Mittwoch, 24, Juni, bis DonnerstagMittwoch, 1. Juli
Nachdem ich den Dienstag, den zweiten der angekündigten Tage mit extremer Hitze, noch am
Campingplatz in Surtainville am Meer verbracht habe, ging es am
Mittwoch weiter Richtung Süden, beim Fahren habe ich ja die Kimaanalge. Zuerst komme ich nach Le Mesnil bei Cherbourg mit dieser
Kirche; hier wurde Marie Coueffard, eine Gefährtin
von Wilhelm Répin, geboren.
In Saint-Saveur-le-Vicomte bei Saint-Lô wurde
Maria Katharina vom heiligen
Augustinus de Longprey geboren. Das dortige Kloster mit dieser - wie immer in Frauenklöstern - sehr ordentlichen
Kirche wurde von
Maria Magdalena Postel wieder aufgebaut
und zum Mutterhaus ihres Ordens; Martha Le
Bouteiller war dort Ordensschwester, Placida Viel
Äbtissin.
Nach der geöffneten Kirche in Les Moitiers-en-Bauptois,
einem Ortsteil von Picauville bei Saint-Lô, mit einem Glasnster für den hier geborenen Ludwig le Danois, einem Gefährten von
Petrus Jakob Maria Vitalis,
komme ich nach Doville bei Saint-Lô, wo
Petrus-Adrian Toulorge Kaplan war, und
dann zum ehemaligen Kloster Blanchelande nahe
Neufmesnil bei St-Lô, in das Petrus-Adrian Toulorge eintrat. Das Anwesen ist heute abgeschlossener Privatbesitz und nur nach
Voranmeldung zu besuchen, was die Eigentümerin nicht davon abhält, zu mir an die Kiste zu kommen, um Parkgebühren kassieren
zu wollen. Aber ich geh' ja schon! Und komme zu dieser modernen
Kirche im kleinen Dorf Laulne bei St-Lô, wo
Michael-Andreas-Silvester Binard, auch ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy, geboren wurde.
Im heute gut 700 Einwohner großen Dorf Dorf Muneville-le-Bingard bei St-Lô wurde
Petrus-Adrian Toulorge geboren. Gegenüber
der Kirche sehe ich dieses alte Mühlrad; die
Gemeinde hat die alte Mühle gekauft und will alles restaurieren. 700 Einwohner - aber es wird Geld ausgegeben für die
Traditionspflege - Frankreich ist eben ein Kulturland. Ebenso ist es mit der
Gerbold von Bayeux geweihten ehemaligen
Einsiedelei nahe Gratot bei Coutances.
Dann komme ich in das auf einem Hügel thronende Coutances. In der Stadt wurden
Julian-Franz Hédouin, wieder ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy, und wohl auch
Paternus von Sens geboren. Das dortige damalige
Priesterseminar besuchte
August Chapdelaine. An der Spitze des Hügels
steht diese hoch aufragende, weithin sichtbare
Kathedrale;
Laudus von Coutances,
Possessor von Coutances und
Rumpharius von Coutances waren hier
Bischöfe, Markulf von Nanteuil wurde hier
zum Priester geweiht, Thomas Hélye war Wanderprediger
in der Diözese, Wilhelm I. „der Eroberer”
förderte den Bau der Kathedrale, von Basilides und
Gefährten sowie von Thomas von Aquin gibt es
Reliquien und
Johannes Franziskus Lefranc entdecke
ich hier neu. Ich sehe dann in der heißen Stadt noch die
Place de la Croûte, auf der
Petrus-Adrian Toulorge starb, und den -
leider verschlossenen - Friedhof Saint-Pierre, wo
sein Grab ist.
In Orval bei Coutances hat die Pfarrkirche sehr
alte Wurzeln, ich kann auch die - schmucklose - Krypta besuchen.
Audomar von Thérouanne und
Bertin wurden hier geboren. Mit merkwüdiger Betonfassade
zeigt sich dagegen diese Kirche Notre-Dame in St-Lô.
Hier wurde Laudus von Coutances geboren.
Die Erklärung für den Beton liefert dieses Foto in der
Kirche Notre-Dame, das ihr Aussehen nach den
Beschädigungen durch Beschuss der deutschen Artillerie zeigt.
Im kleinen Weiler La Boissée, einem Ortsteil von Condé-sur-Vire bei Saint-Lô, wurde
Johannes de Brébeuf geboren; an der Stelle seines
Geburtshauses wurde 1993 diese Kapelle errichtet.
In Troisgots bei St-Lô - mit verschlossener Kirche -
wurde Jakob Dufour, auch ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy, geboren. Und
in der nahen Wallfahrtskirche
La Chapelle-sur-Vire
lernte Martha Le Bouteiller
Maria Magdalena Postel kennen und trat
dann in deren Orden ein.
Für die Nacht fahre ich zur Raststätte
Vallé-de-laVir-Gouets und finde dort nicht nur einen ruhigen, sondern v.a. einen schattigen Platz - es hat um 20 Uhr noch
immer 37°, da wird das Einschlafen schwierig.
Am Donnerstag habe ich beim Aufstehen noch immer Schatten, aber es ist jetzt schon heiß. Ich komme zuerst in den Weiler La
Henrière, einen Ortsteil von Percy-en-Normandie bei Saint-Lô, wo an diesem Bauernhof, ihrem Geburtshaus, ein
Gedenkstein an
Martha Le Bouteiller erinnert. Aber der
abgelegene Ort ist auch wieder einmal ein Beispiel für die vielen abgehängten Gegenden und wohl eine wesentliche Erklärung für
die Wahlerfolge des Front nationale
. Der Bauer, den ich treffe, schaut mich zwar nicht unfreundlich an, aber reden will
er mit mir offenbar nicht - obwohl meine Anrede nicht so ganz schlechtes Französisch war.
In Saint-Pair-sur-Mer ist wieder einmal Markt, direkt an der
Paternus von Avranches geweihten
Pfarrkirche Saint-Paterne. Paternus und
Scubilion hatten an deren Stelle das ehemalige
Kloster Sesciacum gegründet, Sinerius von
Avranches war dort Mönch. Es ist furchtbar heiß und wegen Markt und vielen in dieser Stadt am Meer weilenden Touristen
wird die Parkplatzsuche und dann der Gang durch die aufgeheizten Straßen wirklich mühsam. Aber die sehr gepflegte Kirche
ist für mich eine Fundgrube. Ich sehe dann noch das
Oratorium Saintt-Gaud an der Stelle, wo
Gaudus von Évreux als Einsiedler lebte, und …
… die Quelle Saint Gaud an diesem - bei der
gerade herrschenden Ebbe noch weitläufrigen - Meeresstrand.
Dann geht es nach Avranches - wieder eine Stadt hoch auf einem Hügel.
Peter von Savigny und
Wilhelm Abrincus wurden hier geboren. Die engen
Gassen sind vollgeparkt, ich muss lange suchen, um einen Pltz für die Kiste zu finden; die stehende Luft mit Hitze bis zu 39°
macht das nicht angenehmer. Dann gehe ich zu dieser
Kirche Saint-Gervais-et-Saint-Protais, sie war
die erste Kathedrale der einstigen Bischofsstadt.
Und dann pasiert mir eine unsägliche Dummheit: ich fahre vermeintlich zum nächsten Ziel - und stelle dort angekommen fest,
dass das nicht sein kann. Solche Riesenirrtum hat immer mehrere Ursachen, Hauptgrund war, dass meine Kiste in Avranches meldete:
Kühlflüssigkeit überhitzt
- die Mittagshitze, das langsame Fahren in den engen Gassen, das Parken in praller Sonne - es
wurde ihr zuviel und ich musste snun unverzüglich über Land fahren, um der Mschine kühlenden Luftzug zu verschaffen. Dazu kam,
dass ich einen neuen Planungsabschnitt hatte, und mein durch Hitze eingeschränkt funktionierendes Gehirn - wie auch immer: statt
220 fuhr ich rund 320 Kilometer, um nach Héricourt-en-Caux bei Rouen zu kommen und diese.
Kirche zu sehen, in der es
Reliquien von
Mellon von Rouen gab. Aber immerhin hatte ich in
dieser Zeit ja eine Klimaanlage.
Schon später am Abend komme ich zum früheren Fontenelle, dem noch immer aktiven heutigen
Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon
bei Rouen; entgegen den Angaben im Reiseführer ist aber das Tor nicht mehr geöffnet und ich sehe nur dieses Nebengebäude von
außen. Aldowin von Rouen gab den Anstoß zur Gründung,
Ansbert von Rouen,
Ansegisus,
Benignus von Flay,
Einhard,
Fulko von Fontenelle,
Gennard von Flay,
Gerhard I. von Fontenelle,
Gradulf von Fontanelle,
Hildebert I.,
Hildebert II.,
Hugo von Rouen,
Lambert von Lyon,
Lando von Fontanelle,
Trasarius,
Wando von Fontenelle und
Wandregisil warewn Äbte,
Genesius von Lyon war Prior,
Condedus,
Desideratus,
Erembert von Toulouse,
Hermeland von Indre und
Raverianus von Séez und,
Wolfram von Sens Mönche. Inwischen weiß ich, wo der
richtige Eingang ist, ich komme wieder. Dieser Donnerstag war nicht mein Tag!
Letzte Station für diesen Hitzetag: Vatteville-la-Rue bei Rouen mit dieser - geschlossenen -
Kirche, die aber nichts zu tun hat mit dem einst
in der Nähe lebenden Condedus.
Für die Nacht fahre ich zur Raststätte Bosguet - zuerst auf deren Südseite, wo es nur völlig der Sonne ausgesetzte
Parkplätze gibt, deshalb dann weiter auf die Nordseite,
wo der einzige mäßige Schattenspender ein Polen-Sprinter ist, an dem ich deshalb parke. Um 22 Uhr hat es noch immer 39°, es
ist schwer zu ertragen. Nachdem der Pole - tatsächlich ist es ein Rumäne - sich schlafen gelegt hat, aber noch weiterhin - wie
schon seit Stunden - seinen Motor für die Klimaanlage laufen lässt, wober wie bei FIATs üblich ständig der Lüfter laut aufheult,
entferne ich mich etwas von ihm; damit wird es etwas leiser, aber auch nach Sonnenuntergang ist es kaum merklich kühler.
Den Freitag beginne ich in Jumièges bei Rouen, zuerst an der
Pfarrkirche Saint-Valentin, in der es
Reliquien eines
Valentin gibt, und dann in den schönsten Ruinen
Frankreichs
- so ganz zurecht Victor Hugo -, jenen des ehemaligen
Klosters in Jumièges.
Aichardus von Jumièges,
Hugo von Rouen waren Äbte,
Philibert von Jumièges der Gründer und Abt,
Amaltrud von Jumièges war Nonne und
Sidonius von Saint-Saëns Mönch,
Sturmius von Fulda und
Tassilo III. „der Verlierer” wurden hierher verbannt und
Wilhelm Langschwert
restaurierte das Kloster. Neben den wirklich
beeindruckenden Ruinen zeigt gegenüber des Eingangs zu ihnen dieses verspielte Schild an der Post, was Frankreich so liebenswert
macht.
Und auch obwohl es noch heißer ist als gestern: auf dem Programm steht wieder eine Stadt: Rouen. Hier weilte
Gallus,
Thomas Netter von Walden starb hier und
Waningus von Fécamp wurde in der Gegend geboren.
Auf dem ausgesuchten Parkplatz ist nichts frei, aber ich habe Riesenglück und finde einen Abstellplatz für die Kiste sogar noch
näher an der Kathedrale, in der diese Kapelle für
die Patronin Johanna von Orléans
gestaltet ist. In ihr bittet seit 2022 auch eine Tafel um Vergebung für durch Kleriker und gläubige Laien begangene
Missbrauchstaten.
Die Kathedrale selbst grüßt wieder einmal mit in
architektonischer Freiheit gestaltetem Vierungsturm.
Evodius von Rouen,
Gildard von Rouen,
Innocentius von Rouen,
Mellon von Rouen,
Romanus von Rouen und
Victricius von Rouen waren hier Bischöfe,
Nicasius von Rouen ein legendärer Bischof,
Aldowin von Rouen,
Ansbert von Rouen,
Hugo von Rouen,
Leo von Roueni,
Maurilius von Rouen,
Melantius von Rouen,
Praetextatus von Rouen und,
Remigius von Rouen waren Erzbischöfe,
Fromund möglicherweise Erzbischof.
Gradulf von Fontanelle war Koadjutor, der
spätere Papst Martin IV. Archidiakon,
Roger von Bourges
Kanoniker,
Gillebert von Limerick Priester,
Wandregisil Kleriker.
Quirinus von Malmedy Glaubensbote,
Angadresima empfing hier ihre Jungfrauenweihe,
Olaf von Norwegen wurde hier getauft und
Wilhelm Langschwert
begraben.
Alnobert von Seez,
Aquilinus von Évreux,
Gennard von Flay,
Gerbold von Bayeux und
Regulus von Reims nahmen an Synoden teil,
Johannes „Coignetus” starb in der Diözese, von
Euphemia von Chalcedon,
Rumpharius von Coutances und
Vivianus von Saintes gibt es
Reliquien.
Auch sehenswert; dieses Haus gegenüber der Kathedrale,
heute Sitz des Tourismusbüros.
Neben der Kathedrale steht der ehemalige
Bischofspalast, in dem das Museum über
Johanna von Orléans untergebracht
ist und etwas weiter diese - verschlossene -, Maclovius
von Aleth geweihte Kirche Saint-Maclou.
Im Park an der Aldowin von Rouen geweihten
Kirche Saint-Ouen, in der es die
Gebeine von
Nicasius von Rouen,
Quirinus von Malmedy und
Remigius von Rouen gab, steht dieses Denkmal für Rollo,
den Wikinger, der aus Norwegen kam, die dann nach seiner Herkunft und der seiner Gefolgschaft
Normandie
genannte Gegend unterwarf und
Rouen zu seiner Hauptstadt machte. Außerdem bietet
der Park mir die Gelegenheit für eine Pause im Schatten - es hat dennoch 41° und ist zudem schwül!
Unweit ist dann die damalige erste Unterkunft der von
Nikolaus Barré gegründeten Sœurs de l'Enfant Jésus
und etwas weiter dieses ehemalige Kloster der
Paulaner - heute ein Kloster der
der Benediktinerinnen de l'Adoration perpétuelle du
Très-Saint-Sacrement
und auch Gedenkstätte für Nikolaus Barré. Als ich in die geöffnete Kirche eintrete, kommt mir eine
Nonne entgegen, sie schließe jetzt; mir bleibt leider nicht ausreichend Zeit für Fotos.
Ich schlurfe weiter durch die Hitze, aber immerhin sind die Altstadtgassen schattig. Es ist ein ganzes Stück zum
Turm Jeanne d'Arc, in dem
Johanna von Orléans während des Prozesses
gegen sie gefangen war. Er ist der letzte Rest des Schlosses in Rouen, in dem
Wilhelm I. „der Eroberer” starb. Ein gutes Stück
weiter, aber jetzt immerhin bergab: diese moderne Kirche
Sainte-Jeanne-d'Arc, errichtet an ihrer Todesstätte und neben den Resten der nach der Französischen Revolution abgerissenen
Kirche Saint-Sauveur. Johannas Kirche ist zwar wegen ihrer Mittagspause zu, aber sie spendiert wieder Schatten für eine
Erholungspause.
Gegenüber von diesem ebenso riesigen wie prächtigen Justizpalast stand die
Kirche St-Lô mit angeblichen
Reliquien von
Laudus von Coutances. Und inzwischen schwitzt auch
mein Fotoapparat …
In der Kapelle Saint Pierre des damaligen Herzogspalstes - an der Stelle dieser seit 1944 in Ruinen liegenden
Kirche Saint-Pierre-du-Châtel - wurden
Aldowin von Rouen und
Melantius von Rouen bestattet. Damit ist mein Rundgang
zuende, ich bin fast wieder an der Kiste angelangt, sie zeigt 42° Außentemperatur - innen will ich gar nicht wissen.
Schon am Morgen hatte ich mich entschieden, nicht wie geplant weitere Ziele anzusteuern, sondern schon jetzt auf einen
Campingplatz zu gehen. Zwar haben die Autobahnraststätten in Frankreich kostenfreie und in der Regel saubere Duschen, aber eben
keinen Schatten. So steuere ich den Campingplatz in
nahen Roumare an, werde freundlich empfangen - Ihr Franösisch ist sehr gut
, das sagt die Besitzerin wohl zu jedem, der
mehr als ein bonjour
über die Lippen bringt - und bekomme einen rund um die Uhr schattigen Platz. Am Samstag, so lese
ich, wurde zuhause in Stuttgart der Temperaturrekord
von 39,2° gemessen - lächerlich, hier haben wir deutlich mehr. Aber schon am Abend des Samstags wird es dann milder und am
Dienstag heize ich nach dem Aufstehen bei 13° und Regen - also inwischen ideal zum Arbeiten.
geschrieben vom 28. bis 30. Juni 2026