In dieser unscheinbaren - wie meist - geschlossenen Kirche
in Verzenay bei Reims steht der Grabstein von Basolus,
dieser lebte im nahen Verzy als Einsiedler an der Stelle einer heutigen
Kapelle.
Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere
ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist
in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren
sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung.
In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von
Franziska Salesia Aviat.
In Nesle-la-Reposte im Département Marne komme ich zuerst zur
Kirche mit den
Reliquien von
Blancard, dann zum ehemaligen
Kloster, in dem sich
Serenus von Metz oft aufhielt und in dssen Nähe
Blancard als Einsiedler lebte, schließlich zum nach diesem benannten
Brunnen mit dieser seiner Statue. Die
Kirche in Bethon, einem Ortsteil von Chantemerle im
Département Marne, ist ihm geweiht.
Im ehemaligen Kloster an der Stelle der heutigen
Kirche in Chantemerle war
Serenus von Metz bestattet worden. In deren
Friedhof fallen diese alten Gräber mit vielen gusseisernen Kreuzen auf.
Auch das idyllisch in einer Talsenke an einem See gelegene ehemalige
Kloster Jouy / Joyacum nahe Chenoise-Cucharmoy bei
Sens ist heute ein Bauernhof, aber dieser Zufahrtsweg zeugt von einstiger Pracht.
Johannes von Joyacum war hier Abt,
Sighard von Bonlieu Mönch.
Dann geht es in die mittelalterliche Oberstadt, die UNESCO-Weltkulturerbe und - jedenfalls am heutigen Sonntag - für Autos
gesperrt ist. Ihr Flair und diese in großen Teilen erhaltene Stadtmauer lockt viele Ausflügler an …
… auch Dank der Pracht des Frühlings.
In der ehemaligen Burg - von ihr ist heute der Tour
César erhalten - wurden Theobald von Provins
und seine Schwester Humberga geboren; zudem gab es dort
die Theobald geweihte einstige Kirche Saint-Thibaut;
er ist auch Patron der Stadt.
Den Tagesabschluss bildet dieses einsam inmitten von Feldern gelegene ehemalige
Schloss in Crisenoy bei Meaux - heute ein Landgut und
Veranstaltungsort. Cagnoald von Laon,
Fara und
Faro von Meaux stammten von hier.
Recht kalt aber ruhig war die Nacht auf der Raststätte
Galande.
Der Montag beginnt an der Kirche in Bombon bei Melun,
wo René Rouzé, der Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier,
geboren wurde. Das Dorf wurde zwei Mal historisch bedeutsam: 1909 verbrachte Lenin den Sommer mit seiner Mutter und Schwester hier;
General Foch, Marschall von Frankreich und Oberbefehlshaber der Alliierten an der Westfront, verlegte seinen Kommandoposten
1918 nach Bombon in dieses Schloss - heute
unzugänglicher Privatbesitz. Bombon wurde damit die Wiege des Sieges über Deutschland.
Nach dem Gutshof Mainpincien, einem Ortsteil von
Andrezel bei Paris, in dem der spätere Papst Martin IV.
geboren wurde, komme ich zur
Kirche in Saint-Pathus bei Meaux, die
Patusius von Meaux geweiht ist, der hier starb.
Daneben sehe ich dieses alte Schulgebäude - heute ein Vereinsheim.
Zum ehemaligen Kloster Parc-aux-Dames nahe
Auger-Saint-Vincent bei Senlis, in dem Katharina Nonne
war, führt ein Feldweg. Als ich den befahre, kommt mir ein - sichtlich gut gekleidetes - Ehepaar mit einigen Hunden entgegen,
hält mich an und erklärt sehr unfreundlich, dass ich ihr Anwesen nicht besuchen und auch nicht fotografieren könne. Geld stinkt
doch! Die Pfarrkirche Saint-Pierre in Rethondes bei
Compiègne an der Stelle des einstigen Klosters Saint-Pierre-et-Saint-Paul, das
Drausinus von Soissons gegründet hatte,
ist aber geöffnet und ich sehe darin - wie in fast allen Kirchen - diese Statue der
Johanna von Orléans.
Nahe Berneuil-sur-Aisne bei Compiègne stand das
Kloster Notre-Dame de la Joie mit der
Kopfreliquie der
Klara von Köln. Das riesige Anwesen hinter diesem
Tor ist heute ebenfalls unbetretbar, es beherbergt ein Luxushotel mit eigenem Jagrevier. Für 800 € kann man einen Tag jagen,
hinzu kommen die Abschussgebühren: für ein Wildschwein 400 €, für einen 12-ender-Hirsch 2200 €; Schnäppchen ist ein Rehe für nur
300 €. Hatte ich schon erwähnt, dass Geld …
In der Kirche Saint-Hilaire in Trosly-Breuil bei
Compiègne wurde Präcordius der Schotte bestattet. Und
in Épagny bei Soissons mit dieser Pfarrkirche wurde
Ansaricus von Soissons geboren, er ist Patron
des Ortes.
Meine Nacht verbringe auf der Raststätte Ressons; die
ist sehr groß, dennoch gibt es Autobahnlärm, das Dröhnen eines nahen Kühllasters und zudem viele Züge auf der parallelen
Schnellfahrstrecke - und wie schon gewohnt die Kälte durch den klaren Himmel. Aber dessen Sterne sind schön.
Der Dienstag beginnt wieder in einer großen Anlage eines ehemaligen Klosters, des Klosters Ourscamp bei Noyon mit der Ruine dieser
Kirche. Morgens ist bei Sonnenschein das Fotografieren
von Kirchen immer schwierig, da diese ja geostet sind; hier stört zudem das Gerüst.
Erveus gründete zusammen mit
Waleranus das Kloster und war Abt,
Odo und Violantia waren angeblich Abt und Äbtissin,
Stephan d'Huberte Mönch.
Unweit steht das beim Bombardement von 1918 zerstörte, dann 1927 bis 1930 originalgetreu wieder aufgebaute
Geburtshaus von
Johannes Calvin und gegenüber dieses - für eine
Stadt mit knapp 13.000 Einwohnern wahrhaft großzügige - Stadttheater. Frankreich ist eben eine Kulturnation!
Es geht weiter nach Norden durch die Hauts-de-France, zuerst nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin mit dieser
Kirche - sichtlich relativ neu. Hier war im
1. Weltkrieg großes Schlachtgetümmel, die Schlachten an der Somme - und wie jetzt in fast allen Orten wurden dabei
offenbar gerade die Kirchen zerstört. Die Zerstörung von Kultur und Religion des Gegners soll dessen Identität brechen und
ihn demütigen - das hat nicht der Islamische Staat erfunden.
Humbert von Maroilles wurde hier geboren.
In Clastres bei Saint-Quentin mit ebensolcher
Kirche wurde
Ricwera von Clastres geboren. Der nächste Ort
ist größer - Ham bei Saint-Quentin, der Geburtsort von
Gislebert von Meaux -, die
Kirche hatte den Krieg wohl überstanden, ist aber
derzeit Baustelle.
Wieder sichtlich neueren Datums: diese Kirche im
kleinen Ort Beaulieu-les-Fontaines bei Noyon, die Reliquien
von Euphrosyne von Alexandria birgt.
Zudem gibt es hier das Verlies, in dem
Johanna von Orléans gefangen war.
Obwohl es an der Fernstraße mit Wegweiser angezeigt wird, kann mir im Ort keiner sagen, wo es ist; schließlich finde ich es selbst -
es ist aber unzugänglich.
Im Dorf Cuvilly bei Compiègne steht das Geburtshaus von
Maria Rosa Julia Billiart; zuerst meine ich,
es sei dieses auffällig geschmückte Haus, aber es steht zwei Häuser weiter. So wie dieses Haus sind hier im Ort viele Häuser mit
US-amerikanischen und französischen Fahnen versehen - Erinnerung an die heftigen Kämpfe, bei denen das Dorf am 9. Juni 1918
völlig zerstört und schließlich von den Amerikanern befreit wurde.
Mein Ziel zum Arbeiten ist nun der Campingplatz in
Attichy - ruhig gelegen an einem kleinen See - aber Baden schon seit langem verboten, offenbar überdüngt durch die ungezügelte
Landwirtschaft. Der Campingplatz ist preiswert, ganz in Ordnung und das Wetter angenehm bei anhaltendem Sonnenschein, allerdings
weiterhin kalten Nächten.