Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte - Seite 2

Mallorca

   J. Schäfer         

Donnerstag, 15. September, bis Donnerstag, 22. September

Von Valencia aus hatte ich mich umgesehen nach Überfahrtsmöglichkeiten nach Mallorca und festgestellt, dass sowohl Fähre als auch Flugzeug aus Spanien sehr teuer sind; viel preiswerter ist ein Pauschalreise von Stuttgart aus - und bietet die Gelegenheit, noch im September südliche Sonne zu genießen.

In Capdepera wurden zwei Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges geboren, in Sencelles stand die Wiege von Franziskana Anna von der schmerzensreichen Gottesmutter Cirer Carbonell.
In Petra, einem kleinen Städtchen im Innern der Insel, völlig unbeleckt vom Tourismus, steht das Wohnhaus von Juniperus Serra und daneben ein ihm gewidmetes Museum.
In den Bergen im Norden der Insel sthet das Kloster Lluc, wo die Muttergottes von Lluc verehrt wird; bei der Anfahrt eröffnet sich der Blick weit nach Süden.

Die Heimreise

   J. Schäfer         

Donnerstag, 29. Juni, bis Montag, 4. Juli

Jahrelang hatte ich gedacht und wie andere geschrieben, Villaret - eine Streusiedlung in den Bergen bei Villard-sur-Doron, sei die Heimat von Petrus Faber. Vor Jahren war ich dort und habe fotografiert; aber es ist nicht Villaret in Savoyen, sondern richtig ist Le Villarret in Savoyen, nämlich Le Villaret, ein Ortsteil von St-Jean-de-Sixt in Savoyen, und dort steht an der Stelle seines Elternhauses seine Kapelle. Auf dem Heimweg war nun Gelegenheit, den richtigen Ort und die Kapelle zu besuchen.

Dörfer und Berge in Aragon

   J. Schäfer         

Freitag, 24. Juni, bis Mittwoch, 28. Juni

Zum Abschied von Segovia noch der Blick auf den Aquädukt. Eine sympatische Stadt, leider mit sehr mangelhaftem Campingplatz: der Besitzer samt Frau gibt sich als vornehmer Patron, Arbeit ist nicht seine Sache.

Königsstädte: Aranjuez und Toledo

   J. Schäfer         

Samstag, 21. Mai, bis Samstag, 28. Mai

Inzwischen hatte ich herausgefunden, wo in Belmonte das ehemalige Jesuitenkolleg zu finden ist, an dem Johannes von Castillo augebildet wurde, und weil es auf dem Weg liegt, fahre ich nocheinmal dorthin. Es ist heute Stadttheater; der Eingang zeigt von rühmlicherer Vergangenheit - wenn da nur nicht immer diese Kabel in der Luft wären! Die 1558 erfolgte Gründung des Kollegs war die letzte, die Ignatius von Loyola persönlich gebilligte hatte.

An der Costa Blanca

   J. Schäfer         

Donnerstag, 14. April, bis Dienstag, 19. April

In Caravaca de la Cruz wurde der als Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges gestorbene Juan de Francisco Pío geboren. Die Stadt begrüßt mit dem Barock-Pavillon, der einen Brunnen birgt; in diesem wird seit 1384 alljährlich das allerheiligste und wahre Kreuz von Caravaca gewaschen; die Basilika der Stadt, erbaut auf dem höchsten Punkt im ehemaligen Kastell der Mauren, bewahrt nämlich einen (der vielen) echten Partikel des Kreuzes Jesu Christi, das von Kaiserin Helena gefunden worden war.

Andalusien

   J. Schäfer         

Samstag, 26. März, bis Donnerstag, 7. April

Auf dem Campingplatz in Torrox blieb ich dann ganze 14 Tage, auch weil für die zweite Woche der Wetterbericht schlecht war und es tatsächlich einige Regentage gab, aber auf dem Platz ideale Arbeitsbedingungen.
Im Vatikan-Newsletter las ich am vergangenen Donnerstag, dass die Türkei jetzt alle Kirchen in Diyarbakır verstaatlicht hat und nun keine Gottesdienst mehr stattfinden können. Vor drei Jahren war ich dort, Im Herzen des wilden Kurdistan, habe diese Kirchen besucht und die Toleranz gelobt. Jetzt sind außer den Kirchen auch 6300 weitere Grundstücke in der Altstadt nach monatelangen Kämpfen schwer zerstört, noch immer wird dort gekämpft. Und die deutsche Bundeskanzlerin? Ruft am Sonntag danach Erdoğan an, um sich für Satire um deutschen Fernsehen zu entschuldigen. Erbärmlich, werte- und skrupellos, diese Pfarrerstochter!

"Shukran", Danke Marokko!

   J. Schäfer         

Mittwoch 2. März, bis Montag, 21. März

Auf dem sympatischen Campingplatz Terre d'Ocean bei Agadir genoss ich das Wetter, die Ruhe, die gepflegten Sanitärs, die perfekte Umgebung zum Arbeiten.
Die Zahl der Überwinterer wird jetzt weiniger, viele Plätze sind schon frei, noch vor 14 Tagen gab es kaum einen Platz, erzählen einige. Wie schon zuvor beobachtet, fällt die Zurückhaltung der vielen Franzosen auf: ein bonjour, kaum mehr. Es gibt hier nun erstmals auch einige Deutsche, die empfinden genauso; eine Frau aus Tauberbischofsheim sagt, sie wolle deshalb nicht wieder nach Marokko kommen - schade. Mein ebenfalls deutscher Nachbar hat trotzig die Deutschland-Fahne gehisst - ob das hilfreich ist, wage ich sehr zu bezweifeln.
Im Juli letzten Jahres schrieb ich hier nach der entscheidenden EU-Ratssitzung in Sachen Griechenland: Merkel hat verloren, Griechenland bleibt im Euro. In der deutschen Presse wurde das damals als großer Erfolg dargestellt, die Kanzlerin habe sich durchgesetzt, die Haushaltsdisziplin gelte nun für ganz Europa. Das war Wunschdenken: Europa hat damals gelernt, dass die Deutschen unbelehrbar sind und über Leichen gehen - das kann man angesichts des Zusammenbruchs des Gesundheitswesens in Griechenland, der vielen Griechen, die sich ihre Medikamente nicht mehr kaufen können und der drastisch gestiegenen Selbstmordrate durchaus sogar wörtlich nehmen. Europa zahlt das nun Deutschland heim in der Flüchtlingsfrage. Und unserer europäischen Mitbürger haben ihre Zurückhaltung wieder aktiviert. Von Adenauer über Brandt bis Kohl: deutsche Politik hat 60 Jahre lang daran gearbeitet, dass uns die Leidgeprüften anderen es schließlich geglaubt haben: Wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein. Merkel hat das konsequent zerstört, um der neoliberalen Ideologie willen.

An Hitze und Armut gescheitert

   J. Schäfer         

Donnerstag, 25. Februar, abends

In der Auberge Sahara treffe ich eine Reisegruppe an, die ich schon auf dem Campingplatz in Tarifa gesehen hatte. Ihr Gefährt ist ein alter Pritschen-LKW, auf die Pritsche ist ein Holzaufbau gesetzt mit Fenstern und zwei - offenbar aus verschiedenen gebrauchten Holzstücken zusammengesetzten - Längsbänken, oben in Netzen wird das Gepäck verstaut - fertig ist die Ausstattung. Zum Kochen gibt es eine große Plastikschüssel, in der die Blechteller verstaut sind, und eine andere mit großen Töpfen, zum Übernachten zwei-Mann-Iglus. Der Reiseleiter ist ein wortkarger und - als ob er dem Vorurteil gerecht werden will - kauziger Engländer meines Alters, die Reisegruppe noch 13 - eine ist schon abgesprungen - junge Leute unterschiedlichster Nationalität - auch ein Deutscher. Es gibt im Web ein Foto von ihnen aus Tarifa und eine Website des Projekts, auf der ist aber der frühere, offenbar wesentlich bessere Truck zu sehen.

Durch die Wüste

   J. Schäfer         

Sonntag, 21. Februar und Montag, 22. Februar

Hinter Guelmim gibt es dann kaum noch Vegetation, nur ein kleines Dorf im Nirgendwo und schier endlose Kilometer mit dem Auto vor mir - die Wüste beginnt.