Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Kategorie: Südspanien / Portugal 2015 - Seite 3

Inselhopping

   J. Schäfer         

Dienstag, 14. Mai bis Donnerstag, 16. Mai

Nach zwei Tagen Arbeit, noch auf dem Campingplatz in Kato Alissos, geht es am Donnerstag nach Kyllini, von dort dampft die Fähre zur Insel Zakynthos. Gleich beim Ankommen in der gleichnamigen Inselhauptstadt fällt die dirkekt am Hafen stehende Dionysioskirche - geweiht dem hier geborenen Dionysios von Zakynthos - ins Auge, an der es auch ein großes Kloster gibt.

Schon das Kloster schindet Eindruck.

Ägina - protzig, aber schön

   J. Schäfer         

Donnerstag, 23. Mai bis Samstag, 25. Mai

Zwei weitere Tage arbeite ich auf dem Campingplatz Verdelis - in der Abendsonne fällt der Blick auf die Halbinsel Methana (Mitte), von deren Hafen ich auf die Insel Ägina (links) fahren werde.
Dieser Campingplatz ist sehr einfach ausgestattet - dafür Heimat vieler Ameisen und Schnaken, die mich gerne haben -, aber auch sehr familiär durch einen äußerst redseligen 79-jährigen (!!) ehemaligen Metzger aus Heinsberg und seine Frau, der seit 14 Jahren hier das Frühjahr verbringt.

Athen

   J. Schäfer         

Mittwoch, 29. Mai

Der Weg in die Stadt geht wie in einer Großstadt üblich mit Omnibus und dann U-Bahn, beide sind ganz ok. Ich lande zuerst an der Athener Trilogie aus Nationalbibliothek, Universität und hier der ab 1856 errichteten Akademie. Die drei von deutschen und österreichischen Architekten zur Zeit der Regentschaft von König Otto - weitgehend aus Spenden finanzierten - Gebäude sollten die antiken Vorbilder nachahmen, nachdem Athen 1834 die Hauptstadt geworden war und aus dem Dorf von 4000 Einwohnern eine Stadt werden sollte.

Im Südosten des Festlandes

   J. Schäfer         

Mittwoch, 5. Juni bis Sonntag, 9. Juni

Weitere vier Tage verbringe ich arbeitend auf dem Campingplatz bei Eretria, vor allem, um zentral- und mittelgriechische Heilige zu recherchieren. Von Jahresende 2018 bis heute habe ich nun 206 Biografien von - meist orthodoxen - Heiligen neu verfasst. Es ist sehr heiß - darunter leidet der Arbeitseifer, viel Schweiß fließt schon beim Nichtstun. An den Wocheneden ist der Platz gut gefüllt mit Griechen; als ich am Samstag im Vorbeigehen wie üblich welche grüße, die beim Mittagessen sitzen , bekomme ich fünf Minuten später auf dem Rückweg einen großen Teller Spaghetti Bolognese in die Hand gedrückt; ich sei doch der, der da allein ist. Das erinnert an das Video Unglaubliche Gastfreundschaft - eigentlich ein Werbefilm für Kreta, dennoch nicht wirklich übertrieben, sondern treffend.
In den Nachrichten wird berichtet über Proteste in Hasankeyf, die Höhlenstadt im Tal des Tigris in der Türkei. Deren Besiedelung ist schon für das 9. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen, eine große Brücke aus dem 12. Jahrhundert teilweise erhalten. Dass Adam und Eva hier lebten, ist nicht überliefert - aber irgendwo in der Nähe war es
Das alles ist nun vorbei, man hat einen Staudamm gebaut, der ist fertig wird nun geflutet, sein Wasser bedeckt dann alles. Ich hab es glücklicherweise 2013 noch gesehen.

In Meteora und auf Paulus' Spuren

   J. Schäfer         

Mittwoch, 19. Juni, bis Freitag, 21. Juni

Nach zwei weiteren Tagen auf dem Campingplatz Hellas - die Recherchen für Thessaloniki sind aufwändig - geht es endlich weiter, zuerst durch eine weite Ebene - der Liebe Gott hatte die Lust am Falten verloren - in die Berge nach Anatoli zu dem Kloster, das Damian der Jüngere gegründet hat und in dem David von Euböa zum Diakon geweiht wurde. Auf den 17 km von der Hauptstraße bis zum Kloster auf fast 1100 m Höhe begegnet mir auf der gut ausgebauten Straße kein einziges Auto - auf der Rückfahrt auch keines.

Griechenlands Norden

   J. Schäfer         

Donnerstag, 27. Juni, bis Freitag, 28. Juni

Noch einen Tag planen auf dem Campingplatz Akti Retzika bei Epanomi, dann geht es endlich weiter, zuerst zum Johannes-Kloster in Souroti, wo Paisios vom Athos gepflegt wurde, starb und begraben ist. Das bleibt aber leider freitags geschlossen; deshalb geht es einen Berg hinauf zum nächsten Kloster bei Vasilika, das Anastasia geweiht ist und von Theophano Martiniake gestiftet wurde. Es präsentiert sich von außen höchst farbenfroh …

Im Nordwesten Griechenlands

   J. Schäfer         

Dienstag, 2. Juli, bis Sonntag, 7. Juli

Fünf Tage arbeite ich auf dem wirklich empfehlenswerten Camping in Kalamitsi - italienische Besitzer, die können es! Johanni ist vorüber, die Tage werden wieder kürzer - Hubert von Goisern kommt mir in den Sinn: Jetzt san dia Dag scho kürzer wor'n und Blatteln falln au von de Baam … singt er mit den Alpinkatzen in Weit weit weg, das manche als das schönste Liebeslied bezeichnen. Tatsächlich fallen hier ob der Hitze auch die Blättern massenhaft von den Bäumen. Meine Cds/DVDs hatte ich leider alle vergessen mitzunehmen, aber abends gibts manchmal Musik von YouTube - die griechische Alltagsmusik im Radio ist nicht so mein Fall - nicht alle Griechen sind Mikis Theodorakis.

In die Champagne

   J. Schäfer         

Samstag, 28. März bis Dienstag, 7. April

Da ich erst spät zuhause losgekommen bin und dann in einige Staus, kam ich am Samstag nur bis zur Raststätte Keskastel bei Metz. Enttäuschend auch: die Hoffnung, dass in Frankreich die Dieselpreise deutlich niederiger seien, hat sich nicht erfüllt. Mein erstes Ziel dann am Sonntag: Diese Kirche in Biding bei Forbach, wo es eine Marienerscheinung gab.

Von der Seine in die Hauts-de-France

   J. Schäfer         

Sonntag, 19. April bis Samstag, 25. April

Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung. In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von Franziska Salesia Aviat.

Über Compiègne ins Herz von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 26. April, bis Samstag, 2. Mai

Am Sonntag fahre ich nach Compiègne, zuerst zu diesem Rest der ehemaligen Burg, dem Turm Jeanne d'Arc, nach ihr benannt, weil Johanna von Orléans in dieser Stadt gefangen genommen wurde. Bischof Kunibert von Köln hatte in der Burg einst beim Beschluss zur Reichsteilung von Austrasien und Neustrien mitgewirkt und Bischof Brun von Köln als Friedensstifter. Jakob I. von Toul hatte dort an einer Synode teilgenommen. Dann gehe ich zur großen Bibliothek Saint-Corneille, der einstigen Kirche des damaligen Klosters Saint-Corneille mit Reliquien von Cornelius.

Im Norden und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 3. Mai, bis Mittwoch, 6. Mai

Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.

Versteckt hinter Wohnblöcken in einem kleinen Park liegt die Hügelkirche, die Friedrich von Bodelschwingh senior bauen ließ, als er Mitte des 19. Jahrhunderts die armen deutschen Fremdarbeiter, darunter viele Lumpensammlern, in den Vororten von Paris betreute. Heute ist sie die Sergius von Radonezh geweiht und Russisch-Orthodoxe Kirche.

Nach dieser Kirche Saint-Bernard-de-la-Chapelle, an der Jean Mestre, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, aktiv war, und dem ehemaligen Konservatorium für Musik – seit 1946 das Conservatoire national supérieur d’art dramatique - an dem Albert Schweitzer studierte, will ich in den Stadtteil Montmartre - aber der ist sonntags für Autos gesperrt.

Also geht es gleich zu dieser Kirche Saint-Augustin, in der Charles de Foucauld seinen Glauben fand und wo eine Ausstellung an ihn erinnert.

Auch beachtlich: die Russisch-Orthodoxe Alexander-Nevsky-Kathedrale, in der Mutter Maria Skobtsova heiliggesprochen wurde; leider ist sie geschlossen. Unzugänglich war auch die Kirche und der ganze Konvent de l'Annonciation der Dominikaner; er ist versteckt hinter einem Wohnblock und nur durch eine Buchhandlung zu erreichen, die sonntags zu ist; dort gibt es eine Reliquie von Thomas von Aquin.

In der Kirche St-Sacrement wird der - unverweste - Leichnam von Petrus Julianus Eymard bewahrt. Die sehe ich nicht, denn die kleine Kirche ist geschlossen, aber dann sehe ich beim Weiterfahren diesen.

Im damals noch selbständigen Auteuil - heute ein Stadtteil im 16. Arrondissement von Paris - gründete Maria Eugenia von Jesus Milleret die Kongregation der Assumptionistinnen mit diesem Mutterhaus samt Bild der Gründerin.

Und im selben Stadtteil führte Daniel Brottier die Stiftung für verwaiste Lehrlinge von Auteil zu großer Blüte; in dieser Kapelle der Stiftung ist er begraben und sein Wirken dargestelt. Den Tagesabschluss bildet das Ordenshaus der von Maria von Jesus d'Oultremont gegründeten Sœurs de Marie-Réparatrice.

Am Montag nehme ich noch einmal die Kiste. Die Sanitärs auf dem Campingplatz in Triel-sur-Seine sind zwar sehr sauber, der Waschmaschine aber traue ich nicht. In Frankreich gibt es auf den Parkplätzen der Supermärkte (fast) immer auch öffentliche Waschmaschinen, und die sind in Ordnung. Aber in und um Paris gibt es diese riesigen Supermärkte nicht, es fehlt der (Park-)Platz. Ich finde den einzigen in der Nähe und verbringe dort dann fast zwei Stunden mit der Kleiderpflege. Und nun geht es doch wieder mit der Kiste in die Stadt - in südliche Gefilde. Mein Navi führt mich (wieder) über die Chanps Élisées - und damit in massiven Verkehrsstau - auch noch gegen Mittag wollen víele in die Metropole. Schließlich komme ich doch zum Altbau des Hospitals La Pitié - heute ein riesiger Komplex der Krankenversorgung. Dort betreute Franz Stock nach der Befreiung Frankreichs 1944/1945 verwundete, nicht transportfähige deutsche Soldaten. Nicht unbedingt als Kirche zu erkennen ist diese Kirche Sainte-Rosalie mit den Reliquien von Rosalia Rendu.

Maria Magdalena d’Houët gründete die Fidèles Compagnes de Jésus, die treuen Gefährtinnen Jesu, zur Erziehung und Unterrichtung von Mädchen. Die Niederlassung in Paris ist heute die katholische Privatschule Notre Dame de France. Gegenüber ist dieses Gefängnis mit einer Erinnerungstafel an die darin von den deutschen Besatzern Ermordeten.

In der Gemeinde an dieser Kirche Saint-Dominique hat Magdalenae Delbrêl sich engagiert, in der Kirche ruhen die Gebeine von Maria Magdalena d’Houët.

Nach den Katakomben, in denen rund sechs Millionen Gebeine aus den in der Zeit der Französischen Revolution geschlossenen Friedhöfen der Stadt liegen, darunter jene von Landericus von Paris, komme ich zur Villa Chateaubriand, in der Petrus Julianus Eymard die Kongregation vom Allerheiligsten Sakrament, die Eucharistiner gründete, und dann zum Friedhof Montparnasse, wo ich nahe des Eingangs dieses gemeinsame Grab von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir entdecke.

Das Grab von Rosalia Rendu muss ich lange suchen, dabei sehe ich auch dieses humorvolle Grabgebilde. Dann breche ich ab, denn der seitherige Niedelregen entwickelt sich zum Dauernass.
Die folgenden zwei Tage bleibt es sehr regnerisch und kühl, ich verweile deshalb arbeitend auf dem Campingplatz in Triel-sur-Seine.

geschrieben am 5. und 6. Mai 2026