Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Im Westen, Spaniens Armenhaus

   J. Schäfer          

Dienstag, 7. Juni, bis Dienstag, 14. Juni

In Almendral de la Cañada steht die Kirche an der Stelle des Geburtshauses von Anna vom heiligen Bartholomäus.


Ein Azulejo erinnert an den als - noch nicht seliggesprochener - Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges gestorbenen Gemeindepfarrer.

An mehreren Kirchen wird hier in der Gegend auf offensichtlich ziemlich neuen Denkmalen an José Antonio Primo de Rivera und seine Gefährten erinnert. Er war 1933 bis 1936 Parteiführer der Partei der Franco-Faschisten, unterstützte im Juli 1936 die Militärrevolte gegen die Zweite Spanische Republik und wurde deshalb zum Tode verurteilt und hingerichtet. Manche sagen, die konservative Partido Popular Spaniens sei in Wahrheit die Fortsetzung des Franco-Regimes mit demokratischer Tünche; und wie Franco wird sie von der Kirche massiv unterstützt …

Ich bin in der ländlichen Bergwelt der Sierra de Gredos mit Gipfeln bis zu fast 2300 m, auf denen noch Schneereste liegen. Hier unten ist es jetzt aber richtig heiß geworden.

Nahe Arenas de San Pedro liegt im Wald das Kloster, das Petrus von Alcántara reformierte und in dem er starb. Den Hochaltar der Klosterkirche ziert Franziskus von Assisi; das Kloster wird heute von Franziskanern verwaltet.

An dem kleinen und ganz im Sinne von Petrus bescheidenen Kloster ließ König Karl III. im 18. Jahrhundert die protzige Grabkapelle für Petrus errichten.

Im Städtchen selbst gibt es eine alte Burg - ich bin ja schließlich in Kastilien - …

… und natürlich eine Kirche - ein Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges starb hier. Auch vor dieser Kirche steht ein Gedenkstein für José Antonio Primo de Rivera und Gefährten.

Diese Kapelle gehörte zum früheren Augustinerinnenkloster.

Schon von weither sichtbar ist die Burg in Oropesa, woher Alfons von Orozco stammte.

Neben der Kirche des kleinen Städtchens mit großer Vergangenheit - der Priester starb hier als Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges -: dieser alte Brunnen - und wieder ein recht neues Denkmal für José Antonio Primo de Rivera …

Aber auch in diesem Städtchen: schöne Häuser …

… und das auffällige Rathaus.

Im Dorf Herreruela de Oropesa ist Ildefons von Toledo Patron, der Priester starb als Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges. Im Dorf Torralba de Oropesa gibt es diesen Turm mit Storch; Störche gibt es in dieser Gegend zuhauf. Johannes von Gott diente hier in seiner Jugend als Schweinehirte.

Riesig, aber in mäßigem Zustand und mit erstaunlichem Stilmix präsentiert sich die Dorfkirche.

Und auch hier, als Azulejo gestaltet: das Andenken an den faschistischen Parteiführer und seine Gefährten, Märtyrer und Helden, gefallen für Gott und das Vaterland in unserem Kreuzzug.

Am Nachmittag geht die Fahrt nach Süden durch die Berge der Sierra de Altamira nach Guadalupe zur Jungfrau Maria von Guadalupe.

Es ist ein weites, weitgehend unbewohntes Gebiet mit Olivenbäumen und Korkeichen.

Am Südrand der Berge liegt es dann unten im Tal: das riesige, natürlich königliche, Kloster Santa María de Guadalupe. Der Schäfer Gil Cordero fand hier 1326 eine Marienstatue, die 714 vor den maurischen Invasoren hier versteckt worden war; am Fundort wurde daraufhin eine Kapelle errichtet aus der dann das Kloster wuchs, das eines der bedeutendsten in Spanien wurde.

Der Komplex lässt sich nur in Teilen fotografieren.

In der Kirche ist die Marienstatue dummerweise derzeit auf Reisen, aber im Souvenirshop ist sie zu kaufen, schlappe 16 € das Stück, aus Plastik, wohl made in China.

Und obwohl es ein ganz normaler Wochentag ist, kommen ganze Pilgergruppen.

Nach der Nacht nahe Guadalupe bin ich früh aufgewacht vom lauten Vogelgezwitscher. An das Geräusch der Autos und LKWs, das rattern der Züge, die startenden Flugzeuge und die ständigen Polizeisirenen - die nervigen, US-amerikanischen - wie in Madrid gewöhnt sich der Städter, aber die Vogelstimmen … Und außerdem war es hier in den Bergen kalt: nur 22° um 7 Uhr! Ich habe dann bei der Weiterfahrt ein bisschen geheizt, man gönnt sich ja sonst nichts - und keine zwei Stunden später wieder die Klimaanlage angeschaltet.
In Robledillo de la Vera kam Mathilde vom Heiligen Herzen Jesu Téllez Robles zur Welt; in dem kleinen Bauerndorf ist Markt.

In Plasencia, wo eine Märtyrerin des Spanischen Bürgerkrieges geboren wurde, erhebt sich die große Kathedrale mächtig auf dem Hügel über dem Fluss.

Auch nicht übel: das Kulturzentrum der Stadt …

… und der Innenhof des Bischofspalastes.

Vor dem Seiteneingang der Kathedrale der übliche Bettler …

… und auf den Stufen des Hauptportals Schatten Suchende.

Im Dorf Navalmoral de Béjar bei Béjar eröffnete Mathilde vom Heiligen Herzen Jesu Téllez Robles ihr erstes Haus, aus dem später ihr Orden wuchs.

Es geht weiter in die Berge, zum Kloster Las Batuecas nahe La Alberca, in dem Maria von den Wundern Jesu zeitweise Unterkunft fand. Die schmale, kurvenreiche Straße führt über den wilden Bergbach mit alter Brücke.

An der Pforte des Klosters der Unbeschuhten Karmelitinnen: dieser Sinnspruch von Johannes vom Kreuz

… und noch einer.

Das Kloster, aufgebaut mit Einzelzellen im Stil der Kartäuser, ist unzugänglich: 400 m vorher verschließt dieses Tor den Zugang.

Von der anschließenden Passstraße auf den El Portillo aus kann man doch einen Blick auf das Kloster erhaschen. Der Pass liegt zwar nur 1240 m hoch, die kehrenreiche Straße würde dennoch jedem Alpenpass Ehre machen.

Breit ist die Straße auf den 1727 hohen Berg, unter dessen steilem Abfall sich im Norden die weite Ebene Kastiliens ausbreitet, auf dem das Kloster Nuestra Señora de la Peña de Francia steht und wo Unsere Liebe Frau von la Peña de Francia verehrt wird.

die Kirche, in der das Gnadenbild im Hochaltar steht

Aus Villanueva del Conde stammte ein Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges. Der Ort fällt auf durch seine auf Stelzen stehenden Häuser - so spenden sie Schatten in der Sonnenglut.

Auch in Los Santos war die Wiege eines Märtyrers des Spanischen Bürgerkrieges. Hier hat die Gemeinde versucht, etwas für den Tourismus zu tun, denn in diese im Sommer heiße Gegend ohne besondere Anziehungspunkte kommt selten jemand. Also hat man riesige Skulpturen aus Granitstein in die Landschaft gestellt und dazu einen Pavillon, der in dürren Worten erklärt, dass und wie die Menschen seit langem Steine gebrauchen. Wie viele deshalb wohl kommen?

Man kann sie nachts sogar beleuchten …

Auch Salvatierra de Tormes, wo ebenfalls ein Märtyrer geboren wurde, ist auffällig: durch die vielen zerfallenden Steinhäuser. Als um 1960 der Fluss Tormes zum Stausee Santa Teresa (!) aufgestaut wurde, ergaben die Berechnungen, dass der Ort überflutet werde, die Häuser wurden enteignet. Die Berechnungen waren falsch, aber mehr als 90% der Einwohner waren weggezogen - die Häuser wurden bis heute nicht zurückgegeben; Francos Bürokratie macht keine Fehler!

Auch die ehemalige Burg wurde Opfer des Rechenfehlers.

Nach heißem Tag und langer Fahrt auf oft schmalen Straßen erreiche ich den Campingplatz Don Quichote nahe Salamanca - voll mit Holländern, weil im holländischen ACSi-Campingplatzführer empfohlen; das ist der beste, den es gibt, von Camping verstehen die Holländer eben etwas.

In Alba de Tormes fällt zunächst die Johanneskirche ins Auge, eine um 1300 erbaute, schön renovierte und heute als Museum genutzte Kirche im Mudejarstil.

Wirklich einen Besuch wert ist das Museum Santa Teresa. Der naive Joseph von Nazaret mit dem Jesuskind besticht durch seine Einfachheit, wie mitten aus dem Volk genommen, entstanden im 18. Jahrhundert.


Maria von Krakau, 17. Jahrhundert

Die Kirche des von Theresa von Ávila gegründeten Klosters in Alba de Tormes ist auch die Grablege der Heiligen, ihr Sarg steht oben im Hochaltar.

der Eingang zur Kirche und links das Kloster

Neben Theresas Kloster haben auch die männlichen Unbeschuhten Karmeliter ein Kloster gegründet, dessen - natürlich - Johannes vom Kreuz geweihte und 1692 bis 1695 gebaute Kirche innen aber wenig zu bieten hat.

Vom Kastell der Theresa unterstützenden Fürsten von Alba steht nur noch der riesige Turm; ab 1430 erbaut, wurde die Burg im Unabhängigkeitskrieg durch Napoleon zerstört; der Turm wurde um 1950 restauriert.
Nach einem Abstecher in San Cristóbal de la Cuesta, wo ein Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges geboren wurde, genieße ich wieder den Campingplatz - ruhig ist es hier aber nicht, denn übers Wochenende campen jetzt auch die Spanier, und das hört man!

Cándida María de Jesús gründete in Salamanca die Gemeinschaft der Hijas de Jesus, die das Kolleg Sagrado Corazón betreibt. Maria Antonia Bandrés y Elósegui trat der Schwesternschaft bei.

Die Kathedrale von Salamanca hat gewaltige Ausmaße, sie ist weit ins Land sichtbar. Johannes a S. Facundo ist Patron der Stadt.

Ein riesiger Komplex ist auch das Karmeliterkloster, in dem Johannes vom Kreuz studierte.

Und wieder einmal mächtig prächtig: die Fassade der Dominikanerkirche. Die Märtyrer Miguel Menéndez García und Gefährten waren hier Ordensleute.

Allein der Kapitelsaal würde mancher Kirche Ehre machen …

… und nicht weniger die Sakristei.


Das Chorgestühl ist hier eigenartigerweise hinten in der Kirche auf der Empore, bietet Platz für 118 Ordensleute und wird überragt vom Bild des Triumphes der Kirche mit Hilfe des Dominikanerordens.

der Kreuzgang von oben

Gegenüber dem Männerkloster ist das Kloster der Dominikanerinnen.

Die riesige Kathedrale, ab 1513 gebaut - daneben steht noch die alte Kathedrale - lässt sich wieder nur in Teilen fotografieren.

der Bischofspalast

Schmucklos zeigt sich außen die alte Kathedrale aus dem 12./13. Jahrhundert, heute ein Nebenbau der neuen und von dort aus zu betreten.

der Chorraum der neuen Kathedrale …

… und der Blick auf die hohen Säulen vom Eingang aus.

Das Jesuitenkolleg. An der Universität, der ältesten Spaniens, 1218 gegründet von Ferdinand III. von León, studierten u. a. Alfons von Orozco, Ignatius von Loyola, Johannes a S. Facundo, Johannes de Ribera, Johannes von Ávila, Johannes von Palafox y Mendoza, Petrus von Alcántara und Turibius Alfons de Mongrovejo.

… und die Fassade der Jesuitenkirche.

Gegenüber ist die Stadtbücherei in einem alten Anwesen untergebracht.

Die Kirche der unbefleckten Empfängnis, gebaut 1636 bis 1686, davor das Kloster der Augustinerinnen.

Reliquienschrein in der Kirche - von wem, ist mir nicht bekannt.

Der Monterrey-Palast aus dem 16. Jahrhundert ist bis heute in Privatbesitz der Grafen von Alba.

Natürlich gibt es am Sonntag auch einen Markt in der Stadt.

Am Trinitarierkloster lebten und lernten Johannes Baptist von der Empfängnis García Jijón, Michael de Sanctis und Simón de Rojas.

Auf der Plaza Mayor genießen die Leute den Sonntag.

Unweit ist das erste Haus der von Cándida María de Jesús gegründeten Hijas de Jesus, damals Kolleg María Immaculada.

Die Kirche San Julián und Santa Basilisa stammt im Grundbestand von 1107.

Das Kolleg der von Bonifacia Rodríguez Castro in Salamanca gegründeten Kongregation Dienerinnen des heiligen Josef. Die Heilige ist hier bestattet.

Am Ende meines Rundgangs bin ich wieder am Kloster der Dominikanerinnen mit seinem schönen Tor …

Johannes González von Sahagún ist diese Kirche am Rande der Altstadt geweiht. Hier erlebe ich die schnellste Messe meines Lebens - vom Hochgebet über die Kommunion in der vollen Kirche bis zum Schlusssegen ganze 7 Minuten!! (Der Fotoapparat weiß alles.) Der Priester hat wohl schon einige Gottesdienste hinter sich und will Feierabend - oder muss noch weiter. Auch in Spanien ist der Priestermangel eine Katastrophe und die wenigen, die es gibt, sind fast immer älter als ich. Was daraus in Zukunft werden soll?

Nach Ende der Messe kann, wer will, ein Johannes-Reliquiar küssen, weil der derzeit - anlässlich seine 537. Todestages - eine Woche lang gefeiert wird.

In der Kirche liegen seine Reliquien.

Die Tracks:
Guadalupe
Salamanca
Alba de Tormes

geschrieben am 9., 10., 12. und 13. Juni 2016



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