Eine Herausforderung war das Wetter am vorvergangenen Mittwoch und Donnerstag: dunkle Wolken, teils heftiger Regen - er
hat mit immerhin die Salzschicht von meiner Kiste gewaschen, die ich mir auf den deutschen und schweizerischen Autobahnen
eingefangen hatte, eine Waschgelegeneheit habe ich seither nicht gefunden - und dazu ein Orkan mit laut Wetterbericht
125 km/h Windgeschwindigkeit - da wackelt die Kiste, die Bäume biegen sich und das Meer rauscht.
Paleochora ist nicht nur die wärmste Gegend
Kretas - wobei es dann am Abend auch nur
noch 8° hatte und meine Standheizung viel Arbeit bekam -, sondern die Südwestecke der Insel ist auch die sturmreichste.
Dass Paulus hier in der Gegend bei seiner Fahrt
nach Rom hier
ganz in der Nähe wegen eines Sturms
strandete, wird leichjt nachvollziehbar.
Der Campingplatzbesitzer - genauer: der englische Lebensgefährte der griechischen Besitzerin - erzählt, soviel Regen
wie in letzter Zeit habe es hier noch nie gegeben - schon seit Oktober immer wieder, das sei ganz außergewöhnlich,
seitdem waren 600 l/m², fast das Doppelte der normalen Jahresmenge. Und allein am Donnerstag gab es laut Wetterbericht
zusätzlich 80 l/m², ⅔ der normalen Monatsmenge für Februar.
Das deutschsprachige Radio Kreta meldete am Freitag auf seiner Webseite: Eisige Winde, sintflutartiger
Regen, Hagel und Schnee. Viele Straßen sind überflutet. Wind aus Nord mit 10 Beaufort. Kein Schiff wird kommen.
Erdrutsche überall. Temperaturen an den Küsten um 6°. In den Bergen Minus und viel Schnee. Die meisten Schulen bleiben
heute und morgen geschlossen. 30% aller Straßen in der Gemeinde
Platanias sind zerstört. Der Sturm hielt - etwas schwächer - noch an bis vorvergangenen Samstag; ab Sonntag kam dann wieder die Sonne und die
Temperaturen stiegen etwas, starke kühlende Windböen gab es aber weiterhin. Ich bin froh an meiner Standheizung!
Wie immer begann die Reise mit dem Besuch bei meiner Tante in
Aigle in der Schweiz; die Hinfahrt bei gutem
Wetter durch viel Schnee - hier am Lac de la
Gruyère - war sehr entspannt.
Nach einem Jahr ohne Reise – nur kurze Ausflüge in die Gegend um Köln, ins württembergische Oberland und nach Franken – geht es im Februar endlich wieder los, diesmal nach Griechenland.
Der große Umbau im Haus meiner Oma nahm seit Oktober 2017 Gedanken und Arbeitskraft in Beschlag. Aber Ende Januar 2019 werden wir fertig sein und das Haus von Grund auf erneuert haben, Griechenland ruft und ab Mitte Februar gibt es hier wieder Einträge. Ich fahre zuerst nach Kreta und von dort aus geht es dann langsam immer weiter nach Norden, durch Griechenland und auf den Balkan.
Den Samstag nutze ich wieder, um Ziele mit dem Auto zu erreichen. Auch im dritten Anlauf finde ich die
Katakomben des Processus und Martinianus nicht -
aber ich nähere mich. Schnell gefunden ist die Kirche S.
Balbina, Balbina geweiht und angeblich vom römischen
Bischof Marcus I. gebaut.
Am Mittwoch will ich endlich in den Norden der Stadt, denn dort habe ich im Internet den römischen Händler meiner
Dachträger-Firma gefunden - vielleicht hat ja der das Ersatzteil, nachdem es im
Viertel für Autoteile-Handel in Trastevere nicht
geklappt hat und dann werde ich mit dem Auto liegen Gebliebenes aufarbeiten. Unterwegs geht es wieder einmal vorbei an der
Engelsburg und im dichten Morgen-Verkehr
mühsam voran. Am Standort des Händlers angekommen stellt sich heraus, dass es die Firma nicht mehr gibt. So bleibt mir nur die
provisorische Reparatur und eine letzte Hoffnung auf die Firma selbst, die nahe
Mailand ist.
Schnell finde ich dann aber die Katakomben des
Hippolyt, in denen Hippolyt von Rom
bestattet war.
Da man im Auto mehr steht als fährt, kann man auch fotografieren: hier das Kloster an
S. Agnese fuori le mura - deulich wird, warum es
ein complesso monumentale ist. Und um die Ecke ist mein Parkplatz direkt vor dem Ziel, der
Große Katakombe, in der
Emerentiana sowie
Papias und Maurus bestattet waren.
Den verkehrsarmen Sonntag benutze ich zum Erreichen von Zielen an der Peripherie mit dem Auto. Nach 1 km stehe ich
im Stau: es ist Volkslauf, Straße gesperrt, Verkehrschaos. Toll! Dennoch erreiche ich schließlich den Neubau des
Päpstlichen Spanischen Kollegs San José, das
einst Emmanuel Domingo y Sol gegründet
hatte.
Nach zwei Tagen Planen geht es am Donnerstag in die Stadt. Vom
Campingplatz fährt ein Bus in die Nähe des Vatikan
- 30 Minuten für 3 km im Verkehrsgewühle. Der erste Eindruck ist die riesige Schlange Wartender vor den
Vatikanischen Museen, der zweite die außen von
italienischem Militär und innen von der Schweizer Garde gut bewachte
Zufahrt zum Vatikan.
Erstes Ziel heute ist Lokroi Epizephyrioi, die Ruinen
der antiken Stadt nahe Locri, wo Modestinus
und seine Gefährten im Gefängnis saßen. Um 600 v. Chr. entstand hier das erste griechische Gesetzbuch.
Es war einfach zu kalt in den vergangenen Tagen! Wer's nicht glaubt: hier ist der Beweis, - 60°, das gibts nicht einmal in
Finnland; dort habe ich 2006 im Norden die Tafel gesehen, die stolz
auf 51,5º verweist; Kinderkram gegenüber Süditalien. Und an der Seriosität von Banken wird ja wohl keiner zweifeln …