Donnerstag, 10. September, bis Samstag, 19. September
Die Herbstreise führt mich wieder nach Frankreich, ich beginne im Dorf Montperreux bei Besançon, wo
Isidor Gagelin geboren wurde und in dieser
Pfarrkirche umfangreich gewürdigt wird.
Im ehemaligen Kloster Mont-Sainte-Marie der
Zisterzienser im heutigen Labergement-Sainte-Marie - an
seiner Stelle steht heute dieses Wirtschaftsgebäude - war
Petrus Marnet Mönch.
Das Dorf Mouthe - nur duch einen Höhenzug des Jura von der Schweiz getrennt - geht auf
Simon von Crépy zurück, der an der Stelle dieser
Pfarrkirche - auch sie ist geöffnet! - als Einsiedler
lebte.
Letzte Station für heute ist diese - geschlossene -
Pfarrkirche in Foncine le Bas im Jura, in der es
zeitweise den (leeren) Reliquienschrein für
Claudius von Condat gab.
Zum Übernachten finde ich auf der Weiterfahrt einen
Parkplatz an der ehemaligen Klosterkirche in
L'Abbaye-en-Grandvaux für eine sehr ruhige Nacht - bis pünktlich morgens um 7 Uhr ein Bauer mit seinem Schleppergespann kommt,
um Wasser aus dem See zu holen.
Den Freitag beginne ich in Condat - dem heutigen Saint-Claude - im Jura; hier gab es an der Stelle der heutigen
Kathedrale ein bedeutendes Kloster, in dem der dem
Ort namengebende Claudius von Condat Abt war.
Diese moderne Bilderfolge stellt Szenen aus der Geschichte des Klosters dar. Äbte waren auch
Eugendus von Condat,
Hippolyt von Belley,
Minausius von Condat und
Riberius von Saint-Oyend.
Lupicinus von Condat und
Romanus von Condat, hatten das Kloster gegründet.
Johannes von Gent,
Justus von Condat,
Palladius,
Simon von Crépy und
Viventiolus von Lyon waren hier
Sabinianus Mönche.
Auch in Saint-Lupicin gründeten die Brüder Lupicinus
von Condat und Romanus von Condat das Kloster,
von dem diese heutige Pfarrkirche noch zeugt.
Vom kleinen Weiler Saint-Romain-de-Roche, einem Ortsteil von Pratz in den Bergen des Jura, geht es dann mit einem Fußmarsch zu
dieser auf einem Felsvorsprung gelegenen Kapelle
Saint-Romain; hier gründeten Lupicinus
von Condat und Romanus von Condat das
Frauenkloster Balme/ La Beaume, in dem Romanus dann starb.
Über Arbent im Bugey bei Bourg-en-Bresse mit dieser leider geschlossenen
Kirche, wo
Ludwig Aleman geboren wurde, komme ich ins
Bergdorf Chézery bei Annecy, wo Roland von
Chézery Abt des ehemaligen Klosters der Zisterzienser
war, von dem heute die - ebenfalls geschlossene -
Pfarrkirche zeugt.
Abgegangen ist auch das einstige Kloster Meyriat
der Kartäuser im Wald nahe Vieu-d’Izenave bei Belley, das
Pontius von Balmey als Abt leitete und
Stephan du Bourg gegründet hatte. Auch
nur noch diese spärlichen Mauerreste gibt es von der einstigen
Kartause Arvières im Wald in den Bergen auf
1200 Metern Höhe nahe Lochieu bei Annecy, die Arthold
einst gegründet hatte.
Über den 1501 Meter hohen Pass Grand Colombier -
mehrfach von der Tour de France befahren und aufgrund seiner Länge und Steigung als extrem schwierig eingestuft - mit
herrlicher Aussicht auf den See von Bourget …
… und die Alpen geht es nach Seyssel bei Belley, wo
Louise-Blanche-Therese Perucard
de Ballon einst ein Kloster gründete, dessen
Eingangstür erhalten ist.
In diesem Schloss in Clermont in Savoyen wurde
Amadeus der Ältere von Clermont geboren.
Und auch in Rumilly bei Annecy gründete
Louise-Blanche-Therese Perucard
de Ballon einst ein Kloster - heute Häuser in
Privatbesitz.
Die Nacht verbringe ich auf der Raststätte de la
Ripaille.
Am Samstag fahre ich zuerst ins nur weige Kilometer entfernte Annecy. Dort war ich scon einmal, aber inzwischen gibt es neue
Ziele. Vom ehemaligen Franziskanerkloster ist
nichts übrig; Philippus von Puy wurde hier
geboren. Und in dieser mittelalterlich anmutenden Straße mit ihren Arkaden - das macht den Charme französischer Städte,
dazu die vielen noch immer existierenden Einzelhandelsgeschäfte - steht das
Geburtshaus von
Johanna Franziska von der
Heimsuchung Mariä.
Auch das ist innerstädtische Idylle.
Hoch über der Stadt wurde anfangs des letzten Jahrhunderts diese
Basilika de la Visitation errichtet für die Gräber
vom Franz von Sales und
Johanna-Franziska von Chantal. Und
noch weiter oben, einsam in den Bergen, stand das ehemalige
Kloster der
Zisterzienserinnen, in dem
Louise-Blanche-Therese Perucard de
Ballon Nonne wurde. Eine Niederlassung des von ihr später gegründeten Ordens war dann in
La Roche-sur-Foron bei Annecy - zunächst im Schloss
Saix - untergebracht.
Eine sehr schmale und ebenso steile Bergstrße führt mich hoch zum Dorf Onnion bei Annecy, wo an der Stelle des einstigen
Geburtshauses von Franziskus Jaccard eine
Kapelle steht und davor dieses Gedenkkreuz.
Auf der Weiterfahrt: das schneebedeckte Massiv des Mont
Blanc …
… und dann, nach einer noch engeren, teilweise aus dem Fels geschlagenen Straße: auf 1500 Metern Höhe das kleine,
weitgehend verlassene Bergdorf Friburge, ein
Ortsteil von Champagny-en-Vanoise, wohl der Geburtsort des späteren Papstes
Innozenz V..
Im Sommer ist es hier idyllisch, im Winter sind die 20 Häuser verlassen.
Die Fahrt zu dieser Pfarrkirche in Saint-Oyen,
einem Ortsteil von Grand-Aigueblanche in Savoyen, hätte ich mir sparen können,
Riberius von Saint-Oyend war nicht
hier Abt, sondern in Condat, wie ich jetzt weiß.
Letzte Station für heute ist die Pfarrkirche in
Aiguebelle, heute Ortsteil von Val-d'Arc bei Chambéry; im einstigen Priorat starb
Caubert.
Eine wundervoll ruhige Nacht habe ich dann auf dem großen
Autobahn-Parkplatz Saint-Pierre-de-Belleville. In
Frankreich kann man das machen, alle Autobahn-Parkplätze haben eine Toilette und im Gegensatz zu jenen in Deutschland werden
die häufig geputzt und sind in der Regel sauber.
Am Sonntag geht es wieder hoch hinauf in ein abgelegenes Bergdorf, nach Le Châtel bei Saint-Jean-de-Maurienne, und dort zu dieser
Kirche eines im 6. Jahrhunderts gegründeten Klosters,
in dem Marinus Mönch war, und von dort zu Fuß auf
schmalem Pfad über dem Abgrund zur Kapelle, an
deren Stelle Marinus dann als Einsiedler lebte.
Auf der anderen Seite des Tales, wieder in 1500 Metern Höhe, liegt Saint-Sorlin d’Arves bei Saint-Jean-de-Maurienne, ein
bei Skifahrern und jetzt bei Motorradfahrern beliebter Ort. Luftlinie ist das nicht weit, auf den Bergstraßen dauert es
dennoch 2 Stunden dorthin. Hier wurde Joseph Falcoz, ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy geboren,
aber diese Pfarrkirche ist verschlossen und es gibt
auch sonst keinen Hinweis auf ihn.
Unten im Tal liegt nun La Rochette, ein Ortsteil von Valgelon-La Rochette, wo
Philippa von Chante-Milan zeitweise
im Schloss lebte. Unweit ist Chambéry; auch dort
war ich schon, aber nun geht es zu dieser Kirche
Saint-Pierre de Lémenc mit dem Vistantinnenkloster, wo es ab 1866 wiederholte
Marienerscheinungen vor einer Nonne gab.
Ich sehe das ehemalige Priesterseminar - heute
Haus der Diözese -, an dem Franziskus Jaccard
ausgebildet wurde, und dann dieses sonntagabendliche Treiben in der schmucken Stadt, der einstigen Hauptstadt des
Herzogtums Savoyen.
In diesem Schloss in Chambéry - heute Sitz der
Präfektur und am Sonntag leider nicht zugänglich - residierten Herzog
Amadeus IX. von Savoyen und Graf
Humbert von Savoyen. In der
Schlosskapelle lag lange Zeit das
Grabtuch von Turin.
Am Abend geht es noch nach Saint-Chef bei Vienne, wo
Hugo von Saint-Cher geboren wurde und
Theudarius von Vienne das ehemalige
Kloster gegründet hatte, dessen mächtige Kirche
beeindrukt. Hier war ich zwar schon vor zwölf Jahren, wie ich dann feststelle, dennoch mache ich neue Entdeckungen, u. a. die
der Reliquien von
Flavius Clemens.
Etwas unruhig - nahe der Autobahn, einem Kühllaster und in der Einflugschneise des Flughafens - ist die Nacht an der
Raststätte de la Ripaille.
Weil die zu besuchenden Orte in der Luftlinie nicht sehr weit verstreut sind, in den Bergen aber die Anfahrt oft doch weit ist
und auf schmalen Straßen viel Zeit kostet, muss ich noch einen fünften Tag einlegen. Der Montag führt mich - am Schluss wieder
über eine nur einspurige Bergstraße - nach Thézillieu bei Belley und zur Stelle des einstigen
Klosters Saint-Sulpice, in dem
Vitalis Mönch war. Dann geht es zur - noch immer
bewohnten - einsam gelegenen Kartause Notre-Dame
de Portes nahe Bénonces bei Belley; sie ist wie alle Kartausen für Besucher unzugänglich, davor steht dieses
Verwaltungsgebäude. Airaldus,
Anthelm von Chignin und,
Bernhard de la Tour waren hier Mönche,
Bernhard von Portes und
Stephan von Châtillon Priore,
Hugo II. von Grenoble starb hier, im
Artikel Kartäuserorden wird sie erwähnt.
In Saint-Rambert-en-Bugey bei Belley hatte Domitian von
Bebron der Überlieferung zufolge das Kloster
gegründet, in dem später Ragnebert (Rambert)
bestattet wurde und von dem nur diese letzten Reste erhalten sind. Die in Ruinen liegende
Burg in Ambérieu-en-Bugey bei Belley, bei der
Ragnebert ermordet wurde, wäre nur nach steilem Fußmarsch zu erreichen, den spare ich mir.
Das ehemalige Kloster Notre-Dame der
Benediktiner in Ambronay bei Belley, dessen Kirche dieser Altar schmückt, hatte
Bernhard von Vienne gegründet;
Bernhard von Portes war hier Mönch und
Hugo I. von Ambronay Abt.
Letzte Station aus diesem langen Trip ist das mittelalterliche Städtchen Crémieu bei Lyon mit diesen glücklicherweise schattigen
Gassen, denn es ist wieder sehr heiß mit über 30°. Kühl ist es auch in der
Kirche Saint-Jean-Baptiste -
Andreas Abel Alricy wurde hier
geboren.
Dann geht es am Abend zum ausgesuchten Campingplatz
in Serrieres-de-Briord in herrlicher Lage an dieser zum See ausgeweiteten Stelle der Rhône. Herrlich ist die Lage, weniger der
Pflegezustand - die Verwalterin pflegt offenbar eher ihre Körperfülle -, aber es ist akzeptabel und ruhig zum Arbeiten. Und das
Wetter zeigt sich von seiner besten Spätsommer-Seite.
geschrieben vom 15. bis 18. September 2026