Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

In der Normandie

   J. Schäfer         

Samstag, 14. Juni, bis Dienstag, 23. Juni

Nachdem sich am Nachmittag des Freitags das Wetter endlich deutlich gebessert hat, geht es am sich sonnig erweisenden Samstag weiter, zuerst ins Dorf Torcy le Grand bei Dieppe, wo Ribert taufte und ihm diese Pfarrkirche geweiht ist.

In der Hafenstadt Dieppe wird die Parkplatzsuche schwierig, in der Altstadt ist Markt auf Plätzen und in den Gassse. In der Stadt wurde Antonius Daniel, ein Gefährte von Jean de Brébeuf, geboren, Waningus von Fécamp war Statthalter der Gegend. In der Kirche Saint-Jacques - Jakobus der Jüngere und Philippus der Apostel sind Stadtpatrone - fällt diese Steinmetzarbeit auf, oben abgeschlossen vom Fries der Wilden, der die verschiedenen Völker darstellt, die von den Seefahrern Dieppes entdeckt wurden.

Es ist nicht Markt, sondern Jahrmarkt, der den großen Platz an der Kirche des ehemaligen Kloster in Fécamp bei Le Havre unbenutzbar macht. Aldowin von Rouen war an der Klostergründung beteiligt, Childomarca war die erste Äbtissin, Leodegar von Autun wurde hierher verbannt, Maurilius von Rouen war Mönch, Waningus von Fécamp hatte das Kloster gegründet, Wilhelm von Dijon war Abt. In der Kirche, wo allein das Kirchenschiff 127 Meter lang ist, beeindruckt dieser Volksaltar …

… und diese Uhr von 1667, die nicht nur die Zeit, sondern auch die Gezeiten anzeigt; auch Fécamp ist schließlich Hafenstadt.

In Gonneville-la-Mallet bei Le Havre wurde Bernard Lemaire, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, geboren und in dieser Pfarrkirche getauft; in ihr wird auch die Erinnerung an ihn gepflegt.

In Montivilliers bei Le Havre gründete Philibert von Jumièges einst das Kloster an dieser Kirche Saint-Saveur, die Infoblätter ausliegen hat - was selten ist - und sogar solche in Deutsch. Dann komme ich nach Fontaine-la-Mallet bei Le Havre mit einer - verschlossenen - modernen Kirche; hier lebte Condedus als Einsiedler.

In Le Havre geboren wurden Daniel Ludwig André des Pommerayes, ein Gefährte von Petrus Jakob Maria Vitalis, Gaston Raoult, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, sowie Petrus-Claudius Pottierein, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy. Waningus von Fécamp war Statthalter in der Gegend. Ich sehe zuerst diese Kirche Sainte-Cécile, an ihr wirkte Maurice Grandet, auch ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier.

Hoch über dem Hafen liegt das ehemalige Kloster Graville, in dem das Grab von Honorina war. Das heißt wieder einmal Bergsteigen zur leider schon verschlossenen Kirche, wird aber mit dieser Aussicht belohnt.
Kaum zu glauben: es gibt eine vierte sehr, sehr ruhige Nacht an der Raststätte Bolleville.

Der Sonntag geht mit Honorina weiter: nach mancher Legende starb sie in Juliobona, dem heutigen Lillebonne bei Le Havre, wo das Amphitheater erhalten ist. Und er gehr weiter mit bestem Wetter - seit gestern endlich: Pullover (tagsüber) adé! Dann geht es Richtung Süden über diese große Seine-Brücke der Nationalstarße, dem Pont de Tancarville - noch nicht ahnend, dass ich ein paar Stunden später auch die Autobahnbrücke über die Seine-Mündung, den Pont de Normandie gleich zwei Mal befahren werde, weil ich davor im Kreisverkehr eine Abzweigung zu früh genommen habe - aber diese kostet pro Richtung 6,10 Euro Gebühr.

Im kleinen Dorf Saint-Samson-de-la-Roque - hoch über dem Seine-Tal, das hier oft von Felsen begrenzt ist, daher der Name - ist diese Samson von Dol geweihte Kirche leider geschlossen. Einige Kilometer weiter unten im Tal war das Kloster Pental, in dem Germar von Flay Abt war, Samson von Dol gilt als dessen Gründer. Zu sehen sind nur noch wenige Steine auf einer Wiese.

Dann geht es nach Honfleur. Die kleine Stadt war früher der wichtige Hafen an der Seine-Mündung. Weil er immer wieder zu versanden drohte, wurde 1517 gegenüber im Norden Le Havre‎ gegründet und Honfleur verlor an Bedeutung - was dazu führte, dass die Altstadt noch wie im Mittelalter erhalten ist - einschließlich der Holzkirche Sainte-Catherine. Deren Eingang gegenüber steht dieser ebenfalls aus Holz gebaute Kirchturm.

Heute ist die historische Substanz ein Segen für den Ort, der sehr viele Ausflügler und Touristen - zumal am heutigen sonnigen Sonntag - anzieht. Mit Glück finde ich auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz am Stadtrand einen letzen Stellplatz für die Kiste. Dionysius a Navitate Domini wurde hier geboren.

In der Holzkirche erlebe ich die - wiederum sehr gut besuchte - Messe.

Viele sind von der Stadt und der Kirche begeistert …

… auch ich, nicht nur von den filigranen Türen der Kirche.

Dann geht es zu einem weiteren Highlight: nach Lisieux, der Stadt, in der Theresia von Lisieux lebte. Zuerst zu diesem - merkwürdig hinter der Wand gelegenen - Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen, in das Theresia eintrat.

Mächtig prächtig: die ab 1929 bis 1954 zu Ehren von Theresia erbaute Basilika in Lisieux. Auch recht groß, aber viel bescheidener ausgestattet ist die Kathedrale der Stadt. Bertewin war hier Diakon oder Priester, Hugo von Rouen wohl Bischof, Ludwig Martin machte der Kathedrale große Schenkungen, Theresia von Lisieux legte hier ihrer erste Beichte ab und empfing die Erstkommunion, Thomas Hélye war Wanderprediger in der Diözese.

Während in der Stadt an diesem Sonntag um die Mittagszeit fast nichts los war - das Volk, das drei Stunden zu Mittag isst - für solche Dreistigkeiten hat Deutschalnd jetzt bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat die Quittung bekommen - geht es nun in noch größere Einsamkeit, tief in die Provinz zum ehemaligen Kloster Val-Richer nahe Saint-Ouen-le-Pin bei Lisieux, wo Nivard von Clairvaux Prior war. Das ist heute ein Bauernhof, Zutritt strengstens verboten. Als ich an einem Feldweg halte, um von Ferne dieses Foto zu machen - auf dem man aber nichts vom Kloster sieht - kommt der Besitzer samt Frau und Kind angefahren: auch das sei Privatbesitz! Es gibt auch die unfreundlichen Franzosen - wahrscheinlich die, die sich fürs Mittagessen keine Zeit nehmen.

Dann komme ich in die nächste Stadt: Caen mit diesem Rathaus in dem 1063 von Wilhelm I. „dem Eroberer” gegründeten früheren Männerkloster mit der Kirche Saint-Étienne - laut meinem Reiseführer (sehr gut, umfassend und kenntnisreich: Ralf Nestmeyer: Normandie, 6. Aufl. Michael Müller Verlag, Erlangen 2024) der schönste Sakralbau der Normandie. In der Stadt wurde Petrus Saint-James, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren.

Ich sehe zuerst diese Ruine der Kirche Saint-Étienne-le-Vieux, die 1944 weitgehend zerstört wurde durch eine Granate der Alliierten, die eigentlich einer nahen deutschen Panzerkolonne galt. Ganz nahe war das ebenfalls 1944 zerstörte ehemalige Kolleg der Jesuiten, an dem Johannes Eudes studierte. Dann geht es zum Haus Alte Mission, in dem Johannes Eudes seine Weltpriesterkongregation von Jesus und Maria gründete und an deren Priesterseminar dann Pierre-François Jamet studierte.

Nach dieser Kirche Saint-Étienne des früheren Klosters aux Hommes, auf dessen Gelände Franz von Montmorency-Laval als Einsiedler lebte, in dem Lanfranc von Canterbury Abt war und das Wilhelm „der Eroberer” gestiftet hatte, sehe ich noch das einstige Hospiz Bon Saveur, in dem Ludwig Martin behandelt wurde und das auf das Wirken von Pierre-François Jamet zurückging.

In dieser - auch am Abend noch offenen - Kirche in Saint-Contest bei Caen wird eine Reliquie von Contextus von Bayeux verehrt.
Nach viermaligem Glück wird es diesmal eine recht geräuschintensive Nacht an der Raststätte Gibreville.

Am Montag geht es noch einmal nach Caen, wo ich ohnehin vorbeikomme, nämlich zu dieser gestern verpassten Burg, die Wilhelm „der Eroberer” gegründet hatte.

In der Pfarrkirche an der Stelle des früheren Klosters in Evrecy bei Caen, wo Patricius von Bayeux angeblich und Alnobert von Seez, den ich hier neu entdecke, tatsächlich Abt war, versammeln sich viele Leute zu einer demnächst beginnenden Trauerfeier. Ich kann gerade noch in der Kirche fotografieren. Vor der Kirche sehe ich diesen Sarkophag eines 1842 verstorbenen Pfarrers des Ortes. An meine Kinder: mindestens so einen Sarg möchte ich dereinst auch .

Bei der Weiterfahrt: zufälliger Halt an diesem Soldatenfriedhof für Gefallene einer britischen Infanteriedivision. Weiter im Westen waren es die Friedhöfe aus dem 1. Weltkrieg, hier sind es nun jene aus dem zweiten; nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 war die Gegend wochenlang Schlachtfeld. Der Ort, den ich eigentlich ansteuere, Tilly-sur-Seulles bei Bayeux, wurde unglaubliche 23 Mal erobert und zurückerobert, zwei Drittel der Häuser waren völlig zerstört. Am Rand des angesteuerten Ortes wurde - im 19. Jahrhundert nach Marienerscheinungen eine kleine Kapelle errichtet.

Nach dieser Pfarrkirche in Crépon bei Bayeux, wo Gerbold von Bayeux vielleicht als Einsiedler lebte und ich Gildard von Rouen neu entdecke, komme ich nach Bayeux Aquilinus von Évreux, Ebrulf von Saintt-Évroult, Gaufrid von Savigny und Markulf von Nanteuil wurden hier geboren.

Das herrliche Wetter hat eine regnerische Pause eingelegt, als ich an diese Kathedrale komme, aber ich finde direkt an ihr einen (halblegalen) Parkplatz. Contextus von Bayeux, Exuperius von Bayeux, Gerbold von Bayeux, Hugo von Rouen, Lupus von Bayeux, Patricius von Bayeux, Ragnobert von Bayeux, Rufinianus von Bayeux, Sulpicius von Bayeux und Vigor von Bayeux waren hier Bischöfe, zudem auch Manveus von Bayeux, den ich hier neu entdecke. Reverentius war Priester, Thomas Hélye Wanderprediger, Petrus Dumoulin-Borie wurde hier zum Priester geweiht, von Faustus, Ida von Boulogne und Spatius gibt es Reliquien, von Laudus von Coutances gab es solche, Jovinus wird verehrt. Zudem entdecke ich noch Maria Katharina vom heiligen Augustinus de Longprey neu.

Ich sehe dann noch die Kirche des ehemaligen Klosters der Nächstenliebe - heute ein Kongresszentrum -, in der es Reliquien von Basilla gab, und die unscheinbare Kirche Saint-Exupère, die Grablege der ersten Bischöfe Contextus von Bayeux, Exuperius von Bayeux, Gerbold von Bayeux, Lupus von Bayeux, Manveus von Bayeux, Patricius von Bayeux und Rufinianus von Bayeux. Gegenüber ist diese Gedenkstätte zum Krieg mit nachgebautem Kriegsgerät - Erinnerungsort oder Spielplatz?

In Cérisy - heute Cerisy-la-Forêt - stehen die Reste des ehemaligen Klosters Saint-Vigo, in dem Gaufrid von Savigny und Serlo von Savigny Mönche waren und das angeblich Vigor von Bayeux gegründet hatte. Davor: diese Pferdemütter mit ihren Fohlen. Die Normandie ist die am stärksten landwirtschaftlich geprägte Region Frankreichs, v.a. mit Milchviehwirtschaft und Apfelanbau - daraus wird dann oft Cidre -, aber eben auch Pferdezucht - auch zur Fleischproduktion. Pferdefleisch ist lecker!

Noch tiefer in der Provinz liegt das kleine Dörfchen Blay bei Bayeux mit dieser Pfarrkirche, an deren Stelle einst Contextus von Bayeux gelebt habe. Aber auch im kleinsten Dorf: der öffentliche Bücherschrank! Im ebenso abgelegenen Dorf Louvières bei Bayeux wurde Karl-Viktor Véret, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren. In Deux-Jumeaux bei Bayeux blieb vom ehemaligen Kloster die rustikale heutige Pfarrkirche; Ebrulf von Saint-Évroult war hier Mönch, Manveus von Bayeux Einsiedler und Martin von Vertou hatte das Kloster gegründet.

In dieser Pfarrkirche in Carentan bei Saint-Lô, wo Leo von Rouen geboren wurde, wird er umfangreich dargestellt. Honoré de Balzac war übrigens auch schon hier.

Auch - sehr ! - umfangreich: der Besucherstrom zur Pfarrkirche in Sainte-Mère-Église bei Cherbourg, wo Jakob-Leonor Rabé geboren wurde - auch er war ein Gefährte von Andreas Abel Alricy. Die kommen aber nicht seinetwegen, sondern. wegen dieses Fallschirmspringers am Kirchturm. Heute eine Attrappe, aber es gab ihn wirklich: als am 6. Juni 1944 die Invasion der Alliierten in der Normandie begann, sprangen in der Nacht zuvor US-amerikanische Fallschirmspringer ab, darunter John Steele, der aber am Turm der Kirche hängen blieb. Er stellte sich tot, wurde nach zwei Stunden von den Deutschen aus der misslichen Lage befreit und dann gefangen genommen, konnte aber bald schon fliehen und wurde in England im Krankenhaus behandelt. Heute, neun Tage nach dem Jahrestag des D-Day, sind v.a. viele Engländer hier, ganze Busladungen. In der Kirche nutzt man die Gelegenheit für aufdringlich Werbung um Spenden, gegenüber hat man richtig investiert und ein Fallschirmmuseum mit zwei Gebäuden in Form eines geöffneten Fallschirmes errichtet.

In Nantum / Nanteuil - dem heutigen Saint-Marcouf-de-l'Isle gründete Markulf von Nanteuil einst ein Kloster an der Stelle dieser heutigen Pfarrkirche.

In Valognes bei Cherbourg mit dieser nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder aufgebauten Pfarrkirche - über Geschmack … - predigte einst Johannes Eudes. Johannes-Petrus Le Laisant und Julian Le Laisant, Gefährten von Andreas Abel Alricy, wurden hier geboren. Im ehemaligen Kloster der Benediktinerinnen - heute Teil des Krankenhauses - wurde Maria Magdalena Postel erzogen. Ich sehe dann noch die direkt am Meer stehende Pfarrkirche in Morsalines, einem Ortsteil von Quettehou bei Cherbourg, wo Petrus Morselinus geboren wurde und finde nach Suchen auch das Geburtshaus von Placida Viël im Weiler Le Valvacher - auch ein Ortsteil von Quettehou.
Sie ist zwar etwas entfernt, aber die einzige Raststätte im Nordzipfel der Normandie, aber ich gönne mir das nach einem langen Tag und übernachte an der Raststätte Cantepie - einigermaßen ruhig.

Am Dienstag komme ich zuerst nach Barfleur bei Cherbourg zum Geburtshaus von Maria Magdalena Postel und dann zur direkt an diesem Hafen gelegenen Kirche, an der Rumpharius von Coutances Pfarer war.

Dann geht es nach Cherbourg, die geschäftige Hafenstadt an der Nordspitze der Normandie. Petrus-Robert Regnet - wieder ein Gefährte von Andreas Abel Alricy - wurde hier geboren. Ich sehe zuerst am Stadtrand diese Ruinen des ehemaligen Klosters Notre-Dame du Vœu, in dem Thomas Hélye ausgebildet wurde. Hoch über der Stadt war das US-amerikanische Kriegsgefangenenlager La Glacerie, in dem Franz Stock einsaß; den dort in dem heutigen Gewerbegebiet nach ihm benannten Weg finde ich aber nicht..

In der Altstadt, von der wenig übrig blieb, weil Cherbourg im 2. Weltkrieg schwerst gelitten hat, komme ich noch zu diesem ersten Haus der von Maria Magdalena Postel gegründeten Pauvres Filles de la Miséricorde.

Steil hinauf geht es vom kleinen Ort Vauville bei Cherbourg - nun an der Westküste - zu diesem ehemaligen Priorat der Benediktiner, in dem Thomas Hélye ausgebildet wurde. Unten im Ort sehe ich dann das Schloss, in dem er zuletzt lebte und starb. Im nahen Biville sehe ich die Kirche, in der Thomas' Grab ist, aber die ist wegen Baufälligkeit von den Behörden geschlossen worden.

Thomas Hélye setzte seine Ausbildung fort am damaligen Priorat der Benediktiner - an der Stelle dieser heutigen Kirche - im nahen Héauville bei Cherbourg.

Letzte Station: die Kirche in Les Pieux bei Cherbourg, denn hier wurde Ägidius-Ludwig-Symphorianus Lanchon geboren - wieder ein Gefährte von Andreas Abel Alricy; und die offene Kirche hat sogar eine Statue von ihm.
Dann geht es zum Campingplatz in Surtainville bei Cherbourg. Der liegt direkt am Meer, ist auch kommunal und preiswert, sehr groß, rundum in Ordnung und dazu mit hervorragender WLAN-Verbindung. Dass er ohne Bäume und also schattenlos ist - eigentlich für mich ein No-go -, ist hier nicht das Problem, denn der Atlantik schickt zuverlässig Wolken und Wind; die Nachrichten von der Hitzewelle lese ich deshalb ganz entspannt. Spannend allerdings: die vielen mehrsprachigen Schilder mit Hinweisen, was zu tun ist bei einem Atomunfall; das nächste AKW ist nur 5 km entfernt und sein ältester Block 45 Jahre alt. Und was hat man zu tun? Das Wohnmobil verlassen und sich in die Dorfkirche begeben, die hat dickere Mauern. Es ist ein schlechter Witz - und rein statistisch ist der nächste GAU nach Three Mile Island 1979, Tschernobyl 2000 und Fukushima 2011 überfällig.

geschrieben vom 17. bis 21. Juni 2026

An der Nordsee

   J. Schäfer         

Diensag, 2. Juni, bis Freitag, 12. Juni

Ich blieb dann noch einen Tag länger als ursprünglich gedacht auf dem schönen Campingplatz Bloemstraete - der Nordwesten von Frankreich ist Französisch-Flandern und hier wird auch Flämisch gesprochen. Am Dienstag trotze ich Husten und Schnupfen, die mich befallen haben, und auch der Kühle und dem Regen, und fahre ins nahe Saint-Omer, zuerste zu dieser mächtig-prächtigen Kirche des ehemaligen Kollegs der Jesuiten. Die Gründung der englischen Abteilung zur Ausbildung von Priestern für die Gegenreformation in England beförderte Henry Walpole. Philipp Evans, Ralph Corby (Corbington), Thomas Bullaker, Thomas Garnet, Thomas Holland, Thomas Thwing und Wilhelm Ireland wurden dann dort ausgebildet.

Im Département-Nord

   J. Schäfer         

Freitag, 15. Mai, bis Donnerstag, 21. Mai

Der Abschied vom ordentlichen Campingplatz in Triel-sur-Seine und von Paris fällt mir schwer, aber nun geht es einen großen Sprung nach Norden, zunächst nach Lesquielles-Sainte-Germain bei Vervins; in der Germana geweihte Kirche Sainte-Germain gab es die Reliquien von Proba und Germana, aber die Kirche wurde entweiht, dann als Kegelbahn genutzt. Nun sieht es innen so aus, denn aus der Kirche soll eine Markthalle werden. Ein Planungsfehler führt mich dann nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin - aber als ich die Kirche sehe erkenne ich: da war ich ja schon.

Im Zentrum und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Donnerstag, 7. Mai, bis Donnerstag, 14. Mai

Nachdem sich das Wetter gebessert hat, jedenfalls der Regen aufgehört hat, fahre ich am Donnerstag wieder mit dem Zug in die Stadt und setzte zunächst den Rundgang im Zentrum fort. Zuerst komme ich zu dieser Kirche Saint-Leu-Saint-Gilles mit Reliquien von Helena; die Kirche ist aber erst nachmittags geöffnet.

Im Norden und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 3. Mai, bis Mittwoch, 6. Mai

Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.

Über Compiègne ins Herz von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 26. April, bis Samstag, 2. Mai

Am Sonntag fahre ich nach Compiègne, zuerst zu diesem Rest der ehemaligen Burg, dem Turm Jeanne d'Arc, nach ihr benannt, weil Johanna von Orléans in dieser Stadt gefangen genommen wurde. Bischof Kunibert von Köln hatte in der Burg einst beim Beschluss zur Reichsteilung von Austrasien und Neustrien mitgewirkt und Bischof Brun von Köln als Friedensstifter. Jakob I. von Toul hatte dort an einer Synode teilgenommen. Dann gehe ich zur großen Bibliothek Saint-Corneille, der einstigen Kirche des damaligen Klosters Saint-Corneille mit Reliquien von Cornelius.

Von der Seine in die Hauts-de-France

   J. Schäfer         

Sonntag, 19. April bis Samstag, 25. April

Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung. In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von Franziska Salesia Aviat.

In die Champagne

   J. Schäfer         

Samstag, 28. März bis Dienstag, 7. April

Da ich erst spät zuhause losgekommen bin und dann in einige Staus, kam ich am Samstag nur bis zur Raststätte Keskastel bei Metz. Enttäuschend auch: die Hoffnung, dass in Frankreich die Dieselpreise deutlich niederiger seien, hat sich nicht erfüllt. Mein erstes Ziel dann am Sonntag: Diese Kirche in Biding bei Forbach, wo es eine Marienerscheinung gab.

Von Friesland nach Utrecht

   J. Schäfer         

Dienstag, 14. Oktober, bis Freitag, 17. Oktober

Nur drei Tage brauchte ich zur Arbeit auf dem Campingplatz in Easterlittens. Das erste Ziel am Dienstag war nun die Kirche in Witmarsum bei Leeuwarden, an der Menno Simons Priester war. Auf dem Gut Liauckama in Sexbierum, einem Ortsteil von Waadhoeke, wurde Elko von Lidlom geboren und im nahen damaligen Kloster Lidlom - heute ein Bauernhof in Klooster-Lidlum - war er Abt.

Gelderland und Nord-Brabant

   J. Schäfer         

Montag, 29. September bis Montag, 6. Oktober

Nach den angenehmen Tagen auf dem Camping Waldvelen beginne ich den Montag in Burlo, einem Stadtteil von Borkum, an der Kirche Mar Odisho & Mar Qardagh, dem ersten Gotteshaus der Assyrische Kirche des Ostens in Deutschland. Ebenfalls in Burlo steht dieses Kloster Mariengarden, das seit 1920 von den von Eugen von Mazenod gegründeten Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria bewohnt wird.

Limburg und Münsterland

   J. Schäfer         

Freitag, 19. September bis Sonntag, 28. September

Wegen der Einschulungsfeier meines Enkels geht es erst spät im September wieder los, zuerst nach Köln, um dort die Familie meines Sohnes zu besuchen. Nach der Nacht auf der Raststätte Frechen komme ich nach Aachen, zuerst zur Kirche St. Josef - heute ein würdevoll gestaltetes Kolumbarium -, in der es Reliquien von Heinrich van der Blomm gab und dann zu dieser ehemaligen Franziskanerkirche St. Nikolaus - heute ein Ort der City-Seelsorge, in der sich die evangelische und die katholischer Kirche gemeinsam engagieren. Heinrich van der Blomm starb hier, Lambert Conradi wurde in Aachen geboren. Viele andere Stellen in Aachen hatte ich schon 2021 besucht.

Tours

   J. Schäfer         

Sonntag, 27. Juli bis Montag, 28. Juni

Nach einem größeren Sprung nach Osten komme ich noch nach Tours und sehe zuerst dieses erhaltene Stück der alten römischen Stadtmauer an der - profanisierten - Kapelle Saint-Libert. In Tours wurde Adventius verehrt, Corentin von Quimper angeblich zum Bischof geweiht, Florentius von Orange, Ingeborg und Leobatius von Sennevières geboren, Simon war Franziskaner in der Gegend, Spanus und Gefährten starben angeblich hier.

Im Schloss wurden Irmgard und Sigirannus geboren.

In dieser Kathedrale waren Bartholomäus von Tours, Baudinus von Tours, Brictius von Tours, Eligius von Noyon, Eustochius von Tours, Gregor von Tours, Lidorius von Tours, Martin von Tours, Perpetuus von Tours und Volusanius von Tours Bischöfe, Armand Jean Le Bouthillier de Rancé Archidiakon, Franziskus Pallu, Philipp Berruyer, Wilhelm Pinchon (von St-Brieuc) waren Kanoniker, Paulus von Tricastinum vielleicht Schüler, Alanus von Lille studierte hier, Maurilius von Angers war hier, Caletricus von Chartres, Conoganus von Quimper, Domnolus von Le Mans, Felix von Nantes, Franziskus von Stagno, Germanus von Paris, Gregor VII., Hieronymus von Nevers, Lanfranc von Canterbury, Praetextatus von Rouen und Victorius von Le Mans nahmen an Synoden teil.