Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Neuer Anlauf

   J. Schäfer          

Dienstag, 7. April, bis Sonntag, 31. Mai

Fast acht Wochen war ich nun zuhause in Stuttgart, habe die Lage in Tunesien und die Reisemöglichkeiten beobachtet, immer wieder mit dem deutschen Residenten Matthias gesprochen über die Situation - von ihm stammt das Bild von meiner Kiste mit dem Kommentar Alles in Ordnung - daran hatte ich keinen Zweifel. Es gab aber bislang praktisch keine Möglichkeiten, nach Tunesien zu kommen und von dort wieder weg. Nun aber sind für Juni Reisemöglichkeiten gegeben: Tunisair fliegt, die GNV-Fähren fahren nach Italien. Also habe ich für Montag, den 1. Juni, den Flug nach Tunis gebucht, für akzeptable 200 €. Dort muss man dann für - nur noch - eine Woche in Quarantäne in ein Hotel; das kostet 330 €, dann kann ich mich in Tunesien frei bewegen.
Die Lage vor Ort ist höchst erfreulich: Tunesien hat seit Ausbruch der Pandemie bis zum 26. Mai insgesamt nur 1068 Erkrankte, davon sind 47 gestorben und 903 geheilt, also derzeit 118 akut Infizierte; Baden-Württemberg hat ziemlich genau dieselbe Bevölkerungszahl, aber 34.431 Fälle, 1738 Gestorbene und noch immer 3095 Infizierte. Der Distrikt Nabeul hat insgesamt nur 15 Fälle seit Anfang der Pandemie, abgesehen von dem gleich zu Anfang dort Verstorbenen sind alle geheilt; der etwas weniger Menschen umfassende Stadtkreis Stuttgart hat 1465 Fälle bei 61 Toten und aktuell 5 neue Fälle an einem Tag. Lange Zeit habe ich den Leuten hier gesagt, Nabeul sei 130 Mal sicherer als Stuttgart; inwischen ist es also rein mathematisch unendlich sicherer. Und die Fallzahlen sind in Tunesien nicht deshalb so viel geringer, weil wenig getestet wird - dieser Verdacht stimmt nicht - sondern weil konsequent gehandelt und erst jetzt geöffnet wurde.

Mein Plan ist, nadch dem Ende der Quarantäne mit dem ersten erreichbaren Schiff am 13. Juni nach Italien zu fahren; in Tunesien umherzureisen scheint mir nicht sinnvoll, da ich mit meinem deutschen Auto keine Ängste bei den Leuten und keine fragwürdigen Reaktionen provozieren will. Auch Süditalien, wo das Elend der Menschen sehr groß und der Hass auf die Deutschen sicher - zu Recht! - verbreitet ist, scheint mir nicht empfehlenswert. Aber Florenz, Venedig und andere Staädte kann ich jetzt so angenehm menschenleer wie sonst wohl nie erleben, das Reisen ist in Italien ab 3. Juni für EU-Bürger möglich, die Campingplätze sind dann offen. Also ist mein Ziel für die nächsten Wochen Civitavecchia und dann Mittelitalien.

Ob das alles klappt? Man wird sehen.

geschrieben am 28. Mai 2020



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