Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

Luxemburg und Frankreichs Nordosten

   J. Schäfer         

Samstag, 9. Juli, bis Mittwoch, 20. Juli

Von Aigle bin ich am 23. Juni nach Hause nach Stuttgart zurückgekehrt, denn an der Kiste stand die Inspektion an, die aufgrund undichter Injektoren - könnte einen kapitalen Motorschaden verursachen - auch dringend nötig war, zudem sagten die Prognosen für Oberitalien Temperaturen um die 40° voraus und gingen schon die Meldung über den austrockenenden Po durch die Presse.
Nach der Inspektion blieben mir dann noch acht Tage, die habe ich genutzt zur Fahrt nach Luxemburg und Frankreichs Nordosten. In Bous in Luxemburg gab es eine Marienerscheinung, ebenso im ehemaligen Kloster der Dominikanerinnen in der Stadt Luxemburg.
In der Innenstadt Luxemburg gibt es fast keine Parkplätze - die sind ja auch nicht nötig, denn der ÖPNV ist im ganzen Land kostenlos. Und das Ergebnis ist, dass die Stadt brechend voll von Menschen ist, obwohl keine besondere Veranstaltung stattfindet; aber die Leute nutzen den Samstagnachmittag zum Stadtbummel, die Anfahrt ist ja problemlos. In Deutschland wird geklagt über die verödeten Innenstädte - hier kann man die Lösung sehen: Nahverkehr kostenfrei und die Menschen nutzen ihn und beleben die Innenstadt.
In der Kathedrale in Luxemburg wird das Gndenbild Maria - Trösterin der Betrübten verehrt und liegen die Gebeine von Tertullinus und Chrysanthus.

Die Basilika in Echternach ist Klostergründer Willibrord von Echternach geweiht. Willehad von Bremen war dort Mönch, Poppo von Stablo führte Reformen durch, verehrt werden Reliquien von Johannes dem Täufer, Mauritius und Vulgisus.

Nach der Nacht an der Raststätte Wasserbillig ging es nach Vianden zur Burg, in der Jolanda von Marienthal und Meginher von Falmagne geboren wurden.

An der Burg in Pettingen lebte zeitweise Theobald von Provins, bei meinem Besuch wurde die Ruine als Ausstellungsort für alte Ackerschlepper genutzt.
Dem Kloster Marienthal stand Jolanda von Marienthal als Priorin vor. Und auch in Septfontaines gab es Marienerscheinungen. Das waren dann schon die Heiligen in Luxemburg, es ging - nach günstigem Einkauf im Steuerparadies - über die Grenze in die französischen Ardennen.

In Stenay gab es ehedem ein Kloster, dessen Gründer der Legende zufolge Dagobert II. war. Im ehemaligen Kloster Belval au Bois-des-Dames bei Vaux-en-Dieulet in den Ardennen lebten Gertrud und Gertrud von Brabant; Reliquien von ersterer liegen in dieser Kirche in Sommauthe in den Ardennen.

An den Resten des Klosters Le Mont-Dieu, in dem Reliquien von Gibrian lagen und das Wilhelm von Saint-Thierry einst besuchte, entdecke ich diesen Oldtimer, einen Citroën Traction Avant 15/6 - also frontgetrieben mit Sechszylindermotor, der zwischen 1934 und 1957 gebaut wurde.

In Chéhéry bei Sedan sollte Jovinus bestattet werden. Dieses ehemalige Kloster in Ellant - heute Élan - leitete Roger von Ellant; unweit ist ihm an einer Quelle auch eine Kapelle geweiht.

In Charlevill bei Metz trat Arnold Reche im Institut der Brüder der christlichen Schulen diesem Orden bei. Und in Gruyères in den Ardennen starb Arnulf vom Chaumontois als Märtyrer, woran diese Kirche erinnert. Eine ruhige Nacht verbringe ich an der Raststätte Woinic, obwohl dort viel Betrieb durch Urlauber ist.

In der Kirche in Attigny in den Ardennen wurde Widukind getauft, Mevennus heilte hier einen Leprösen; im nahen ehemaligen Königspalast nahm Adalhard von Corbie an einer Synode teil.

Über die Reste des Königspalastes in Rethel - erwähnt bei Albert I. von Lüttich, Roger von Ellant und Rosalia von Palermo - komme ich nach Signy - dem heutigen Signy-l’Abbaye -, wo Arnold von Gembloux Abt war und Wilhelm von Saint-Thierry lebte und starb. Vor der Kirche im kleinen Dorf Marlemont, wo es eine Marienerscheinung gab, sehe ich diese alte Feuerwehrspritze.

In Soize bei Laon ist Autbodus von Laon Patron. Im ehemaligen Kloster in St-Michel-en-Thiérache wurden Reliquien von Adalgisus und Anatolius von Cahors verehrt, Cadroël lebte dort. Im ehemaligen Kloster Foigny im heutigen La Bouteille bei Laon - an dessen Stelle diese Kapelle errichtet wurde -, lebte Alexander von Foigny und starb Petrus Monoculus.

Im nach ihm benannten St-Algis starb Adalgisus, er wird noch heute in dieser wehrhaften Pfarrkirche verehrt.

Und falls es noch Zweifel gab, dass wir uns in tiefster Provinz bewegen: dies ist dort die Kirchenheizung.

In La Capelle bei Vervins wurde Leo Dehon geboren, im damaligen Kloster in Rocquigny bei Laon starb Margarita von Jerusalem und in Floyon kam Ursmar von Lobbes zur Welt. In Wallers-en-Fagne bei Maubeuge lebte Dodo von Wallers im Kloster, das Landelin von Crespin gegründet hatte. Die Gebeine von ersterem werden in Moustier-en-Fagne bewahrt. Im Hofgut an der Stelle einer heutigen Kapelle in Cousolre wurden Aldegundis von Maubeuge und Waltraud (Waudru) geboren; erstere wurde auch dort in dieser Kirche bestattet.

Das einst bedeutende Kloster Maubeuge ist längst säkularisiert, in der darum entstandenen heute großen Stadt sind die Spuren spärlich. Adeltrudis von Maubeuge wurde dort erzogen und war dann Äbtissin, Aldegundis von Maubeuge hat das Kloster gegründet, Amalberga von Maubeuge war Nonne, Ansoalda (Isolde) Äbtissin, von Emembertus von Cambrai lagen dort die Gebeine, Madelberta war Äbtissin, Theodorich von St-Hubert wurde dort erzogen, Ursmar von Lobbes pflegte Beziehungen zum Kloster.

Im Kloster Hautmont wurde Aldegundis von Maubeuge Nonne, Ansbert von Rouen war hierher verbannt, Madelgar von Soignies hat das Kloster gegründet und als Abt geleitet, sein Sohn Landricus wurde auch Abt, Wulmar von Samer Mönch. In Pont-sur-Sambre bei Maubeuge wurde die Märtyrerin Anna Maria Erraux, eine Gefährtin von Maria Clothilde Bórgia Paillot, geboren, woran in dieser Kirche erinnert wird. Und im nahen Bavay erblickte Maria Clothilde Angela vom heiligen Franziskus Bórgia Paillot das Licht der Welt.
Recht angenehm: die Nacht an der Raststätte La Sentinelle.

In Le Cateau-Cambrésis wurde der Märtyrer Johannes-Anton-Joseph de Villette, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren, in der Kirche St-Martin, in der gerade eine Trauerfeier stattfindet, liegen Reliquien von Sarius.

In Caudry starb Maxellendis als Märtyrerin, in dieser Pfarrkirche werden ihre Reliquien bewahrt. In St-Souplet war sie zunächst bestattet worden.

In Pleine-Selve starb Jolenda von Pleine-Selve, ihr wurde an einer heilkräftigen Quelle diese Kapelle errichtet. In Origny-Sainte-Benoite wirkte Benedicta als Glaubensbotin und starb als Märtyrerin. In Homblières gründete Eligius von Noyon ein Kloster,das Hunegundis dann leitete; an sie erinnert dort eine Statue.

Eine der größten Kirchen Frankreichs ist die Basilika Saint-Quentin in der danach benannten Stadt. Altfrid von Hildesheim war Mönch in deren Kloster, Bertram von St-Quentin Abt, von Fuscianus und Gefährten liegen dort Gebeine, Gottfried von Amiens wurde dort erzogen und Mönch, Gottfried von Peronne war Schatzmeister, Jolenda von Pleine-Selve kam ans Grab des Namengebenden Quintinius (Quentin).

Neben dieser Basilika Saint-Quentin besuche ich in der Stadt noch die von Leo Dehon erbaute Kirche St-Martin. Verdienste um die Stadt erwarb sich Gaspard de Coligny.
Am Abend komme ich auf den schönen Camping Municipal von Saint-Quentin, wo ich den nächsten Tag mit der weiteren Planung verbringe.

In St-Gobain bei Laon lebte und starb Goban. Das prächtige Gebäude des früheren Klosters Prémontré beherbergt heute ein psychiatrisches Krankenhaus. Das Kloster gründete Norbert von Xanten unter Mitwirkung von Hugo von Fosses,, daraus ging der Prämonstratenserorden hervor. Anton von Ilbenstadt, Burchard von Rot an der Rot, Gottfried von Cappenberg, Ulrich von Ursberg und Wolfram von Wadgassen waren dort Mönche.

Über das ehemalige Kloster Nogent-sous-Coucy im heutigen Coucy-le-Château-Auffrique, wo Gottfried von Amiens Abt war, komme ich nach Condren, wo Mummolus von Lagny starb, der in Chauny Pfarrer war. Schließlich suche ich Spuren der ehemaligen Königsresidenz in Quierzy und finde nichts als dieses Wäldchen - richtig wäre ein Gedenkstein im Ort, wie ich jetzt weiß. Amalar Fortunatus, Gottschalk von Orbais, Hinkmar von Reims, Prudentius von Troyes waren dort auf Synoden zu Gange.

In Juvigny ist die Kirche Jovinus geweiht. In Soissons ist nahe dem ehemaligen Kloster St-Crépin-en-Chaye diese moderne Kirche Crispinus und Crispinianus geweiht. Die Krypta des ehemaligen Klosters Saint-Médard in Soissons ist erhalten, aber verschlossen; Medardus von Noyon wurde hier bestattet, Goswin von Anchin war hier Prior, von Gurdanius lagen hier Reliquien, ebenso von Sebastian.

In der Kathedrale in Soissons war Agricola Priester; die englischen Priester, Alexander Rawlins, Eduard Stransham, James Thompson und John Adams wurden hier geweiht, Crispinus und Crispinianus sind Patrone, Divitianus von Soissons, Edibius von Soissons und Lupus von Soissons waren hier Bischöfe, Hinkmar von Reims und Odo I. von Beauvais Synodenteilnehmer, von Sebastian gibt es hier Reliquien, Valerius und Rufinus starben hier als Märtyrer, Wilhelm von Donjeon war hier Kanoniker.

Wie in jedem Ort, so auch in Soissons: das Denkmal an die Opfer der beiden Weltkriege.

Ins ehemalige Kloster St-Pierre-au-Parvis nach Soissons - von dem heute nur noch die Kirche erhalten ist - wurden Reliquien von Marcellinus und Petrus sowie Tiburtius übertragen. Im ehemaligen Kloster Notre Dame wurden Ratbert von Corbie und Wilhelm von Donjeon wurden erzogen, Sigrada und Theodrada waren Äbtissinnen. In diesem ehemaligen Kloster St-Crépin-le-Grand lagen zunächst die Reliquien von Crispinus und Crispinianus, Divitianus von Soissons und Edibius von Soissons, Gottfried von Amiens starb hier.

An der Kirche des ehemaligen Klosters St-Martin der Prämonstratenser in Laon: die Statuen mit abgeschlagenen Köpfen, wie so oft in Frankreich seit der Französischen Revolution zu sehen - und bis heute nicht repariert. Gualterus von Mortagne wurde hier bestattet, Norbert von Xanten hatte das Kloster gegründet. Im ehemaligen Kloster St-Vincent waren Cagnoald von Laon, Gerhard von Sauve-Majeure und Maccallin Äbte, Stephan Harding lebte zeitweise dort als Mönch.

An der großen Kathedrale von Laon waren Adalgisus und Autbodus von Laon Glaubensboten, wurde Alexander Crow zum Priester geweiht, Arialdus von Mailand, Balduin von Exeter und Gualterus von Mortagne und Vincelin von Oldenburg studierten hier, Balduin war hier Archidiakon, Cagnoald von Laon und Liutwin von Trier waren Bischöfe, Ermin von Lobbes war Kleriker, von Quintinius (Quentin) gab es Reliquien, Robert von Brügge war Lehrer, Urban IV. war hier Kanoniker.

Das ehemalige Kloster St-Jean - heute Sitz der Präfektur der Region - wurde von Salaberga gegründet und geleitet, ihre Tochter Anstrudis von Laon wurde ihre Nachfolgerin als Äbtissin.

In St-Erme wurde Ermin von Lobbes geboren, deshalb ist ihm die Kirche geweiht. Eindrücklich zeigt eine Schautafel die Zerstörungen durch die Deutschen im 1. Weltkrieg.
Die Nacht verbringe ich recht ruhig an der Raststätte Mont de Nizy.

Am nächsten Morgen fahre ich auf guten Straßen rund 20 km nach Corbeny bis zu dieser Kirche, wo Goban Cuillen wirkte und die Reliquien von Markulf von Nanteuil verehrt wurden.
Als ich zu meiner Kiste zurückkehre, sehe ich eine deutliche Ölspur genau auf der Strecke, die ich gefahren war, und dann unter dem Motor eine Lache. Also rufe ich den Ford-Mobilitäts-Service zu Hilfe. Nach mehreren Reklamationen kommt gut fünf Stunden später derAbschleppwagen und bringt mich zur Ford-Werkstatt nach Laon. Weil es nun 16 Uhr am Freitagnachmittag und also kurz vor Feierabend ist, schauen sie die Kiste noch nicht einmal mehr an. Ich muss aber am Sonntag wegen einer Bestattung zuhause sein. Ein Mitarbeiter bringt mich zum Bahnhof: Über Reims und Straßburg nach Stuttgart, instruiert er mich. So sage ich es der Dame am Schalter. Sie verkauft mir die gewünschte Strecke mit 7 Mal umsteigen, wobei es von Straßburg nach Offenburg und dann über Frankfurt (!!) nach Stuttgart geht. Alle deutschen Züge haben Verspätung auch mitten in der Nacht - auch die S-Bahn in Stuttgart, planmäßige Abfahrt 3.55 Uhr -, deshalb aber erreiche ich die Anschlüsse und bin um 4.30 Uhr zuhause.

Montags erfahre ich: die Kiste ist repariert, dienstags ist die Bestattung, mittwochs kann ich den Patienten holen. Inzwischen weiß ich: die schnellste Verbindung nach Laon führt über Paris. Beim Buchen sagt mir die Deutsche Bahn, ich müsse erst nach Karlsruhe, weil der TGV Stuttgart nicht anfahren kann, denn dort war vergangenen Samstag - grundlos, wegen eines Vogels - eine 15.000 Volt-Oberleitung herabgefallen und hatte die Stellwerkstechnik weitgehend außer Betrieb gesetzt; Ersatzteile für dessen Relais gibt es nicht mehr. Am Bahnhof stelle ich fest: den Zug nach Karlsruhe gibt es nicht, aber überraschender Weise einen TGV nach Paris. Ohne Platzkarte ergattere ich doch einen Sitz, komme tatsächlich pünktlich um 14 Uhr - zum Ende der Mittagspause - in der Ford-Werkstatt in Laon an und erhalte meine Kiste. Und tätsächlich, wie schon vermutet: bei der Inspektion und Reparatur der Injektoren in der Stuttgarter Werkstatt vor meinem Aufbruch hatten sie eine Mutter der Benzinleitung nicht festgezogen, daraus floss der Diesel auf die Straße.
Wäre ich mir sicher gewesen: das hätte ich selbst reparieren können. Und wäre der Abschlepper nur eine Stunde früher gekommen, hätte die Werkstatt diese Kleinigkeit am Freitag noch repariert. Mini-Ursache - mega Ärger. Am Abend erreiche ich das Zuhause in Stuttgart.

Ergebnis des Trips: 512 Fotos, dafür fürs 103 Ökumenische Heiligenlexikon.

Tracks
Wasserbillig gibt's nicht
Woinic
La Sentinelle - Schluss fehlt
St-Quentin gibt's nicht
Mont de Nizy - Schluss fehlt
Stuttgart

Logbuch Reiselogbuch 2022-3

geschrieben vom 21. bis 26. Juli 2022

Südlich von Rom

   J. Schäfer         

Donnerstag, 2. Juni, bis Samstag, 11. Juni

Am italienischen Nationalfeiertag mache ich mich wieder auf, zuerst zum ehemaligen Anwesen der Familie Goretti in Le Feriere, wo Maria Goretti schwer verletzt wurde - es ist heute Gedenkstätte als Haus des Martyriums -, dann zum früheren Krankenhaus Orsenico in Nettuno, wo sie starb, und schließlich zu diesem ihr geweihten Sanktuarium in Nettuno.

Über Anzio mit den Ruinen der Villa von Kaiser Nero komme ich in die Kathedrale nach Velletri, wo Eleutherius von Illyricum vereehrt wird und Gerald von Ostia sowie Hugo von Châlons Bischöfe waren.

In Genzano bei Rom wirkte zeitweise Aloisius Versiglia, in der Kirche Santa Maria della Rotonda in Albano betete Markianus von Frigento und in dieser Kirche San Paolo - heute Institut der Missionare vom kostbaren Blut - werden Kaspar del Bufalo und Maria de Mattias verehrt.

Wehrhaft präsentiert sich das Kloster Santa Maria in Grottaferrata - auch nach seinem Gründer, Nilus dem Jüngeren benannt - das dann Bartholomäus der Jüngere tatsächlich gebaut hat. Gregor von Agrigent wird hier verehrt, es ist das letzte Kloster des Basilianerordens in Italien.
Im damaligen Kloster des Trappistenordens in Grottaferrata - heute die Pfarrkirche San Giuseppe - lebte Maria Gabriela Sagheddu, im Kloster der Franziskanerinnen Maria Assunta Pallotta.

Es ist wieder ein heißer Tag - schon der Anblick dieses Brunnens in Frascati erfrischt beim Gang durch die Stadt. Angelus Augustinus Mazzinghi wirkte hier an der Kirche Santa Maria in Vivario.

Kühler ist es in den engen, daher schattigen Gassen: ideal, um dort zu essen.

Eindrücklich: die Kathedrale, in der Antonius Baldinucci predigte. In die Villa Sora der Salesianer wurde Ceferino Namuncurá aufgenommen, in der Villa Aldobrandini sollte Georg von Pfronten-Kreuzegg pflegen, aber er starb im Kapuzinerkloster.

Über die Ruinen von Tusculum, die dem Weihbischof Wilhelm le Court den Titel gaben, und Rocca Priora, wo Aloisius Novarese starb, komme ich nach Rocca di Papa, wo Dominikus vom heiligsten Sakrament Iturrate Zubero kurte und Maria Tauscher im damaligen Karmelitinnenkloster lebte. Das ist heute ein Wohnblock und dessen davor im Schatten sitzenden Mieter fragen sich sichtlich erstaunt, warum sich dieser Blödmann - also ich - am Feiertag bei der Hitze durch die steilen Gassen quält - und dann nichts als ihr Haus fotografiert.

An der Kirche SS Annunziata in Zagarolo trat Franz Xaver Bianchi dem Barnabitenorden bei, im dortigen ehemaligen Franziskanerkloster pflegte Margherita Colonna.
In dieser Kathedrale in Palestrina, ist der Märtyrer Agapitus von Präneste Patron, Gordianus und Epimachus werden verehrt und Guarin von Palestrina, Leopertus von Palestrina sowie Milionus von Nepi waren Bischöfe.

Neben der Kathedrale: das Denkmal für den Kirchenmusiker Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Und dann ist wenige Meter vor meinem letzten Ziel, dem Palazzo Colonna in Palestrina, der Weg versperrt; die Straße ist - offenbar schon seit Jahren - abgerutscht; das Navi zeigt mir als alternative Anfahrt rund 30 km Umweg durch die Berge. Ich gebe auf und verbringe die Nacht auf der Raststätte Prenestrina.

Mit einer langen Fahrt durch die Berge erreiche ich am nächsten Morgen zuerst das Dorf Castel San Pietro bei Palestrina, wo Margherita Colonna an der Stelle der Kirche Santa Maria della Costa als Einsiedlerin lebte und dann schließlich doch ihren Geburtsort, den Palazzo Colonna in Palestrina - hier dessen linker Flügel.

In Genazzano steht dieses Sanktuarium della Madonna del Buon Consiglio, in dem das Gnadenbild Unsere Liebe Frau vom Guten Rat verehrt wird. Stephan Bellesini hat hier gewirkt. Anschließend geht es weiter durch die engen Bergstraßen ins Kloster nach Civitella - heute Bellegra -, wo Liberatus von Civitella geboren wurde und Thomas von Cori lebte. Dort entdecke ich auch Didacus Oddi von Vallinfreda und Marianus von Roccacasale neu, zudem, dass Franziskus von Assisi hier einst weilte.

Auch Subiaco liegt in den Bergen in einem engen Tal. Mit dem Kloster Santa Scholastika sind Anatolia und Victoria von Rom, Benedikt von Nursia, Laurentius „Loricatus” und Petrus von Subiaco verbunden.

Vor der Höhle, in der Benedikt von Nursia zunächst lebte, wurde das Kloster Heilige Grotte an den Berghang gebaut. Johannes von Caramola, Maurus von Subiaco und Placidus von Subiaco, Palumbus von Subiaco und Petrus der Einsiedler lebten hier, Anatolia und Victoria von Rom werden hier verehrt, es ist die Wurzel des Benediktinerordens.

Prächtig: die Konkathedrale Sant'Andrea im Ort Subiaco, wo Petrus der Einsiedler Wunder wirkte.

In Affile bei Rom begann Benedikt von Nursia sein Leben als Einsiedler.

In dieser Höhle in Piglio bei Anagni lebte Andreas de Comitibus mehr als 40 Jahre lang als Einsiedler.

In der Kapelle des Mutterhauses der von Maria de Mattias gegründeten Anbeterinnen des kostbaren Blutes in Acuto war gerade eine Bestattugsfeier.

In dieser Kathedrale in Anagni, erbaut unter Bischof Petrus von Anagni, disputierte Albertus Magnus und predigte Angelus von Porta Sole. Otto von Bamberg wurde hier zum Bischof geweiht, Magnus von Trani und Secundina werden hier verehrt.

Der Palazzo della Ragione - das heutige Rathaus - in Anagni zeugt von einstiger Macht. Andreas de Comitibus wurde hier geboren, der abgedankte Papst Coelestin V. wurde als Gefangener hierher zu seinem Nachfolger gebracht.
Mein Übernachtungsplatz - ganz freiwillig: die Raststätte La Macchia.

Mein Pfingstsamstag beginnt im abgelegenen Kloster der Passionisten in Paliano bei Frosinone, wo Grimoald von der Reinigung (Marias) Ruscio in den Orden eintrat. In Segni heißt es dann wieder fußläufig bergauf durch die engen Gassen, um zur Kathedrale zu kommen. Bruno von Asti war hier Bischof, Papst Vitalianus wurde hier geboren.

Heute weiß ich: dieses ehemalige Franziskanerkloster in Cori steht nicht für den Geburtsort von Thomas von Cori, denn an der Stelle von seinem Geburtshaus wurde eine Kirche errichtet.

Zum Sanktuarium Mentorella, in dem Margareta Colonna zeitweise lebte, geht es hoch hinauf auf 1018 Metern über dem Meer - Hochalpenfeeling, steile Straße mit vielen Kehren, die meine Kiste echt fordern, aber angenehme Temperaturen - und auch das Weidevieh erinnert an die Schweiz. Eustachius sei an dieser Stelle zum Christentum bekehrt worden.

das Gnadenbild

Letzte Station für heute ist Tivoli. Ich habe mit vermeintlichem Verstand und Glück oben in der Stadt einen Parkplatz gefunden, aber die Kathedrale liegt diesmal unten (!), also doch wieder bergsteigen. Hier wird noch eine Hochzeit gefeiert, also in der Hitze warten. Cletus und Petrus sind hier zu lokalisieren, vielleicht auch Concordius; Papst Eugen III. starb hier, Papst Simplicius wurde hier geboren, Getulius sowie Symphorosa und ihre 7 Söhne werden hier verehrt, ebenso Severin von Tivoli.
An der Stelle des ehemaligen Benediktinerklosters, in dem Severin von Tivoli lebte, steht heute eine Fabrikruine - nicht sehr fotogen. Das von Franziskus Maria vom Kreuz Jordan und Maria Theresia Wüllenweber gegründete Kloster der Salvatorianerinnen finde ich im Gassengewirr mit Mühe, das ehemalige Kapuzinerkloster, in dem Felix von Cantalice lebte, mit dem Auto.

Aber es ist heiß und ich habe das Gefühl, dass auch meine Kiste sich nicht recht wohlfühlt. Ich breche ab und fahre zum Campingplatz in town nach Rom. Dort hatte ich vor fünf Jahren 10 Wochen verbracht, um Rom zu erkunden und weiß, dass dort alles bestens war - und stelle fest: noch immer ist.
Wenige Meter vor dem Eingang ist ein Supermarkt, dort will ich mich noch mit Vorräten eindecken. Als ich die Kiste wieder anlasse: lautes Geklapper im Motorraum, die Servolenkung funktioniert auch nicht mehr - offenbar ein kapitaler Motorschaden. Immerhin: die wenigen Meter zum Stellplatz fährt die Kiste noch, lenken aber ist Schwerstarbeit. Das wird teuer und womöglich das Ende der Reise! Am nächsten Tag ist Pfingsten, da lässt sich sowieso nichts machen. So arbeite ich zunächst drei Tage und bereite mich vor auf eine mögliche längere Reparatur oder einen Heimflug, den der ADAC bezahlen würde. Am Mittwoch rufe ich den Automabolclub an - nach gut zwei Stunden kommt der Abschleppwagen und bringt mich zu einer Werkstatt - kein FORD-Betrieb, eine freie Werkstatt am Stadtrand - die sollen den kapitalen Motorschaden beurteilen oder gar reparieren können? Es werde bis zum Abend dauern, vielleicht bis zum nächsten Morgen, ich solle mir im nahen Wohnviertel die Zeit vertreiben. Dort lasse ich mich für sechs Stunden in einer Bar nieder, google die Beurteilungen für die Firma Autostart - nicht berückend. Die Besitzerin der Bar fragt schließlich, ob ich ein Problem habe; nein, tutto buono - allerdings ist es sehr heiß - schon gestern hatte es um 16 Uhr noch 35° im Schatten. Ich gehe schließlich zur Werkstatt - demnächst werden sie mit der Raparatur beginnen.
Und dann die Überraschung: sie haben schon eine Diagnose: kein Motorschaden, nur ein gerissener Keilriemen, der auch die Klimaanlage (sie hatte merklich geschwächelt) und die Servopumpe antreibt und dessen Schlackern aufs Metall die Geräusche verursacht hat. 16.30 beginnt die Reparatur - 18 Uhr wird Feierabend sein - ob das noch reicht? Nein, aber sie machen Überstunden, die angeblich faulen Italiener. Am Schluss stehen auf der Rechnung weniger Arbeitsstunden als tasächlich geleistet und ich bekomme den Rechnungsbetrag auch noch abgerundet. Die Reparatur ist ok, der Arbeitseifer der beiden Mechaniker war grandios. Und ich komme zurück zum Camping in town und zur Dusche, dann feiere ich und gehe dort im Ristorante essen.
Noch brauch ich Zeit zum Schrieben und dann zum Planen, deshalb bleibe ich weitere drei Tage.

Tracks
Prenestrina (Ende fehlt)
La Macchia
Rom

Logbuch Reiselogbuch 2022-2-7

geschrieben vom 5. bis 7. und am 9. Juni 2022

Neapel

   J. Schäfer         

Mittwoch, 11. Mai, bis Freitag, 20. Mai

Schon am vergangenen Samstag war ich in Neapel, um die Stadt erfühlen zu können; der Zug fährt unweit meines Campingplatzes Spartacus in Pompei los, allerdings warte ich fast ½ Stunde und er braucht dann gut 40 Minuten zum Bahnhof in Zentrumsnähe. Schon die erste Kirche, Santa Maria del Carmine Maggiore: eine Wucht!

Salerno, die Halbinsel von Sorrent und rund um Neapel

   J. Schäfer         

Sonntag, 1. Mai, bis Dienstag, 10. Mai

Es ist Sonntag, also der richtige Tag zum Besuch einer Sadt, weil weniger Verkehr ist. Aber es auch der 1. Mai und der erste völlig ungetrübte und warme Sonnentag des Jahres, zudem ist in Salerno überall in der Stadt verteilt Mittelaltermarkt so wie hier auf dem ehemaligen römischen Forum vor der ehemaligen Kirche Santissima Addolorata, wie mir am Tag zuvor meine Campingnachbarn erzählten. Deshalb ist die Stadt schon am Morgen voll von Autos und Menschen.

Basilikata und Cilento

   J. Schäfer         

Dienstag, 19. April, bis Samstag, 30. April

Ich bin unterwegs in der Gegend, wo die Trulli zuhause sind. Diese Häuser mit ihrer einzigartigen Form wurden ohne Mörtel aus Steinen aufgeschichtet, um der Besteuerung von Bauten zu entgehen, die Bauweise hat sich bis heute erhalten.
Am ersten Ziel, dem Kloster der Kapuziner in Martina Franca, wo der fliegende Ordensbruder Joseph von Copertino eine erste Aufnahme fand, erlebe ich ein driefaches Wunder: direkt daneben ein Parkplatz und das Postamt, das ich brauche. Beim Eintreten ist dieses voll wie immer, ich ziehe meine Nummer und stelle mich auf langes Warten ein - auch wie immer - aber werde noch in der Sekunde aufgerufen!

Basilikata und der Süden von Apulien

   J. Schäfer         

Sonntag, 10. April, bis Montag, 18. April

Der letzte Tag in Kalabrien beginnt wie der erste: mit Regen. In Corigliano Calabro ist die aus einer Einsiedelei von Franz von Paola gewachsene Klosterkirche gut gefüllt, es ist Palmsonntag und die Dekoration gilt der Settimana Santa, der heiligen Woche; der Brauch, sie mit exzessiven Feiern zu begehen, hat sich aus der Zeit der spanischen Herrschaft - 1442 bis 1707 - erhalten.

Kalabrien

   J. Schäfer         

Freitag, 1. April, bis Samstag, 9. April

Auf der Fahrt zur Fähre Richtung Festland gibt's ein letztes Ziel auf Sizilien, die Sarazenische Höhlen bei Rometta, in denen wohl Leo von Catania eine Zeit lang im Exil lebte.

Einmal rund um Sizilien

   J. Schäfer         

Donnerstag, 24. März bis Donnerstag, 31. März

Meine Rundreise, die ja schon vor zwei Jahren nach der Rückkehr aus Tunesien geplant war, beginnt mit einer Überraschung: Benzin und Diesel sind deutlich billiger geworden. Nachdem Diesel wegen des Ukraine-Krieges rund 2,25 € gekostet, hat, tanke ich heute für 1,85 €. Der italienische Staat hat gestern beschlossen, den Sprit mit 30,5 Cent pro Liter zu subventionieren, er will das bezahlen v. a. mit einer Sondersteuer auf die Extragewinne der Mineralöl-Gesellschaften. Und die sind offenbar so erschrocken, dass sie gleich noch von sich aus 10 Cent daraufgelegt haben. So geht Politik, Herr Lindner!
Mein erstes Ziel ist Mazara del Vallo, wo für Vitus (Veit) die - geschlossene - Kirche San Vito in Urbe erbaut wurde, ich aber in der Umgebung schöne Malereien entdecke.

Krieg

   J. Schäfer         

Montag, 14. März, bis Mittwoch, 23. März

Elf Tage war ich nun zur Arbeit auf dem guten Campingplatz Alessandra in Torrenova; leider ist heute der erste Tag mit angenehmen Temperaturen, bislang war's zuhause immer wärmer.

Seit nun einem Monat ist Krieg in Europa - der zweite Angriffskrieg seit 1945. Alles - für beide Seiten!, einschließlich Deutschland - Nötige und Richtige haben Reinhard Mey & Freunde schon vor eineinhalb Jahren gesungen: Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Reinhard Mey & Freunde: Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Sardinien, die Vielfältige

   J. Schäfer         

Montag, 7. März, bis Sonntag, 13. März

Die Fahrt durch die Berge - kurvenreich wäre untertrieben, sie besteht nur aus Kurven - führt mich nach Loceri zur Bacchus geweihten Kirche.
In Madas sehe ich am Bahnhof Schienenfahrzeuge der Trenini verde. Diese Schmalspurbahnen mit den grünen Züglein erschlossen mit 630 km Strecken manche Teile der Insel, heute werden sie durch Omnibusse ersetzt, einige Teilstrecken durch die Berge sind im Sommer für Touristen noch in Betrieb …

Sardinien, die Wilde

   J. Schäfer         

Sonntag, 27. Februar, bis Sonntag, 6. März

Nach dem üblichen Besuch in Aigle war die Fahrt zum Hafen in Livorno eine angenehme Tagesreise bei schönstem Frühlingswetter und die nächtliche Überfahrt mit der Fähre nach Olbia gut für erholsamen Schlaf - allerdings mit frühem Aufstehen schon um 5.30 Uhr. Sardinien empfing mich mit strahlendem Sonnenschein und Wärme.

Niederrhein und Ruhrgebiet

   J. Schäfer         

Sonntag, 20. Februar, bis Mittwoch, 23. Februar

Anlässlich eines Besuchs bei der Familie meines Sohnes und dem 1. Geburtstag meines Enkels in Köln besuche ich Ziele am Niederrhein und im Ruhrgebiet; einer der Höhepunkte: der Marien-Wallfahrtsort Kevelaer, im Bild die Kerzenkapelle.

Gegenüber von Hendrina Josepha Stenmanns Geburtshaus in Issum: Kamele!

Eindrücklich neben anderem auch die von Ludger von Münster gegründete Abteikirche St. Ludgerus in Essen-Werden; das Kloster leitete später Hildegrim, in der Kirche gibt es Reliquien von Emma von Lesum und Felicitas.

Gefahren bin ich in diesen fünf Tagen - außer der Hin- und Rückreise nach Köln - 657 km und habe 239 Fotos gemacht, davon kamen 30 ins Heiligenlexikon.

Tracks
Rupelrath und Geldern gibt's nicht
Bottrop

Logbuch Reiselogbuch 2022-1

geschrieben vom 19. bis 21. März 2022

Im Westen von Oberitalien

   J. Schäfer         

Samstag, 16. Oktober, bis Montag, 1. November

Auf dem schönen Campingplatz Smeraldo in Dormeletto am Lago Maggiore beginnt nun die Arbeitsphase mit den umfangreichen Ergebnissen aus Mailand. Nach vier Tagen drängt die Unternehmenslust zur Fahrt zu einigen Zielen rund um den See; aber weitere vier Tage Arbeit halten mich auf diesem Campingplatz fest.
Dann folgen drei Tage mit neuen Zielen, darunter Novara und Vercelli und schließlich dem etwas merkwürdigen, aber recht ordentlichen Campingplatz Grinto in Moncalieri bei Turin - einem der ganz wenigen, die noch offen sind. Von dort besuche ich am Folgetag diese Stadt und das prächtige Schloss Stupinigi.

Zum Schreiben und für die Stadt Turin bleibt keine Zeit, mit dem Ende der Sommerzeit - und zuehmender Kälte - wird es Zeit für den Heimweg. Über Pont-Saint-Martin, das nach dieser gut erhaltenen römischen Brücke aus dem späten 1. Jahrhundert benannt ist - und Aosta geht es wie immer zu meiner Tante nach Aigle und schließlich nach Hause.

Für die nächsten Monate habe ich pfarramtliche Dienste zuhause, weil unsere Pfarrerin nun auch im Ruhestand ist. Aber vielleicht - und so Gott und Corona wollen - kann ich im Februar nach Sardinien?

Tracks
Varese
Novara
Vercelli
Moncalieri
Stupinigi
Aosta
Genf
Stuttgart

Logbuch Reiselogbuch 2021-3-3

geschrieben am 12. November 2021