In dieser unscheinbaren - wie meist - geschlossenen Kirche
in Verzenay bei Reims steht der Grabstein von Basolus,
dieser lebte im nahen Verzy als Einsiedler an der Stelle einer heutigen
Kapelle.
Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere
ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist
in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren
sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung.
In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von
Franziska Salesia Aviat.
Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute
Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen
Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor
eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen
Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.
Nachdem sich das Wetter gebessert hat, jedenfalls der Regen aufgehört hat, fahre ich am Donnerstag wieder mit dem Zug in die
Stadt und setzte zunächst den Rundgang im Zentrum fort. Zuerst komme ich zu dieser
Kirche Saint-Leu-Saint-Gilles mit
Reliquien von
Helena; die Kirche ist aber erst nachmittags geöffnet.
Der Abschied vom ordentlichen Campingplatz in
Triel-sur-Seine und von Paris fällt mir schwer, aber nun geht es einen großen Sprung nach Norden, zunächst nach
Lesquielles-Sainte-Germain bei Vervins; in der Germana geweihte
Kirche Sainte-Germain gab es die
Reliquien von
Proba und Germana, aber die Kirche wurde entweiht,
dann als Kegelbahn genutzt. Nun sieht es innen so aus, denn aus der Kirche soll eine Markthalle werden. Ein Planungsfehler führt
mich dann nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin -
aber als ich die Kirche sehe erkenne ich: da war ich ja schon.
Noch beginnt am Freitag der Morgen kühl und ich heize, bevor ich aufbreche vom
Campingplatz in Plouvain und - auf der Autobahn mit
richtig viel Verkehr - wieder in den Norden fahre zu dieser
Kirche Saint-Vaast in Wambrechies bei Lille, an der
Alois Tezza wirkte. An der Stelle des
Brunnens in Verlinghem bei Lille starb
Chrysolius „der Armenier”.
Ich blieb dann noch einen Tag länger als ursprünglich gedacht auf dem schönen
Campingplatz Bloemstraete - der Nordwesten von
Frankreich ist Französisch-Flandern und hier wird auch Flämisch gesprochen. Am Dienstag trotze ich Husten und Schnupfen,
die mich befallen haben, und auch der Kühle und dem Regen, und fahre ins nahe Saint-Omer, zuerste zu dieser
mächtig-prächtigen Kirche des ehemaligen
Kollegs der
Jesuiten. Die Gründung der englischen Abteilung zur Ausbildung von
Priestern für die Gegenreformation in England beförderte
Henry Walpole.
Philipp Evans,
Ralph Corby (Corbington),
Thomas Bullaker,
Thomas Garnet,
Thomas Holland,
Thomas Thwing und
Wilhelm Ireland wurden dann dort ausgebildet.
In der Kleinstadt Samer fällt diese - auch geöffnete -
Pfarrkirche Saint-Martin mit den vor die Fassade
gebauten Gesachäftshäusern auf. Unweit von ihr hatte
Wulmar von Samer das
Kloster Saint-Pierre - heute eine Schule - gegründet.
Hier in der Region um Calais sind sehr viele Kirchen
geöffnet, was sonst ja eher selten ist; es gibt sogar einen eigenen Prospekt dafür. In der sehr gepflegten Kirche in Samer ertönt
zudem - dezent, aber vernehmbar - eine mich sehr ansprechende Musik.
Eine sehr, sehr ruhige Nacht gibt es dann an der Raststätte
l'Épitre - abgesehen vom Pfeifen des Sturmes, der schon den ganzen Tag und nun auch in der Nacht anhielt.
Gegenüber des Rathauses von in Boulogne-sur-Mer stand das
Wulmar von Samer geweihte
Kloster, das
Ida von Boulogne gestiftet hatte. Wie die Kirche
macht auch die Stadt einen sehr gepflegten Eindruck - was für eine Hafenstadt ja nicht gerade üblich ist. Weil der Sturm anhält
und immer wieder Regen schauert, sind aber nur wenige Menschen unterwegs.
Ob es die schwierige Straßenführung oder ein Fehler des Navis war - jedenfalls lande ich nicht bei den Resten der
ehemaligen Abtei in Watten bei Dunkerque, in der
Thomas Holland sein Noviziat im
Jesuitenorden verbrachte. Fündig werde ich dann aber mit dieser völlig einsam gelegenen
Kapelle Sainte Mildrède nahe Millam bei Calais, wo
Mildred von Minster sich eine Zeit lang
versteckte.
Glück habe ich in der Pfarrkirche in Arnèke bei
Dunkerque; sie wird renoviert, ist aber offen, innen wird fleißig gearbeitet, ich kann eintreten und fotografieren, bis mich der
Vorarbeiter entdeckt und hinausweist - aber da bin ich schon fertig.
Godehard von Hildesheim wirkte hier als
Pfarrer.
In dieser Pfarrkirche in Esquelbecq bei Dunkerque wird
Folkwin von Thérouanne verehrt, er starb hier während einer
Reise. Man sieht: es regnet wieder einmal und ist so düster, dass die Autos um 15.30 Uhr mit Licht fahren.
Die Pfarrkirche in Esquelbecq wurde 1976 bei einem Brand
völlig zerstört. Die verkohlten Holzstatuen hat man trotzdem bewahrt und nun in der neu aufgebauten Kirche ausgestellt.
Dunkerque / Dünkirchen wurde 1658 von Oliver Cromwell
erobert, England hatte nun einen Stützpunkt auf dem Kontinent. Ich sehe zuerst den - wie immer verschlossenen -
protestantischen Tempel;
Johannes Marteilhe lebte zeitweise in der
Stadt. Vom damaligen Hafen aus, in dem heute dieses
historische Dreimast-Segelschiff und ein altes Feuerschiff liegen, reiste
Lukas Kirby nach England.
Der nördlichste Punkt dieser Reise ist Ghyvelde bei Dunkerque, wo Louis Didion, ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier, geboren
wurde. In dieser Pfarrkirche entdecke ich zudem
Friedrich Janssoone, der nun neu ins
Heiligenlexikon kommt.
Wieder eine außerordentlich ruhige, aber wiederum stürmische Nacht verbringe ich auf der
Raststätte 2 Caps.
Am Donnerstag geht es weiter nach Süden, zuerst nach Saint-Josse bei Boulogne-sur-Mer, wo
Ingenoc sich dem an der Stelle dieser heutigen
Pfarrkirche lebenden Einsiedler
Jodokus anschloss und
Alkuin Abt des daraus entstandenen Klosters war. Auch diese
Kirche ist geöffnet! Unzugänglich auf Privatbesitz ist aber die
Quelle, die Jodokus angeblich entspringen ließ.
Im kleinen Dorf Raye-sur-Authie mit dieser - verschlossenen -
Pfarrkirche lebte
Jodokus acht Jahre als Einsiedler. Auch geschlossen ist
die Pfarrkirche in Regnière-Écluse bei Abbeville, wo
Vulflagius von Abbeville als Einsiedler
lebte. Das ehemalige Kloster in Forest-Montiers, das
auf die Einsiedelei von Richarius von
Centula zurückging, ist heute ein Bauernhof.
Dann komme ich nach Rue bei Abbeville, wo mich dieser mächtige Beffroi - Glockenturm - begrüßt; er wurde - wie hier in jedem
größeren Ort - errichtet als Symbol der bürgerlichen Macht gegenüber der kirchlichen, dieser hier im Kern 1220, er ist
UNESCO-Weltkulturerbe. Unweit steht die
Vulflagius von Abbeville geweihte
Kirche Saint-Wulphy, in der auch
Wulflaik (Walfroy) verehrt wird …
… dieser gegenüber dieses Fachwerkhaus, gebaut um 1425 …
Nahe Saint-Valéry-sur-Somme bei Amiens steht die von
Blidmundus über dem Grab von
Walarich errichtete
Kapelle direkt oberhalb des breiten Mündungstrichters
der Somme. Nachdem nun am Spätnachmittag der Sturm nachgelassen hat und die Sonne scheint, sind hier trotz anhaltender Kühle
nun viele Urlauber unterwegs. Und auch die Kuh scheint zu genießen …
Im Ort selbst komme ich dann - durch mittelalterliches
Gassengewirr - zur Kirche des einst von Walarich
gegründeten und von Blidmundus wieder aufgebauten Klosters, in dem
Ribert Abt war und es
Reliquien von
Riberius von Saint-Oyend und
Sevoldus gab. Von dort geht dieser Blick über den
Mündungstrichter der Somme.
Pech habe ich zum Abschluss des Tages in Abbeville, wo
Bernhard von Tiron geboren wurde und
Laurentius O'Toole den König aufsuchte.
Als ich in die prächtige Kirche Saint-Vulfran mit
Reliquien von
Sevoldus und
Wolfram von Sens eintreten will, kommt mir der Kustode
entgegen: er schließe gerade. Und er macht nicht den Eindruck, dass darüber zu diskutieren sei; so fotografiere ich eben das
Hauptportal.
Eine dritte sehr, sehr ruhige Nacht beschert mir die
Raststätte la Baie de Somme. Und nachdem am
Nachmittag der Sturm in Wind überging, ist auch dessen Brausen nicht mehr zu hören.
Und immer wieder, so auch hier: Johanna
von Orléans. Auch in einem Ortsteil von Saint-Riquier musste sie eine Nacht im Gefängnis verbringen und wurde - jedenfalls
diesem Relief gemäß - von Mönchen des Klosters
getröstet.
Auf der Weiterfahrt komme ich wieder durch Abbeville - Gelegenheit, den Besuch in der
Kirche Saint-Vulfran nachzuholen - aber ich muss
feststellen, dass das Innere der von außen so eindrücklichen Kirche (mir) nichts zu bieten hat. Dann geht es nach
Blangy-sur-Bresle bei Dieppe, wo es nahe dieser
Pfarrkirche eine
Marienerscheinung gab. Auf schmalen
Straßen geht es nun tief in die Provinz, zuerst zur
Kapelle bei Andainville an der Geburtsstääte von
Walter von Rebais, dann zum kleinen Ort Avesnes bei Amiens,
wo in der Burg - heute ein gepflegtes Schloss -
möchte man als Begüteter so abgelegen wohnen ? -
Jakobus von Avesnes geboren wurde.
Schließlich komme ich zu diesem einsamen Bauernhof
nahe Selincourt - einem Ortsteil von Hornoy-le-Bourg - bei Amiens, an dessen Stelle das von
Milo von Thérouanne gegründete
Kloster stand. Als ich gerade weiterfahren möchte, kommt der Besitzer angefahren, es gibt eine sehr nette Unterhaltung - wenn
schon 'mal ein Fremder in diese Einsamkeit kommt, muss man die Gelegenheit nützen.
Letztes Ziel: diese Pfarrkirche in Tronchoy -
auch ein Ortsteil von Hornoy-le-Bourg - bei Amiens, wo Petrus-Franz Hénocq, ein Gefährte vonn
Andreas Abel Alricy, geboren wurde.
Dann geht es auf den Campingplatz in
Poix-de-Picardie: ein großer Platz, auf dem außer mir fast nur Holländer auf der Durchreise und für eine Nacht sind, denn
auch hier gibt es nichts, was Touristen anziehen könnte. Zwar ist der Platz weit von der Autobahn entfernt, aber man kann so deren
größere Ausbuchtung abkürzen. Von Amsterdam hierher
sind es 450 km, das ist offenbar für viele eine Tagestour auf dem Weg in sonnigere und wärmere Gefilde. Die Holländer fahren in
die Sonne, ich aber muss in der Gegend bleiben; nun bin ich ja nicht neidisch, denn das ist ja eine Todsünde - aber so ein
bisschen . Zumal sich Petrus eine besondere Perfidie hat einfallen
lassen: die Nächte sind jetzt sternenklar, also kalt, die Tage grau und nass, also auch kühl. Und dann hat sich am Dienstag
auch noch mein Bildschirm verabschiedet - ich muss direkt am Laptop arbeiten, was deutlich unentspannter ist. Aber auch dieser
große kommunale Campingplatz ist preiswert, sehr ordentlich und sauber und mit freundlichem Empfang.