Sonntag, 20. September, bis Sonntag, 27. September
Den Sonntag beginne ich mit der Fahrt ins Bergdorf Ornacieux bei Vienne, wo
Beatrix von Ornacieux geboren wurde. In
dieser außerordentlich gepflegten Pfarrkirche wird
sie gewürdigt, zudem entdecke ich dort Reliquien von
Aunemund von Lyon.
Schon auf der Zufahrt zur einsam auf 750 Metern Höhe gelegenen
Kapelle Parménie der ehemaligen Kartause nahe
Beaucroissant bei Grenoble, in die Beatrix von
Ornacieux eintrat, fallen mir die vielen geparkten Autos auf. Angekomen, sehe ich die Menschenmenge und erfahre, dass
hier heute ein Wallfahrtsgottesdienst stattfindet. Auch viele junge Familien sind hier
- wieder ein Zeichen, dass die katholische Kirche in Frankreich deutlich im Aufwind ist. Papst Leo XIV. reist - wohl auch
deshalb - Ende dieser Woche für vier Tage nach Frankreich.
In der Kapelle Parménie; diese Pietà. Auch
Johannes-Baptist de La Salle war einst
hier, wie ich entdecke. Heute ist dort eine Tagungseinrichtung der
Brüder der christlichen Schulen
.
Mühsam, lang und steil auf einspuriger - erst 1958 gebuter - Straße ist die Auffahrt zu diesem 950 Meter hoch gelegenen
Kloster Notre-Dame de Chalais oberhalb von Voreppe
bei Grenoble, dessen Gründung Hugo von Grenoble
unterstützte. Es ist noch heute bewohnt von Dominikanerinnen. Heute ist es
noch hier oben richtig heiß - aber das Leben der Nonnen im Winter möchte ich mir gar nicht vorstellen!
Ziemlich hoch über der Stadt Grenoble: das ehemalige
Kloster Sainte-Marie-d'en-Haut - heute ein Museum.
Philippina Duchesne wollte darin ein
Kinderheim eröffnen.
In dieser Kirche Saint-André in Grenoble gibt es eine
Reliquie von
Philippina Duchesne.
Beim Weitergehen: die Stadt lebt, die Menschen genießen den Sonntagnachmittag und das herrliche Sommerwetter.
Ich sehe dann noch das ehemalige Kloster Sainte-Cecile,
das Louise-Blanche-Therese Perucard
de Ballon gegründet hatte - heute ein privates Museum - und dann diesen
Brunnen des Trois Ordres
, der drei
Ordnungen
, 1897 von Félix Faure eingeweiht. Er erinnert an die vorrevolutionären Ereignisse von 1788, die den Weg für
die Französische Revolution ebneten: die Staatsorganisation mit drei Ordnungen (Ständen) stand kurz vor dem Zusammenbruch
aufgrund des drohenden Staatsbankrotts, König Ludwig XVI. kündigte die Einberufung der Stände an, bei denen die drei
Ordnungen das erste Mal seit 175 Jahren wieder zusammenkommen sollten - ein erster Schritt weg von der absolutistischen
Monarchie, der aber die Revolution von 1789 nicht mehr verhinderte.
An dieser Kirche in Monteynard bei Grenoble war
Petrus Julian Eymard Vikar.
Nun geht es ein gutes Stück in den Süden, nach Saint-Étienne-le-Laus bei Gap; in den Bergen ist dieses
Sanktuarium an der Stelle von
Marienerscheinungen glücklicherweise noch
geöffnet. Karl Eugen von Mazenod
übernahm zeitweise dessen Leitung.
Eine sehr ruhige Nacht bietet der große Parkplatz
am Sanktuarium - einsam und ohne Verkehr, allerdings mit verschlossener Toilette.
Kurzfristig habe ich mich entschlossen, einige unwichtige Ziele in den Bergen auszulassen, deshalb steuere ich am Montag Cruas
bei Montélimar an. Das Navi empfiehlt mir den Weg über die Autobahn, der geht erst weit nach Süden bis nach
Aix-en-Provence und dann wieder in den Norden - 320
km! Ich prüfe und überlege und entscheide mich dann für diesen Weg und gegen die kürzere, aber mühsame Durchquerung des
Luberon-Massivs; er ist wohl genau schnell, aber bequemer. In Cruas sehe ich dann diese frühere
Klosterkirche von 804, in der bis zu ihrer
Zerstörung die Gebeine von
Torquatus von
Saint-Paul-Trois-Châteaux lagen.
In Alba-la-Romaine im Département Ardèche gibt es diese
Ausgrabungen der einstigen Stadt Alba Helviorum, die
bei Aulus von Viviers eine Rolle spielt.
Diese Schule Saint-Régis in Alba-la-Romaine war
früher die Niederlassung der Sœurs de Saint-Régis
, der Schwestern vom heiligen
(Johannes Franz) Régis
, in die
Theresia Couderc eintrat.
In Aubenas sehe ich das ehemalige Knabenseminar, das
Louis Doumain, ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier
besuchte und dann, nach der Fahrt auf der aus dem Fels geschlagenen schmalen Straße oberhalb des Flusses La Fontolière, das
einsam gelegene ehemalige Kloster Mazan mit dieser Ruine seiner
Kirche im heutigen Dorf Mazan l'Abbaye bei Aubenas,
das Hugo von Bonnevaux leitete und in dem
Quadratus Prior war.
Daneben wurde diese 1843 geweihte heutige Pfarrkirche mit ihrer auffälligen Bemalung erbaut.
Ich fahre noch ein Stück weiter zu einem Wohnmobilstellplatz mit Toilette am Stausee Palisse - hier wird der Oberlauf
der Loire, die noch ein Gebirgsbach ist - gestaut; der See ist nach dem trockenen Sommer fast leer. Der Wohnmobilplatz ist
kostenpflichtig, aber gegenüber ist der freie Parkplatz
und die Toilette ist offen und sauber. Obwohl direkt an der Straße gelegen, wird die Nacht völlig geräuschlos - nach 21 Uhr
ist hier in der Provinz keiner mehr unterwegs.
Am Dienstag geht es zuerst nach Saint-Julien-Chapteuil bei Le Puy-en-Velay mit dieser hoch über dem großen Ort gelegenen
- geschlossenen - Pfarrkirche; hier wurde Jules
Grand, auch ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier,
geboren.
Umweit ist das Dorf Saint-Pierre-Eynac, wo es an dieser
Kapelle mit Marienstatue auch eine
Marienerscheinung gab.
In dieser sehr gepflegten Pfarrkirche in Yssingeaux
bei Le Puy-en-Velay wird die hier geborene Eugenia
Joubert verehrt.
Nichts zu finden für mich gibt es in dieser Kathedrale
in Saint-Étienne.
In Saint-Martin-la-Plaine bei Saint-Étienne ist diese
Pfarrkirche geöffnet und hat schöne alte Glasfenster.
Hier wurde Antoine Charmet, ebenfalls ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier,
geboren.
Im abgelegnen Weiler Soleymieux, einem Ortsteil in den Bergen von Sainte-Catherine bei Montbrison, wurde
Johannes Petrus Néel geboren;
an seinem Geburtshaus wurde zu seinem Gedenken diese
Kapelle errichtet.
Letzte Station für heute ist das ehemalige Priesterseminar
- heute ein medizinisches Zentrum - in L'Argentière, einem Ortsteil von Aveize bei Lyon, wo
Johannes Petrus Néel studierte.
Damit ist die Tour im Süden Frankreichs beendet; nun geht es auf der viel befahrenen Autobahn - unzählige LKWs und deren
Elefantenrennen - noch ein gutes Stück weiter nach Nordosten und ich übernachte an der
Raststätte Dole Audelange - diesmal autobahnnah und
nicht sehr ruhig.
Ziele ganz im Norden der Jura-Berge und ganz nahe der Grenze zur Schweiz stehen am Mittwoch noch auf dem Programm. Zuerst das
kleine Dorf Le Mémont bei Dijon, wo angeblich Balderich
verehrt wird, wofür ich aber keinen Hinweis finde, die
Kirche ist geschlossen. Daneben sehe ich diese Pferde
auf ihrer Koppel.
In Croix bei Belfort mit ebenfalls geschlossener moderner
Kirche wurde
Desiderius von Rennes zusammen mit seinem
Diakon Reginfried von Räubern überfallen. Ein Dorf weiter, nahe Villars-le-Sec, kann man im Wald diese
Fußspur des Teufels sehen, der Desiderius begegnete
und von diesem verjagt wurde.
Im nächsten Dorf, im dann nach ihm benannten Saint-Dizier-l'Évêque, starb Desiderius, in dieser - entgegen der Beschilderung
leider auch geschlossenen - Pfarrkirche ist sein Grab.
Ich fahre nun noch zum angepeilten Campingplatz
in Belfort, um die aufgelaufenen Arbeiten zu erledigen. Auch dieser Platz ist so lala, aber es sind viele Touristen hier und
das Wetter ist fantastisch.
geschrieben am 24. und 25. September 2026