Donnerstag, 2, Juli, bis Freitag, 10. Juli
Erstes Ziel ist heute nochmals das Kloster
Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon mit dieser zur heutigen Kirche umgebauten ehemaligen Zehntscheuer - leider
verschlossen ., nachdem ich am vergangenen Donnerstag ja dort den Eingang verfehlt hatte. Es ist regenrisch mit wolkengrauem
Himmel, die Ausbeute im Klostergelände ist mäßig, interessanter ist für mich die daneben stehende
Pfarrkirche in Saint-Wandrille-Rançon. Dann geht es
nach Pavilly bei Rouen zur Kapelle des einstigen
Klosters, in dem Austreberta von Pavilly
und Juliana von Pavilly Äbtissinnen waren und
das Philibert von Jumièges gegründet hatte.
In Rouen sind noch die mit der Kiste zu erreichenden Ziele in den Außenbezirken zu besuchen, zunächst die
Kirche Saint-Gervais, in der das Grab von
Mellon von Rouen war; im damaligen Priorat an der
Kirche starb Wilhelm I. „der Eroberer”. In
dieser Kirche Saint-Sever
wurde Johann Baptist dela Salle zunächst
bestattet; in der Kirche entdecke ich Eudo neu.
Im Stadtteil Saint-Yon von Rouen eröffnete
Johann Baptist de la Salle 1705 das
Noviziat der Brüder der christlichen Schulen,
in das dann auch Salomon Leclercq eintrat. In
Sotteville-lès-Rouen mit dieser Kirche betrieb
Nikolaus Barré eine Schule.
In dieser - ebenfalls geschlossenen- Pfarrkirche in
Darnétal bei Rouen wurde Jakob Hamel getauft.
In Saint-Saëns bei Dieppe fällt vor der
Pfarrkirche, die auf das einstige, von
Sidonius gegründete Kloster zurückgeht und in der ich
Helerius von Tongern neu entdecke, dieser
Brunnen auf. Im Dorf Montreuil-en-Caux bei Rouen sehe ich die
Pfarrkirche; hier wurde Petrus Ludwig Gervais, ein
Gefährte von Petrus Jakob Maria
Vitalis, geboren. In Saint-Saire bei Dieppe lebte
Salvius als Einsiedler, wohl an der Stelle der ebenfalls
geschlossenen Kirche.
In Brombos bei Beauvais wurde Petrus Brisse geboren, ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy. In dieser
Pfarrkirche stellt ein Glasfenster sein Martyrium
dar, aber auch diese Kirche ist zu.
Glück habe ich dagegen in diesem Sanktuarium Notre Dame
in Le Hamel bei Beauvais, das der von den Muslimen gefangen genommenen Ritter Raoul de Créqui, ein Teilnehmer am
2. Kreuzzug, nach seiner Heimkehr stiftete aus
Dankbarkeit dafür, dass Maria ihn befreite, erzählt bei
Marienerscheinungen in Griechenland
und der Türkei. Als ich davor parke, schaut ein Mann aus dem Fenster: ob ich die Kirche besuchen wolle. Auf meine bejahende
Antwort hin meinte er, dann werde er mit dem Schließen noch warten. Glück gehabt!
Glück habe ich auch mit dem sehr ruhigen Übernachtungsplatz an der
Raststätte Hardivillers.
Am Freitag ist Gournay-en-Bray bei Rouen mein erstes Ziel. In dieser
Stiftskirche gibt es die
Reliquien von
Hildebert von Meaux, den ich hier neu
entdecke. Petrus-Jakobus de Turmenyes, wieder ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy, wurde hier
geboren, Witmar von Centula hier bestattet.
Dann komme ich nach Saint-Germer-de-Fly bei Beauvais zum einst bedeutenden ehemaligen
Kloser Saint-Germer mit dieser an die alte Kirche
um 1265 nach der Übernahme des Klosters durch die Zisterzienser angebauten Kapelle.
Ansegisus,
Benignus von Flay,
Eustasius von Flay,
Gennard von Flay und der Klostergründer
Germar von Flay waren Äbte,
Hugo von Chalon beschenkte das Kloster.
Vorbei an den Resten der Burg Wardes in Neuf-Marché,
wo Germar von Flay geboren wurde, komme ich ins
abgelegene Dorf Maineville bei Évreux, wo in dieser - verschlossenen -
Kirche das Original der für seinen Enkel angefertigten
Statue - sie gilt als die authentischste Darstellung - von König
Ludwig IX. von Frankreich steht.
Nach den - verschlossenen - Resten des ehemaligen Klosters
Saint-Paul in Saint-Paul bei Beauvais, das Angadresima
gegründet hatte, komme ich nach Beauvais.
Donoald von Beauvais starb in der Gegend,
Firminus der Ältere war hier,
Johannes I. Michael von Angers und
Matthäus von Beauvais wurden hier geboren.
Ich sehe zuerst diese Kathedrale, die damit wirbt, den
weltweit höchsten gotischen Chor zu haben.
Adalmann von Beauvais,
Heinrich von Reims,
Hildemann von Beauvais und
Odo I. von Beauvais, waren hier Bischöfe,
Angadresima ist Patronin,
Eustasius von Flay war Priester in der Diözese,
Helinand von Froidmont wurde hier ausgebildet, von
Ebrulf und
Germar von Flay gab es
Reliquien, der als Märtyrer in Beauvais gestorbene
Lucian von Beauvais und
Romana von Beauvais sowie
Maxentia von Irland werden verehrt.
Auch von außen: gotisch hcoh: die Kathedrale in
Beauvaiss. Die restlichen Ziele in der Stadt liegen weit verstreut, ich fahre sie mit der Kiste an.
Nach dem Turm, der der letzte verbliebene Rest des
ehemaligen Klosters Saint-Lucien ist, in dessen Kirche
Hildemann von Beauvais bestattet wurde,
sehe ich diese - leider verschlossene - Kirche Notre-Dame
de Marissel, in der es eine Statue von Angadresima
gibt. Und dann noch das ehemalige Kloster
Saint-Quentin, heute Sitz der Präfektur des Départemnts l'Oise;
Ivo von Chartres war dort Prior, von
Romana von Beauvais gab es
Reliquien.
Nach der Pfarrkirche in Oroër bei Beauvais, wo es
einst ein Kloster gab, das Angadresima leitete,
komme ich zu diesem ehemaligen Kloster Notre-Dame -
heute ein Gesundheitszentrum - nach Breteuil bei Beauvais, wo es
Reliquien von
Constantianus von Javron gab.
Hoch auf dem Berg liegt Montdidier - nomen est omen - bei Amiens. Dese große
Kirche Saint-Pierre ist kaum zu fotografieren - und
verschlossen dazu. Ägidius de Roye wurde hier
geboren, von Luglius und Luglianus gibt es
Reliquien. Ein kleines Dorf ist Gannes bei Beauvais, wo
Vinzenz von Paul kurze Zeit Pfarrer an der
Kirche war.
In Saint-Just-en-Chaussée bei Beauvais ist diese Kirche
Justus von Beauvais geweiht;
Johannes von Saint-Just-en-Chaussée war
Abt des einstigen Klosters in diesem Ort. Die
Quelle am Ortsrand war der Überlieferung zufolge
der Todesort von Justus von Beauvais.
In Monchy-Humières sehe ich zunächst das heutige Schloss an der Stelle des einstigen
Klosters, in dem
Johannes „Opilio” Mönch war, und dann im Ort die
- verschlossene - Pfarrkirche mit seinem Grab.
Daneben: diese Kapelle, die eine vornehme Dame 1885 erichten liß für ihre Lieben
. In Balagny - heute Balagny-sur-Thérain
- bei Beauvais wird in der - auch verschlossenen, aber es ist auch schon spät am Abend -
Pfarrkirche das Andenken an
Britta und Maura bewahrt.
Wenig geruhsam wird die Nacht an der Raststätte
Vémars; in Belgien haben offenbar die Sommerferien begonnen und auch viele andere Urlaubsreisende sind unterwegs, es herrscht
Lärm und Gedränge, aber immerhin habe ich einen schattigen Platz, denn der Freitag hat die Temperaturen ordentlich steigen
lassen.
Am Samstag geht es dann ins nahe Senlis bei Beauvais;
Baomir war vielleicht Abt eines - sonst unbekannten -
Klosters, Ethbin lebte hier vielleicht als Einsiedler,
Reginald von Toul ist vielleicht hier geboren.
Mein erstes Ziel ist diese Kathedrale.
Agomar von Senlis,
Almarich II. von Senlis,
Audebert von Senlis,
Levangius von Senlis,
Luthard von Senlis,
Regulus von Senlis und
Sanctinus von Senlis waren hier Bischöfe,
Patusius von Meaux möglicherweise
Kanoniker, von
Opportuna gibt es
Reliquien,
Protasia von Senlis wird hier verehrt.
Unweit ist die Frambald von Micy geweihte
Kirche Saint-Frambourg. Auf dem
alten Friedhof
finde ich das Grab von
Levangius von Senlis nicht. Und dieses
ehemalige Kloster Saint-Vincent - heute ein
Gymnasium - ist nicht das, in dem Baomir vielleicht Abt
war.
In Asnières-sur-Oise steht das ehemalige Kloster
Royaumont, in dem Ägidius de Roye Abt war, es
Reliquien von
Berga gab und das
Ludwig IX. von Frankreich gründete, als er 14 Jahre
alt (!) war. Im großen Park begeben sich diese Enten ins Wasser - es ist heiß!
In Boran-sur-Oise bei Senlis - mit geöffneter
Kirche - war Petrus Brisse, erneut ein Gefährte von
Andreas Abel Alricyn, Pfarrer.
Mühsam ist der Aufstieg zu Fuß zur ehemaligen Burg in Beaumont-sur-Oise bei Pontoise; neben ihr stand das
Priorat - heute ist dort ein Parkplatz - mit den
Reliquien von
Leonorius von Pontual. Und in dieser
Pfarrkirche in L'Isle-Adam bei Pontoise liegt die
Kopfreliquie von
Chrodegang von Séez.
Reliquien von
Opportuna von Séez gibt es in der
Pfarrkirche in
Moussy-le-Neuf bei Meaux. In Aubervilliers komme nun in den umtriebigen Speckgürtel rund um Paris. Während die Stadt
Paris nur das Gebiet innerhalb der Ringautobahn
umfasst und nur
gut 2 Millionen Einwohner hat, hat die Agglomeration
gut 11 Millionen. Und am heutigen sehr
heißen Samstag sind alle unterwegs - in den meist engen Wohnungen und Häusern oft mit Blechdächern ist es nicht
auszuhalten. An dieser Pfarrkirche in Aubervilliers
wird die ganze Vielfalt - und Menge - der Bevölkerungsgruppen deutlich, als die Menschen sich zum Hochzeitsfoto aufstellen.
Raymond Louveaux, ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier, ist
hier geboren.
Ich will dann zur Kathedrale in Saint-Denis, suche
aber mehr als eine Stunde lang einen Parkplatz in akzeptabler Entfernung; auch die illegalen Stellmöglichkeiten sind belegt
- es ist chancenlos! Besser ist es in Saint-Ouen-sur-Seine, weil am Stadtrand, wo bis um 700 die Königsresidenz
Clippiacum stand in einem heutigen Park mit diesem
bescheidenen Schloss. Aldowin von Rouen starb hier,
Alnobert von Seez führte Verhandlungen,
Clothilde heiratete den König,
König Dagobert I. und
König Dagobert II. residierten hier,
Judicaël I. unterwarf sich hier dem König,
Philibert von Jumièges wurde hier erzogen,
Venantius Fortunatus weilte hier
Donatus von Besançon,
Landericus von Paris,
Magnobod von Angers,
Palladius von Auxerre,
Ragnobert von Bayeux,
Sindulf von Vienne,
Sonnatius von Reims waren Teilnehmer an der
Synode, im Artikel Austrasien wird die Burg genannt.
Zum Besuch dieser ehemaligen Pfarrkirche Saint Médard
in Clichy bei Paris, an der Vinzenz von Paul
Pfarrer war, finde ich einen Parkplatz direkt daneben. Und der freundliche Mesner kann gar nicht aufhören, mir von Vinzenz und
seiner Kirche zu erzählen.
Dann geht es in der großen Hitze weiter durch dichtes samstagabendliches Verkehrschaos und unzählige Ampeln - alle immer ROT -
zu dieser Pfarrkirche nach Deuil-la-Barre bei Paris,
wo ein Eugen - angeblich Eugen von Toledo -
verehrt wird. Kurz vor dem Ziel meldet die Kiste, die unterwegs ja mehr stand als fuhr und 38° zu verkraften hatte, wieder
Kühlflssigkeit überhitzt
. Ich finde einen Stellplatz im Schatten und lasse mir nun Zeit - die Kirche ist glücklicherweise
offen, weil nach einer Hochzeit aufgeräumt wird.
Entgegen der ursprünglichen Planung suche ich nun die am schnellsten zu erreichende Raststätte - das ist wieder die
Raststätte Vémars; aber die Fahrt dorthin durch den dichten, sich stauenden Verkehr ist auch auf der Stadtautobahn eine Tortur
für Mensch und Maschine. Immerhin bekomme ich dann an fast derselben Stelle wie gestern einen
schattigen Platz; der Trubel hat sich aber nicht
gelegt - es ist eben Ferienzeit.
Am Sonntag will ich in Argenteuil bei Paris das ehemalige
Kloster besuchen, in dem das
Kostbares Gewand Jesu aufbewahrt wurde
und die nahe Kirche Saint-Denys, die es heute
bewahrt - aber wieder sind alle denkbaren Stellplätze belegt, zudem ist Baustelle - ich habe keine Chance. Also geht es weiter
nach Conflans-Sainte-Honorine, das etwas außerhalb des Speckgürtels von Paris liegt, zur ehemaligen
Burg - diesem heutigen Schloss, das ein Museum
beherbergt -, in der es Reliquien von
Honorina gab, die dann in die nahe
Kirche kamen.
Das Schloss ist Museum für Schifffahrt, denn direkt
unterhalb fließt die Seine.
In Maubuisson-lès-Pontoise - heute ein Ortsteil von St-Ouen-l'Aumône - bei Pontoise gibt es in einem Park diese Reste des
einstigen Klosters, das
Blanca (Blanche) gestiftet hatte und wo sie
starb.
Dann komme ich nach Pontoise bei Paris.
Johannes III. de Pontissier und
vielleicht Richard wurden hier geboren,
Nicasius von Rouen und
Quirinus von Malmédy wirkten in der Gegend
als Glaubensboten. Ich sehe zuerst diese Kirche
Saint-Maclou - seit 1966 Kathedrale. Hildeburg
ist in Pontoise gestorben, Johannes de Brébeuf
wurde hier zum zum Priester geweiht, von Mellon
von Rouen gab es Reliquien. Im
Karmelitinnenkloster war
Anna vom heiligen Bartholomäus Priorin,
Marie von der Menschwerdung starb dort.
Dann komme ich zum Arbeiten auf den Campingplatz in
Verneuil-sur-Seine; diesen und nicht den bewährten
Campingplatz im nahen Triel-sur-Seine habe ich erwählt,
weil es auf letzterem ja keine Waschmaschine gibt, die ich aber brauche. Der Platz in Verneuil-sur-Seine hat aber weniger
Schatten, als es Google >Maps vermuten ließ. Und er ist zwar mit modernen und sauberen
Einrichtungen ausgestattet, aber das Publikum kommt - abgesehen von den übernachtenden Touristen - wie die Betreiber nicht
gerade aus den gehobenen Kreisen Frankreichs, zudem liegt er an zwei befahrenen Straßen und in der Einfluschneise der Flugplätze.
Das Wetter hat in all den Tagen die nächste große Hitzwelle auf dem Programm - es ist ein ungemütliches und mühsames Arbeiten.
geschrieben vom 6. bis 10. Juli 2026