narni ist hier bestattet. Auf den Besuch der Kirche Santa Restituta - nur fußläufig zu erreichen durch die Gassen und am anderen Ende der Altstadt gelegen -, wo Firmina Cesia Äbtissin war, verzichte ich: mein Respekt vor Polizistinnen ist einfach zu groß.

Im Kloster der Franziskaner in Stroncone lebten Antonius von Stroncone und Johannes von Stroncone, ich finde eine reiche Sammlung von Fresken, darunter dieses.

In Terni, wo ich schon vor einigen Jahren war, besuche ich nun diese Basilika San Valentino mit dem Sarg von Valentin von Terni und entdecke dort Anastasius von Terni sowie Saturninus und Gefährten.

Nach San Gemini, wo Geminus als Einsiedler lebte, und den Ausgrabungen von Carsulae, wo Volusianus von Carsulae angeblich Bischof war, komme ich am frühen Nachmittag nach Amelia. Es ist unglaublich heiß, dazu schwül. Zum Dom, wo Firmina und ihr Mann Olympiades als Patrone verehrt werden und Himerius von Amelia als Bischof wirkte, wären es ein langer Fußmarsch bergauf - ich verzichte, mache ein Foto von unten und begnüge mich mit dieser erreichbaren Porta Leone, die Papst Leo IV. bauen ließ.

In Orvieto, wo ich die Stadt früher schon ausführlich besucht habe, suche ich nun eine Zufahrt zum außerhaöb in den Bergen liegenden Kapuzinerkloster, in dem Crispinus von Viterbo lebte, bleibe aber erfolglos - den letzten möglichen, steilen Feldweg schafft meine Kiste nicht.
In dieser Kirche in Castel Giorgo sollen Reliquien von Papst Pontianus liegen - stimmt aber offenbar nicht, stattdessen entdecke ich jene von Pankratius.
Ich habe genug für heute und übernachte an der Raststätte Tevere - diesmal erstaunlich ruhig, aber immer noch heiß.

Die Kathedrale Sant'Ermete im Städtchen Ischia di Castro ist am nächsten Morgen mein erstes Ziel; Bernhard von Bagnorea war hier Bischof. Und in diesem Kloster Santi Filippo e Giacomo lebte zeitweise Maria Magdalena von der Inkarnation Sordini.

Über Sorano, wo es eine Marienerscheinungen gab, komme ich nach Acquapendente, wo Mathilde von Ringelheim der Legende zufolge diese Kathedrale mit einer Nachbildung des Grabes Jesu Christi bauen ließ und auch dessen Geißelsäule gezeigt wird. Rochus von Montpellier lebte hier drei Monate lang.

In Allerona wirkte eine Zeit lang Ansanus der Täufer

… und so schlicht von außen, so prächtig ist diese Pfarrkirche innen.

In der Pfarrkirche in Ficulle wird Eumenius von Gortyna als Patron verehrt. Beim Gang in die Stadt entdecke ich eine kleine, einer Victoria geweihte Kirche mit diesem schönen Fresko aus dem 16. Jahrhundert, kann aber leider nicht finden, welche der vielen Namensträgerinnen gemeint ist; auch die Info-Tafel an der Kirche weiß es nicht. Google weiß, dass Victoria Beckham hier Urlaub machte - aber die ist es sicher nicht.

In dieser Kathedrale in Città della Pieve werden Gervasius und Protasius verehrt. Im nahen Franziskanerkloster verurteilte Johannes Bonaventura, Johannes von Parma.

Herrschaftlich präsentiert sich das Schloss in Montegiove, in dem Angelina von Marsciano geboren wurde.

In Cerqueto wurde Jakob von Cerqueto geboren; in disem Haus neben der Pfarrkirche errichtete, Joseph von Leonessa ein Hospital.

Mein Ziel für die nächsten Tage ist der Campingplatz Cerquestra in Monte del Lago am Trasimenischen See - ein ebso gut ausgestatteter wie sauberer, dazu schattiger und dennoch preiswerter Platz. Auf der Fahrt dorthin ein heftiges Gewitter, Starkregen, Hagel: herrlich, die Hitze macht Pause. Aber die nächsten drei Tage mit Arbeit sind - auch ohne Bewegung - wieder richtig schweißtreibend.
Umständehalber muss ich dann wieder einmal zur Tante nach Aigle und nutze für die Fahrt den LKW-armen Sonntag. Zudem ist Fahren das beste, was man in der Hitze tun kann, dann funktioniert die Klimaanlage der Kiste. Aber unterwegs sind auch (fast) alle Italiener.

Tracks
Tirreno (Ende fehlt)
Giove
Tevere
Monte del Lago
Aigle

Logbuch Reiselogbuch 2022-2-1

geschrieben vom 16. bis 18. und am 20. Juni 2022

Südlich von Rom

   J. Schäfer         

Donnerstag, 2. Juni, bis Samstag, 11. Juni

Am italienischen Nationalfeiertag mache ich mich wieder auf, zuerst zum ehemaligen Anwesen der Familie Goretti in Le Feriere, wo Maria Goretti schwer verletzt wurde - es ist heute Gedenkstätte als Haus des Martyriums -, dann zum früheren Krankenhaus Orsenico in Nettuno, wo sie starb, und schließlich zu diesem ihr geweihten Sanktuarium in Nettuno.

Über Anzio mit den Ruinen der Villa von Kaiser Nero komme ich in die Kathedrale nach Velletri, wo Eleutherius von Illyricum vereehrt wird und Gerald von Ostia sowie Hugo von Châlons Bischöfe waren.

In Genzano bei Rom wirkte zeitweise Aloisius Versiglia, in der Kirche Santa Maria della Rotonda in Albano betete Markianus von Frigento und in dieser Kirche San Paolo - heute Institut der Missionare vom kostbaren Blut - werden Kaspar del Bufalo und Maria de Mattias verehrt.

Wehrhaft präsentiert sich das Kloster Santa Maria in Grottaferrata - auch nach seinem Gründer, Nilus dem Jüngeren benannt - das dann Bartholomäus der Jüngere tatsächlich gebaut hat. Gregor von Agrigent wird hier verehrt, es ist das letzte Kloster des Basilianerordens in Italien.
Im damaligen Kloster des Trappistenordens in Grottaferrata - heute die Pfarrkirche San Giuseppe - lebte Maria Gabriela Sagheddu, im Kloster der Franziskanerinnen Maria Assunta Pallotta.

Es ist wieder ein heißer Tag - schon der Anblick dieses Brunnens in Frascati erfrischt beim Gang durch die Stadt. Angelus Augustinus Mazzinghi wirkte hier an der Kirche Santa Maria in Vivario.

Kühler ist es in den engen, daher schattigen Gassen: ideal, um dort zu essen.

Eindrücklich: die Kathedrale, in der Antonius Baldinucci predigte. In die Villa Sora der Salesianer wurde Ceferino Namuncurá aufgenommen, in der Villa Aldobrandini sollte Georg von Pfronten-Kreuzegg pflegen, aber er starb im Kapuzinerkloster.

Über die Ruinen von Tusculum, die dem Weihbischof Wilhelm le Court den Titel gaben, und Rocca Priora, wo Aloisius Novarese starb, komme ich nach Rocca di Papa, wo Dominikus vom heiligsten Sakrament Iturrate Zubero kurte und Maria Tauscher im damaligen Karmelitinnenkloster lebte. Das ist heute ein Wohnblock und dessen davor im Schatten sitzenden Mieter fragen sich sichtlich erstaunt, warum sich dieser Blödmann - also ich - am Feiertag bei der Hitze durch die steilen Gassen quält - und dann nichts als ihr Haus fotografiert.

An der Kirche SS Annunziata in Zagarolo trat Franz Xaver Bianchi dem Barnabitenorden bei, im dortigen ehemaligen Franziskanerkloster pflegte Margherita Colonna.
In dieser Kathedrale in Palestrina, ist der Märtyrer Agapitus von Präneste Patron, Gordianus und Epimachus werden verehrt und Guarin von Palestrina, Leopertus von Palestrina sowie Milionus von Nepi waren Bischöfe.

Neben der Kathedrale: das Denkmal für den Kirchenmusiker Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Und dann ist wenige Meter vor meinem letzten Ziel, dem Palazzo Colonna in Palestrina, der Weg versperrt; die Straße ist - offenbar schon seit Jahren - abgerutscht; das Navi zeigt mir als alternative Anfahrt rund 30 km Umweg durch die Berge. Ich gebe auf und verbringe die Nacht auf der Raststätte Prenestrina.

Mit einer langen Fahrt durch die Berge erreiche ich am nächsten Morgen zuerst das Dorf Castel San Pietro bei Palestrina, wo Margherita Colonna an der Stelle der Kirche Santa Maria della Costa als Einsiedlerin lebte und dann schließlich doch ihren Geburtsort, den Palazzo Colonna in Palestrina - hier dessen linker Flügel.

In Genazzano steht dieses Sanktuarium della Madonna del Buon Consiglio, in dem das Gnadenbild Unsere Liebe Frau vom Guten Rat verehrt wird. Stephan Bellesini hat hier gewirkt. Anschließend geht es weiter durch die engen Bergstraßen ins Kloster nach Civitella - heute Bellegra -, wo Liberatus von Civitella geboren wurde und Thomas von Cori lebte. Dort entdecke ich auch Didacus Oddi von Vallinfreda und Marianus von Roccacasale neu, zudem, dass Franziskus von Assisi hier einst weilte.

Auch Subiaco liegt in den Bergen in einem engen Tal. Mit dem Kloster Santa Scholastika sind Anatolia und Victoria von Rom, Benedikt von Nursia, Laurentius „Loricatus” und Petrus von Subiaco verbunden.

Vor der Höhle, in der Benedikt von Nursia zunächst lebte, wurde das Kloster Heilige Grotte an den Berghang gebaut. Johannes von Caramola, Maurus von Subiaco und Placidus von Subiaco, Palumbus von Subiaco und Petrus der Einsiedler lebten hier, Anatolia und Victoria von Rom werden hier verehrt, es ist die Wurzel des Benediktinerordens.

Prächtig: die Konkathedrale Sant'Andrea im Ort Subiaco, wo Petrus der Einsiedler Wunder wirkte.

In Affile bei Rom begann Benedikt von Nursia sein Leben als Einsiedler.

In dieser Höhle in Piglio bei Anagni lebte Andreas de Comitibus mehr als 40 Jahre lang als Einsiedler.

In der Kapelle des Mutterhauses der von Maria de Mattias gegründeten Anbeterinnen des kostbaren Blutes in Acuto war gerade eine Bestattugsfeier.

In dieser Kathedrale in Anagni, erbaut unter Bischof Petrus von Anagni, disputierte Albertus Magnus und predigte Angelus von Porta Sole. Otto von Bamberg wurde hier zum Bischof geweiht, Magnus von Trani und Secundina werden hier verehrt.

Der Palazzo della Ragione - das heutige Rathaus - in Anagni zeugt von einstiger Macht. Andreas de Comitibus wurde hier geboren, der abgedankte Papst Coelestin V. wurde als Gefangener hierher zu seinem Nachfolger gebracht.
Mein Übernachtungsplatz - ganz freiwillig: die Raststätte La Macchia.

Mein Pfingstsamstag beginnt im abgelegenen Kloster der Passionisten in Paliano bei Frosinone, wo Grimoald von der Reinigung (Marias) Ruscio in den Orden eintrat. In Segni heißt es dann wieder fußläufig bergauf durch die engen Gassen, um zur Kathedrale zu kommen. Bruno von Asti war hier Bischof, Papst Vitalianus wurde hier geboren.

Heute weiß ich: dieses ehemalige Franziskanerkloster in Cori steht nicht für den Geburtsort von Thomas von Cori, denn an der Stelle von seinem Geburtshaus wurde eine Kirche errichtet.

Zum Sanktuarium Mentorella, in dem Margareta Colonna zeitweise lebte, geht es hoch hinauf auf 1018 Metern über dem Meer - Hochalpenfeeling, steile Straße mit vielen Kehren, die meine Kiste echt fordern, aber angenehme Temperaturen - und auch das Weidevieh erinnert an die Schweiz. Eustachius sei an dieser Stelle zum Christentum bekehrt worden.

das Gnadenbild

Letzte Station für heute ist Tivoli. Ich habe mit vermeintlichem Verstand und Glück oben in der Stadt einen Parkplatz gefunden, aber die Kathedrale liegt diesmal unten (!), also doch wieder bergsteigen. Hier wird noch eine Hochzeit gefeiert, also in der Hitze warten. Cletus und Petrus sind hier zu lokalisieren, vielleicht auch Concordius; Papst Eugen III. starb hier, Papst Simplicius wurde hier geboren, Getulius sowie Symphorosa und ihre 7 Söhne werden hier verehrt, ebenso Severin von Tivoli.
An der Stelle des ehemaligen Benediktinerklosters, in dem Severin von Tivoli lebte, steht heute eine Fabrikruine - nicht sehr fotogen. Das von Franziskus Maria vom Kreuz Jordan und Maria Theresia Wüllenweber gegründete Kloster der Salvatorianerinnen finde ich im Gassengewirr mit Mühe, das ehemalige Kapuzinerkloster, in dem Felix von Cantalice lebte, mit dem Auto.

Aber es ist heiß und ich habe das Gefühl, dass auch meine Kiste sich nicht recht wohlfühlt. Ich breche ab und fahre zum Campingplatz in town nach Rom. Dort hatte ich vor fünf Jahren 10 Wochen verbracht, um Rom zu erkunden und weiß, dass dort alles bestens war - und stelle fest: noch immer ist.
Wenige Meter vor dem Eingang ist ein Supermarkt, dort will ich mich noch mit Vorräten eindecken. Als ich die Kiste wieder anlasse: lautes Geklapper im Motorraum, die Servolenkung funktioniert auch nicht mehr - offenbar ein kapitaler Motorschaden. Immerhin: die wenigen Meter zum Stellplatz fährt die Kiste noch, lenken aber ist Schwerstarbeit. Das wird teuer und womöglich das Ende der Reise! Am nächsten Tag ist Pfingsten, da lässt sich sowieso nichts machen. So arbeite ich zunächst drei Tage und bereite mich vor auf eine mögliche längere Reparatur oder einen Heimflug, den der ADAC bezahlen würde. Am Mittwoch rufe ich den Automabolclub an - nach gut zwei Stunden kommt der Abschleppwagen und bringt mich zu einer Werkstatt - kein FORD-Betrieb, eine freie Werkstatt am Stadtrand - die sollen den kapitalen Motorschaden beurteilen oder gar reparieren können? Es werde bis zum Abend dauern, vielleicht bis zum nächsten Morgen, ich solle mir im nahen Wohnviertel die Zeit vertreiben. Dort lasse ich mich für sechs Stunden in einer Bar nieder, google die Beurteilungen für die Firma Autostart - nicht berückend. Die Besitzerin der Bar fragt schließlich, ob ich ein Problem habe; nein, tutto buono - allerdings ist es sehr heiß - schon gestern hatte es um 16 Uhr noch 35° im Schatten. Ich gehe schließlich zur Werkstatt - demnächst werden sie mit der Raparatur beginnen.
Und dann die Überraschung: sie haben schon eine Diagnose: kein Motorschaden, nur ein gerissener Keilriemen, der auch die Klimaanlage (sie hatte merklich geschwächelt) und die Servopumpe antreibt und dessen Schlackern aufs Metall die Geräusche verursacht hat. 16.30 beginnt die Reparatur - 18 Uhr wird Feierabend sein - ob das noch reicht? Nein, aber sie machen Überstunden, die angeblich faulen Italiener. Am Schluss stehen auf der Rechnung weniger Arbeitsstunden als tasächlich geleistet und ich bekomme den Rechnungsbetrag auch noch abgerundet. Die Reparatur ist ok, der Arbeitseifer der beiden Mechaniker war grandios. Und ich komme zurück zum Camping in town und zur Dusche, dann feiere ich und gehe dort im Ristorante essen.
Noch brauch ich Zeit zum Schrieben und dann zum Planen, deshalb bleibe ich weitere drei Tage.

Tracks
Prenestrina (Ende fehlt)
La Macchia
Rom

Logbuch Reiselogbuch 2022-2-7

geschrieben vom 5. bis 7. und am 9. Juni 2022

Neapel

   J. Schäfer         

Mittwoch, 11. Mai, bis Freitag, 20. Mai

Schon am vergangenen Samstag war ich in Neapel, um die Stadt erfühlen zu können; der Zug fährt unweit meines Campingplatzes Spartacus in Pompei los, allerdings warte ich fast ½ Stunde und er braucht dann gut 40 Minuten zum Bahnhof in Zentrumsnähe. Schon die erste Kirche, Santa Maria del Carmine Maggiore: eine Wucht!

Salerno, die Halbinsel von Sorrent und rund um Neapel

   J. Schäfer         

Sonntag, 1. Mai, bis Dienstag, 10. Mai

Es ist Sonntag, also der richtige Tag zum Besuch einer Sadt, weil weniger Verkehr ist. Aber es auch der 1. Mai und der erste völlig ungetrübte und warme Sonnentag des Jahres, zudem ist in Salerno überall in der Stadt verteilt Mittelaltermarkt so wie hier auf dem ehemaligen römischen Forum vor der ehemaligen Kirche Santissima Addolorata, wie mir am Tag zuvor meine Campingnachbarn erzählten. Deshalb ist die Stadt schon am Morgen voll von Autos und Menschen.

Basilikata und Cilento

   J. Schäfer         

Dienstag, 19. April, bis Samstag, 30. April

Ich bin unterwegs in der Gegend, wo die Trulli zuhause sind. Diese Häuser mit ihrer einzigartigen Form wurden ohne Mörtel aus Steinen aufgeschichtet, um der Besteuerung von Bauten zu entgehen, die Bauweise hat sich bis heute erhalten.
Am ersten Ziel, dem Kloster der Kapuziner in Martina Franca, wo der fliegende Ordensbruder Joseph von Copertino eine erste Aufnahme fand, erlebe ich ein driefaches Wunder: direkt daneben ein Parkplatz und das Postamt, das ich brauche. Beim Eintreten ist dieses voll wie immer, ich ziehe meine Nummer und stelle mich auf langes Warten ein - auch wie immer - aber werde noch in der Sekunde aufgerufen!

Basilikata und der Süden von Apulien

   J. Schäfer         

Sonntag, 10. April, bis Montag, 18. April

Der letzte Tag in Kalabrien beginnt wie der erste: mit Regen. In Corigliano Calabro ist die aus einer Einsiedelei von Franz von Paola gewachsene Klosterkirche gut gefüllt, es ist Palmsonntag und die Dekoration gilt der Settimana Santa, der heiligen Woche; der Brauch, sie mit exzessiven Feiern zu begehen, hat sich aus der Zeit der spanischen Herrschaft - 1442 bis 1707 - erhalten.

Kalabrien

   J. Schäfer         

Freitag, 1. April, bis Samstag, 9. April

Auf der Fahrt zur Fähre Richtung Festland gibt's ein letztes Ziel auf Sizilien, die Sarazenische Höhlen bei Rometta, in denen wohl Leo von Catania eine Zeit lang im Exil lebte.

Einmal rund um Sizilien

   J. Schäfer         

Donnerstag, 24. März bis Donnerstag, 31. März

Meine Rundreise, die ja schon vor zwei Jahren nach der Rückkehr aus Tunesien geplant war, beginnt mit einer Überraschung: Benzin und Diesel sind deutlich billiger geworden. Nachdem Diesel wegen des Ukraine-Krieges rund 2,25 € gekostet, hat, tanke ich heute für 1,85 €. Der italienische Staat hat gestern beschlossen, den Sprit mit 30,5 Cent pro Liter zu subventionieren, er will das bezahlen v. a. mit einer Sondersteuer auf die Extragewinne der Mineralöl-Gesellschaften. Und die sind offenbar so erschrocken, dass sie gleich noch von sich aus 10 Cent daraufgelegt haben. So geht Politik, Herr Lindner!
Mein erstes Ziel ist Mazara del Vallo, wo für Vitus (Veit) die - geschlossene - Kirche San Vito in Urbe erbaut wurde, ich aber in der Umgebung schöne Malereien entdecke.

Krieg

   J. Schäfer         

Montag, 14. März, bis Mittwoch, 23. März

Elf Tage war ich nun zur Arbeit auf dem guten Campingplatz Alessandra in Torrenova; leider ist heute der erste Tag mit angenehmen Temperaturen, bislang war's zuhause immer wärmer.

Seit nun einem Monat ist Krieg in Europa - der zweite Angriffskrieg seit 1945. Alles - für beide Seiten!, einschließlich Deutschland - Nötige und Richtige haben Reinhard Mey & Freunde schon vor eineinhalb Jahren gesungen: Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Reinhard Mey & Freunde: Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Sardinien, die Vielfältige

   J. Schäfer         

Montag, 7. März, bis Sonntag, 13. März

Die Fahrt durch die Berge - kurvenreich wäre untertrieben, sie besteht nur aus Kurven - führt mich nach Loceri zur Bacchus geweihten Kirche.
In Madas sehe ich am Bahnhof Schienenfahrzeuge der Trenini verde. Diese Schmalspurbahnen mit den grünen Züglein erschlossen mit 630 km Strecken manche Teile der Insel, heute werden sie durch Omnibusse ersetzt, einige Teilstrecken durch die Berge sind im Sommer für Touristen noch in Betrieb …

Sardinien, die Wilde

   J. Schäfer         

Sonntag, 27. Februar, bis Sonntag, 6. März

Nach dem üblichen Besuch in Aigle war die Fahrt zum Hafen in Livorno eine angenehme Tagesreise bei schönstem Frühlingswetter und die nächtliche Überfahrt mit der Fähre nach Olbia gut für erholsamen Schlaf - allerdings mit frühem Aufstehen schon um 5.30 Uhr. Sardinien empfing mich mit strahlendem Sonnenschein und Wärme.

Niederrhein und Ruhrgebiet

   J. Schäfer         

Sonntag, 20. Februar, bis Mittwoch, 23. Februar

Anlässlich eines Besuchs bei der Familie meines Sohnes und dem 1. Geburtstag meines Enkels in Köln besuche ich Ziele am Niederrhein und im Ruhrgebiet; einer der Höhepunkte: der Marien-Wallfahrtsort Kevelaer, im Bild die Kerzenkapelle.

Gegenüber von Hendrina Josepha Stenmanns Geburtshaus in Issum: Kamele!

Eindrücklich neben anderem auch die von Ludger von Münster gegründete Abteikirche St. Ludgerus in Essen-Werden; das Kloster leitete später Hildegrim, in der Kirche gibt es Reliquien von Emma von Lesum und Felicitas.

Gefahren bin ich in diesen fünf Tagen - außer der Hin- und Rückreise nach Köln - 657 km und habe 239 Fotos gemacht, davon kamen 30 ins Heiligenlexikon.

Tracks
Rupelrath und Geldern gibt's nicht
Bottrop

Logbuch Reiselogbuch 2022-1

geschrieben vom 19. bis 21. März 2022

Im Westen von Oberitalien

   J. Schäfer         

Samstag, 16. Oktober, bis Montag, 1. November

Auf dem schönen Campingplatz Smeraldo in Dormeletto am Lago Maggiore beginnt nun die Arbeitsphase mit den umfangreichen Ergebnissen aus Mailand. Nach vier Tagen drängt die Unternehmenslust zur Fahrt zu einigen Zielen rund um den See; aber weitere vier Tage Arbeit halten mich auf diesem Campingplatz fest.
Dann folgen drei Tage mit neuen Zielen, darunter Novara und Vercelli und schließlich dem etwas merkwürdigen, aber recht ordentlichen Campingplatz Grinto in Moncalieri bei Turin - einem der ganz wenigen, die noch offen sind. Von dort besuche ich am Folgetag diese Stadt und das prächtige Schloss Stupinigi.

Zum Schreiben und für die Stadt Turin bleibt keine Zeit, mit dem Ende der Sommerzeit - und zuehmender Kälte - wird es Zeit für den Heimweg. Über Pont-Saint-Martin, das nach dieser gut erhaltenen römischen Brücke aus dem späten 1. Jahrhundert benannt ist - und Aosta geht es wie immer zu meiner Tante nach Aigle und schließlich nach Hause.

Für die nächsten Monate habe ich pfarramtliche Dienste zuhause, weil unsere Pfarrerin nun auch im Ruhestand ist. Aber vielleicht - und so Gott und Corona wollen - kann ich im Februar nach Sardinien?

Tracks
Varese
Novara
Vercelli
Moncalieri
Stupinigi
Aosta
Genf
Stuttgart

Logbuch Reiselogbuch 2021-3-3

geschrieben am 12. November 2021

Mailand

   J. Schäfer         

Freitag, 8. Oktober, bis Freitag, 15. Oktober

Dann geht es weiter über verschiedene Ziele, nach einer Nacht auf der Raststätte San Zenone am nächsten Tag auch nach Monza, wo am Samstag in der Innenstadt das Leben pulsiert.