Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

In Burgund

   J. Schäfer          

Montag, 5. Oktober, bis Samstag, Oktober

Am Montag geht es noch einmal nach Besançon. Die Kapelle in der Zitadelle an der Stelle der ehemaligen Kathedrale Saint-Étienne spare ich mir, dort gibt es nichts zu sehen. Germanus von Besançon, war hier Bischof, ebenso Hilarius von Besançon, er baute dann auch die Kathedrale Saint-Jean, Linus von Bisuntina gilt als erster Bischof der Stadt. Anianus von Besançon, Antidius von Besançon, Claudius von Condat, Donatus von Besançon, Hugo I. von Besançon , Nicetas von Besançon und Prothadius von Besançon waren Erzbischöfe, Lautenus wurde hier zum Priester geweiht. In einem Vorort besuche ich aber die Kirche Saint-Ferjeux mit diesem Tympanon, die Anianus von Besançon erbauen ließ über der Höhle, in der die Glaubensboten Ferreolus und Ferrutius von Besançaon lebten.

Dann geht es wieder in die Provinz, in den Weiler Maisières-Notre-Dame bei Besançon, wo es in dieser Kapelle eine Marienerscheinung gab.

Unweit ist Ornans, das klein-Venedig der Franche-Comté; an der Stelle eines modernen Wohn- und Geschäftshauses stand das kleine Seminar, das Stephan Theodor Cuénot besuchte. Gegenüber wurde der Maler Gustave Courbet geboren, dieses Haus ist heute Museum.

Nur ein Parkplatz ist zu sehen an der Stelle des einstigen Schlosses in Quingey bei Besançon; in ihm wurde Oktavian von Savona geboren. Salins-les-Bains liegt in einem engen Tal, steil geht die Bebauung beidseitig den Berg hinauf. Auch eng ist die steile Gasse zu dieser Stiftskirche Saint-Anatoile, die die Gebeine von Anatolius von Adana birgt; auch, Hynnemundus von Saint-Maurice wird hier verehrt. Ebenso eng und steil ist die Auffahrt zur ehemaligen Burg Châtelbelin in den Resten des späteren Forts Belin, wo Hugo I. von Besançon geboren wurde. Und dann nochmals daselbe auf der anderen Talseite, die Fahrt zur ehemaligen Burg Bracon, wo Claudius von Condat geboren wurde. Aber ich weiß nun auch: der Kühlerlüfter der Kiste funktioniert tatsächlich, die Werkstatt in Baume-les-Dames hat wirklich gute Arbeit geleistet.

Dann geht's in die (fast) ebene Stadt Dole, zuerst zu dieser prächtigen Pfarrkirche Notre-Dame; Johannes-Heinrich Gruyer, ein Gefährte von Ludwig Josef François, wurde hier geboren.

Mein Stadtrundgang führt ich dann zum Haus der Religieuses de la Compagnie de Sainte-Ursule, die hier Anne de Xainctonge gegründet hatte, und zu diesem ehemaligen Kolleg - heute ein großes Gymnasium -, das Petrus Marnet leitete. Betreten des Schulhofes ist wie in allen Schulen verboten, ein Portier wacht - die Terrorismus-Angst ist in Frankreich noch immer hoch.

Schließlich sehe ich in der Fußgängerzone noch dieses Vorhaus zum ehemaligen Franziskanerkloster; Petrus von Dole wurde hier geboren.

In Gray bei Dijon besuche ich die Kirche Notre-Dame mit dem Herzreliquiar von Petrus Fourier, der unweit der Kirche im dann nach ihm benannten mittelalterlichen Turm Saint-Pierre-Fourier starb. In der Kirche gab es auch eine Marienerscheinung. Unweit steht dieses schöne Rathaus.

Letztes Ziel für heute ist Grenant bei Langres mit dieser unscheinbaren und verschlossenen Pfarrkirche; hier wurde Nikolaus Colin, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren.
Dann soll es zur Raststätte Langres-Perrogney gehen, aber dort ist Baustelle und bis ich die Orientierung finde, bin ich schon auf der Ausfahrt und kann nicht mehr parken. Die nächste Anschlusstelle, um zu Wenden, ist sage und schreibe 25km entfernt; von der Gegenseite aus geht es dann - inzwischen ist es Nacht geworden - zur gegenüber liegenden Raststätte für eine anfangs laute, dann aber angenehme Nacht.

Den Dienstag beginne ich im Wald nahe des Dorfes Violot bei Langres, wo es die Kapelle gibt, die der Priester Lamy nach der Marienerscheinung in der Kirche Notre-Dame in Gray errichten ließ. Im nahen Le Pailly bei Langres mit dieser offenen und sehr gepflegten Kirche gab es keine Marienerscheinung, hier wurde Lamy nur geboren. In Saints-Geosmes bei Langres war in der verschlossenen Pfarrkirche das angebliche Grab der Drillinge Speosippus und Gefährten.

Dann komme ich nach Langres. Benignus wirkte hier als Glaubensbote, Ceolfrid (Geoffrey) ist hier gestorben, Jolenda von Pleine-Selve starb hier nach fälschlicher Überlieferung, Patroclus von Colombier wurde in der Gegend geboren, Salaberga gründete in der Gegend ein Kloster. Sehr schön und mit vielen Erläuterungen ausgestattet ist diese Kathedrale. Abrunculus von Langres, Desiderius von Langres, Godefridus von Langres, Gregor von Langres, Herulf von Langres, Tetricus von Langres und Urban von Langres waren hier Bischöfe, Annas de Pérusse d'Escars de Givry von Metz war Koadjutor des Bischofs, Gebuin von Lyon war Kanoniker und Valerius Archidiakon, Sequanus wurde hier zum Priester geweiht, Florina und Valeria und Vinardus werden hier verehrt, von Mammas sowie von Speosippus und Gefährten gibt es Reliquien.

Ich sehe noch das ehemalige Dominikanerkloster - heute das Krankenhaus der Stadt - im dem Helias von Langres Tertiar war. Und daneben dieses ehemalige, 1638 gegründete Armenkrankenhaus - wenn die Behandlung so gut war wie das Äußere …

Nun geht es wieder in die Provinz, ins kleine Dorf Celles-en-Bassigny, wo Vinardus als Einsiedler lebte, danach nach Varennes-sur-Amance, wo Gangolf geboren wurde, dem dort diese Pfarrkirche geweiht ist. Interessant: vor Ort sind die Beschriftungen an der Pfarrkirche und an der Gangolf geweihten Kapelle Saint-Gengoulph vertauscht.

Was Frankreich so liebenswert macht: die Pflege der alten Details, hier dieser Brunnen an der Pfarrkirche im Dorf Guyonvelle bei Langres, wo Martin Lukas Huin, ein Gefährte von Antonius Daveluy, geboren wurde.

Eher einfallslos dagegen: die Ortsnamen: nach Guyonvelle fahre ich nach Martinvelle bei Épinal, wo Gibert starb und in der - verschlossenen - mittelalterlichen Pfarrkirche sein Grab ist. Nächstes Ziel ist Fresnoy-en-Bassigny, ein Ortsteil von Parnoy-en-Bassigny bei Langres; dort gibt es diese spärlichen Reste des einst bedeutenden Klosters Morimond. Otto von Freising war dort Abt, Adam von Ebrach, Eberhard von Berg, Gezelinus von Schlebusch, Heinrich von Kamp, Heinrich von Troyes, Konrad von Bayern und Petrus waren dort Mönch, Stephan Harding gründete das Kloster mit Unterstützung von Bernhard von Clairvaux, Im Artikel Zisterzienserorden ist es erwähnt.

Es geht immer weiter auf den schmalen Straßen durch die Pampa, jetzt nach Saint-Blin bei Langres zur - auch geschlossenen - Pfarrkirche; hier lebte Blandinus als Einsiedler. Ein größerer Ort, an dem ich endlich eine gut ausgebaute Straße erreiche, ist dann Joinville bei Saint-Dizier mit dieser großen Kirche, in der es eine Berührungsreliquie von Joseph von Nazaret gibt. Ama von Joinville lebte hier als Einsiedlerin, auf sie gibt es aber keinen Hinweis.

Auch nicht gefunden: die Reliquie, die es von der Einsiedlerin Bolonia in dieser altehrwürdigen Pfarrkirche in Vignory bei Saint-Dizier geben soll. Wieder abseits liegt Sexfontaines bei Saint-Dizier, wo es in der - frisch renovierten - Pfarrkirche Reliquien von Felix und Angilbert gab.
Zurück auf der Schnellstraße ist es nicht mehr weit zur angestrebten Autobahnraststätte. Aber auf der Autobahn wird die Fahrbahn erneuert, deshalb ist die Einfahrt versperrt. Also geht es wieder zur nächsten Ausfahrt - diesmal nur 10 km - und zurück, dann durch die Unterführung doch zu dieser Raststätte Châteauvillain für eine ruhige Nacht.

Erstes Ziel am Mittwoch ist dann die Stadt Chaumont; in deren Jesuitenkolleg mit dessen großer erhaltener Kapelle starb Honoratus Bochart von Champigny. Im nahen Verbiesles stand das ehemalige Mutterkloster der Écoliers du Christ, der Schüler Christi, die Wilhelm gegründet hatte; heute ist dort ein Schloss - unzugänglich und mit diesem Tor versperrt. Die Französische Revolution hat zwar Adels- und Kirchenbesitz enteignet, aber den haben dann Bürger übernommen und eine neue Herrschaftsklasse geschaffen - bis heute ist Frankreich eigentlich ein Ständestaat, Liberté gab es fürs Bürgertum, von Ègalité und Fraternité ist man weit entfernt.

Unzugänglicher Privatbesitz, aber von außen einzusehen und kein von Wohlstand geprägter Ort, ist auch dieses ehemalige Kloster der Franziskaner in Châteauvillain bei Langres Guardianus war hier Guardien und wurde dort wie auch Paulus Tonnelerius und Tussanus Fortinus von Hugenotten überfallen und getötet. Über eine Stunde dauert dann die Fahrt auf schmalen Landstraén nach Colmier-le-Bas bei Langres zu den ausgegrabenen spärlichen Resten der römischen Villa, in der Urban von Langres geboren wurde.

Nochmals fast eine Stunde durch die Provinz: nach Salives bei Dijon, wo in der - geschlossenen - Pfarrkirche Gebeine von Balderich liegen. Direkt an die Kirche angebaut ist unterhalb dieses Waschhaus.

Im Dorf Barjon bei Dijon komme ich zur - wieder einmal geschlossenen - Pfarrkirche mit den Reliquien von Frodulph und zur tief unter dem Niveau des heutigen Friedhofes gelegenen Kapelle (links), in der sein Grab war.

Sehr schön frisch renoviert ist diese Pfarrkirche im Dorf Til-Châtel bei Dijon, wo Florentius und Gefährten starben und ihnen die Kirche geweiht ist.

In Bèze bei Dijon versteckten sich, wie in den Biografien von Ansuinus und Gefährten sowie von Radco erzählt, die Menschen vor den einfallenden Normannen in dieser Höhle; obwohl sie im Moment nicht besichtigt werden kann, habe ich Glück und komme hinein, weil sie offen steht, da derzeit Forschungsarbeiten stattfinden. Weniger Glück habe ich mit dem ehemaligen Kloster in Bèze, es ist Privatbesitz und nur im Juli und August zu besuchen. Ansuinus und Gefährten sowie Radco waren hier Mönche, Gangolf Schutzherr des Klosters, von Prudentius von Narbonne gab es Reliquien.

Nach der unscheinbaren - und verschlossenen - Pfarrkirche in Epagny bei Dijon, die Benignus von Dijon geweiht ist, der dort starb, komme ich nach Fontaine-lès-Dijon bei Dijon zur ehemaligen Burg, in der heute eine Basilika eingerichtet wurde, weil hier Bernhard von Clairvaux geboren wurde. Hier wohnten auch seine Eltern Aleth von Dijon und Tezelin de Fontaine sowie seine Geschwister Andreas, Gerhard von Clairvaux, Nivard von Clairvaux und Humbelina von Jully-sur-Sarce - alles Heilige und Selige, dafür hat Bernhard schon gesorgt, man gönnt sich ja sonst nichts . Daneben steht die Kirche, die Aleth von Dijon zu Ehren von Ambrosianus von Sarlat errichten ließ und die nun ebenfalls Bernhard von Clairvaux geweiht ist.

Dann komme ich - wieder im Berufsverkehr, der aber erstaunlicherweise diesmal kein Problem darstellt - nach Dijon, die Hauptstadt von Burgund. Anne de Xainctonge wurde hier geboren, Quieta und Hilarius, die Eltern von Johannes von Réôme, starben wohl hier. Zuerst komme ich zur Kirche des ehemaligen Klosters Saint-Bénigne, dieser heutigen Kathedrale und finde einen Parkplatz ganz in ihrer Nähe. Die Kathedrale ist die Kirche des ehemaligen Klosters, in der Krypta ist das - angebliche - Grab von Benignus, der auch Patron der Stadt ist. Dort ist auch das Grab von Gregor von Langres sowie von Florida und Jakob I. von Toul und war das Grab von Aleth von Dijon. Äbte des Klosters waren Annas de Pérusse d'Escars de Givry von Metz, Bertilo von Dijon,, Eustadius von Saint-Benigne, Jarento, Saro, Tranquillus und Wilhelm von Dijon. Franz von Sales predigte hier, Paschasia ist ein Altar geweiht, von Antidius von Besançon und Apollinaris von Ravenna gibt es Reliquien, auch Urban von Langres ist Patron.

Beim Rundgang durch die Stadt an der Kunstgewerbe-Schule: die Zeichen der anhaltenden Schüler- und Studentenproteste in Frankreich …

… ein Stück weiter: Lebensfreude am Feierabend …

… und dann der Herzogspalast, heute das Rathaus.

Vorbei an der ehemaligen Kirche Saint-Etienne - heute ein Museum -, in der es Reliquien von Ambrosianus von Sarlat und Prudentius von Narbonne gab, komme ich zur Kirche Saint-Michel mit diesem prächtigen Tympanon, in der die Reliquien von Elisabeth Catez von der heiligsten Dreifaltigkeit bewahrt werden.

Nach der Stelle des Geburts- und Wohnhauses von Johanna Franziska de Chantal sehe ich noch diese Kapelle des ehemaligen alten Karmelitinnenklosters von Dijon, zu dem sie Kontakte pflegte.

Schließlich beeindruckt noch diese - heute als Theater genutzte - Kirche Saint-Jean, die Urban von Langres errichten ließ.
Ohne Komplikationen geht es dann zur Raststätte Gevrey mit recht ruhiger Nacht; die Nächte sind aber inzwischen kalt, was im Schlafsack kein Problem ist, aber ich muss ja irgendwann wieder raus .

Am Donnerstag fahre ich nach Marsannay-la-Côté bei Dijon, wo Marius von Avenches-Lausanne geboren wurde und das Gebäude der Pfarrkirche eher protestantisch anmutet - vielleicht ist es ja deshalb geschlossen . Schier endlos zieht sich die Fahrt über eine Landstraße ins Dorf Tart-l'Abbaye, wo Stephan Harding das erste Frauenkoster des Zisterzienserordens gründete, von dem nichts übrig ist, nur eine kleine Kapelle erinnert. Nochmals Geduld ist erforderlich, um ins kleine Dorf Chaudenay-le-Château bei Dijon zu kommen, wo in der Burg - heute unzugänglicher Privatbesitz - wohl Johannes IV. de Chaudenay geboren wurde; davor steht diese - verschlossene - Kirche.

Wie man an den Fotos sieht, ist heute auch der Herbst eingekehrt - trüb und kühl. Abweisend ist auch diese Kirche in Sombernon bei Dijon, nämlich geschlossen. Balderich starb wohl hier. Geboren in der Burg La Sarrée nahe Mesmont wurde Sequanus …

… der dann unweit in Saint-Seine-l'Abbaye das Kloster mit dieser Kirche gründete. In ihr finde ich eine große Anzahl von Fresken über sein Leben, die gut erläutert sind. In dieses Kloster trat Benedikt von Aniane ein.

Dieses ehemalige Kloster in Flavigny-sur-Ozerain bei Dijon ist seit der Französischen Revolution eine Süßwarenfabrik für Bonbons mit Kernen aus Anis, die einst die Mönche erfunden hatten. Egil von Sens war hier Abt, von Regina von Burgund gab es Reliquie, Widrad hatte das Kloster gegründet.

Ich sehe dann noch das Maison Lacordère, früher Noviziat des Dominikanerordens, in das Johannes Josef Lataste eintrat, heute das Priesterseminar der schismatischen Priesterbruderschaft St. Pius X. und beim Gang durch den Ort diese mittelalterliche Baustruktur.

Auf dem Weg zum nun nahen Campingplatz in Venarey-les-Laumes fällt am Straßenrand dieses gut gepflegte Grab auf - es ist das Grab zweier im Januar 1944 von den Deutschen getöteten junger Männer, der eine davon ausdrücklich feige erschossen. Und nun will dieses Deutschland wieder die stärkste Armee Europas haben; Merz spinnt und die französischen Linken wie die Rechten haben ein zündenedes, viel genutztes Wahlkampfargument für die bald anstehenden Präsidentschaftswahlen. Hier ist nichts vergessen!
Auf dem großen kommunalen Campingplatz bin ich fast allein - die Campingsaison ist zuende, aber der Platz ist als einer der wenigen noch offen, er ist einfach, funktionell, aber sauber und ich kann gemütlich arbeiten und das aufkommende Regenwetter überbrücken.

geschrieben vom 9. bis 13. Oktober 2026


Ähnliche Beiträge




Kommentare


Kommentar schreiben

URLs werden automatisch umgewandelt.
[b]DEIN TEXT[/b] für Fett gedruckt
[quote]DEIN ZITAT[/quote] für Zitate
[code]DEIN CODE[/code] für Code
captcha