Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

Im Süden der Normandie

   J. Schäfer         

Mittwoch, 24, Juni, bis DonnerstagMittwoch, 1. Juli

Nachdem ich den Dienstag, den zweiten der angekündigten Tage mit extremer Hitze, noch am Campingplatz in Surtainville am Meer verbracht habe, ging es am Mittwoch weiter Richtung Süden, beim Fahren habe ich ja die Kimaanalge. Zuerst komme ich nach Le Mesnil bei Cherbourg mit dieser Kirche; hier wurde Marie Coueffard, eine Gefährtin von Wilhelm Répin, geboren.

In Saint-Saveur-le-Vicomte bei Saint-Lô wurde Maria Katharina vom heiligen Augustinus de Longprey geboren. Das dortige Kloster mit dieser - wie immer in Frauenklöstern - sehr ordentlichen Kirche wurde von Maria Magdalena Postel wieder aufgebaut und zum Mutterhaus ihres Ordens; Martha Le Bouteiller war dort Ordensschwester, Placida Viel Äbtissin.

Nach der geöffneten Kirche in Les Moitiers-en-Bauptois, einem Ortsteil von Picauville bei Saint-Lô, mit einem Glasnster für den hier geborenen Ludwig le Danois, einem Gefährten von Petrus Jakob Maria Vitalis, komme ich nach Doville bei Saint-Lô, wo Petrus-Adrian Toulorge Kaplan war, und dann zum ehemaligen Kloster Blanchelande nahe Neufmesnil bei St-Lô, in das Petrus-Adrian Toulorge eintrat. Das Anwesen ist heute abgeschlossener Privatbesitz und nur nach Voranmeldung zu besuchen, was die Eigentümerin nicht davon abhält, zu mir an die Kiste zu kommen, um Parkgebühren kassieren zu wollen. Aber ich geh' ja schon! Und komme zu dieser modernen Kirche im kleinen Dorf Laulne bei St-Lô, wo Michael-Andreas-Silvester Binard, auch ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren wurde.

Im heute gut 700 Einwohner großen Dorf Dorf Muneville-le-Bingard bei St-Lô wurde Petrus-Adrian Toulorge geboren. Gegenüber der Kirche sehe ich dieses alte Mühlrad; die Gemeinde hat die alte Mühle gekauft und will alles restaurieren. 700 Einwohner - aber es wird Geld ausgegeben für die Traditionspflege - Frankreich ist eben ein Kulturland. Ebenso ist es mit der Gerbold von Bayeux geweihten ehemaligen Einsiedelei nahe Gratot bei Coutances.

Dann komme ich in das auf einem Hügel thronende Coutances. In der Stadt wurden Julian-Franz Hédouin, wieder ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, und wohl auch Paternus von Sens geboren. Das dortige damalige Priesterseminar besuchte August Chapdelaine. An der Spitze des Hügels steht diese hoch aufragende, weithin sichtbare Kathedrale; Laudus von Coutances, Possessor von Coutances und Rumpharius von Coutances waren hier Bischöfe, Markulf von Nanteuil wurde hier zum Priester geweiht, Thomas Hélye war Wanderprediger in der Diözese, Wilhelm I. „der Eroberer” förderte den Bau der Kathedrale, von Basilides und Gefährten sowie von Thomas von Aquin gibt es Reliquien und Johannes Franziskus Lefranc entdecke ich hier neu. Ich sehe dann in der heißen Stadt noch die Place de la Croûte, auf der Petrus-Adrian Toulorge starb, und den - leider verschlossenen - Friedhof Saint-Pierre, wo sein Grab ist.

In Orval bei Coutances hat die Pfarrkirche sehr alte Wurzeln, ich kann auch die - schmucklose - Krypta besuchen. Audomar von Thérouanne und Bertin wurden hier geboren. Mit merkwüdiger Betonfassade zeigt sich dagegen diese Kirche Notre-Dame in St-Lô. Hier wurde Laudus von Coutances geboren.

Die Erklärung für den Beton liefert dieses Foto in der Kirche Notre-Dame, das ihr Aussehen nach den Beschädigungen durch Beschuss der deutschen Artillerie zeigt.

Im kleinen Weiler La Boissée, einem Ortsteil von Condé-sur-Vire bei Saint-Lô, wurde Johannes de Brébeuf geboren; an der Stelle seines Geburtshauses wurde 1993 diese Kapelle errichtet. In Troisgots bei St-Lô - mit verschlossener Kirche - wurde Jakob Dufour, auch ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren. Und in der nahen Wallfahrtskirche La Chapelle-sur-Vire lernte Martha Le Bouteiller Maria Magdalena Postel kennen und trat dann in deren Orden ein.
Für die Nacht fahre ich zur Raststätte Vallé-de-laVir-Gouets und finde dort nicht nur einen ruhigen, sondern v.a. einen schattigen Platz - es hat um 20 Uhr noch immer 37°, da wird das Einschlafen schwierig.

Am Donnerstag habe ich beim Aufstehen noch immer Schatten, aber es ist jetzt schon heiß. Ich komme zuerst in den Weiler La Henrière, einen Ortsteil von Percy-en-Normandie bei Saint-Lô, wo an diesem Bauernhof, ihrem Geburtshaus, ein Gedenkstein an Martha Le Bouteiller erinnert. Aber der abgelegene Ort ist auch wieder einmal ein Beispiel für die vielen abgehängten Gegenden und wohl eine wesentliche Erklärung für die Wahlerfolge des Front nationale. Der Bauer, den ich treffe, schaut mich zwar nicht unfreundlich an, aber reden will er mit mir offenbar nicht - obwohl meine Anrede nicht so ganz schlechtes Französisch war.

In Saint-Pair-sur-Mer ist wieder einmal Markt, direkt an der Paternus von Avranches geweihten Pfarrkirche Saint-Paterne. Paternus und Scubilion hatten an deren Stelle das ehemalige Kloster Sesciacum gegründet, Sinerius von Avranches war dort Mönch. Es ist furchtbar heiß und wegen Markt und vielen in dieser Stadt am Meer weilenden Touristen wird die Parkplatzsuche und dann der Gang durch die aufgeheizten Straßen wirklich mühsam. Aber die sehr gepflegte Kirche ist für mich eine Fundgrube. Ich sehe dann noch das Oratorium Saintt-Gaud an der Stelle, wo Gaudus von Évreux als Einsiedler lebte, und …

… die Quelle Saint Gaud an diesem - bei der gerade herrschenden Ebbe noch weitläufrigen - Meeresstrand.

Dann geht es nach Avranches - wieder eine Stadt hoch auf einem Hügel. Peter von Savigny und Wilhelm Abrincus wurden hier geboren. Die engen Gassen sind vollgeparkt, ich muss lange suchen, um einen Pltz für die Kiste zu finden; die stehende Luft mit Hitze bis zu 39° macht das nicht angenehmer. Dann gehe ich zu dieser Kirche Saint-Gervais-et-Saint-Protais, sie war die erste Kathedrale der einstigen Bischofsstadt. Autbert von Avranches, Fragarius von Avranches, Leonhard von Avranches, Paternus von Avranches, Severus von Avranches, Sinerius von Avranches und wohl auch Hugo von Rouen waren dort Bischöfe, Paternus von Sens Mönch. An der Stelle der von 1025 bis 1790 genutzten Kathedrale St-André ist heute eine Gedenkstätte. Lanfranc von Canterbury war Lehrer an der Schule an der Kathedrale, Scipio Hieronymus Brigéat de Lambert war Generalvikar, Thomas Hélye Wanderprediger.

Und dann pasiert mir eine unsägliche Dummheit: ich fahre vermeintlich zum nächsten Ziel - und stelle dort angekommen fest, dass das nicht sein kann. Solche Riesenirrtum hat immer mehrere Ursachen, Hauptgrund war, dass meine Kiste in Avranches meldete: Kühlflüssigkeit überhitzt - die Mittagshitze, das langsame Fahren in den engen Gassen, das Parken in praller Sonne - es wurde ihr zuviel und ich musste snun unverzüglich über Land fahren, um der Mschine kühlenden Luftzug zu verschaffen. Dazu kam, dass ich einen neuen Planungsabschnitt hatte, und mein durch Hitze eingeschränkt funktionierendes Gehirn - wie auch immer: statt 220 fuhr ich rund 320 Kilometer, um nach Héricourt-en-Caux bei Rouen zu kommen und diese. Kirche zu sehen, in der es Reliquien von Mellon von Rouen gab. Aber immerhin hatte ich in dieser Zeit ja eine Klimaanlage.

Schon später am Abend komme ich zum früheren Fontenelle, dem noch immer aktiven heutigen Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon bei Rouen; entgegen den Angaben im Reiseführer ist aber das Tor nicht mehr geöffnet und ich sehe nur dieses Nebengebäude von außen. Aldowin von Rouen gab den Anstoß zur Gründung, Ansbert von Rouen, Ansegisus, Benignus von Flay, Einhard, Fulko von Fontenelle, Gennard von Flay, Gerhard I. von Fontenelle, Gradulf von Fontanelle, Hildebert I., Hildebert II., Hugo von Rouen, Lambert von Lyon, Lando von Fontanelle, Trasarius, Wando von Fontenelle und Wandregisil warewn Äbte, Genesius von Lyon war Prior, Condedus, Desideratus, Erembert von Toulouse, Hermeland von Indre und Raverianus von Séez und, Wolfram von Sens Mönche. Inwischen weiß ich, wo der richtige Eingang ist, ich komme wieder. Dieser Donnerstag war nicht mein Tag!

Letzte Station für diesen Hitzetag: Vatteville-la-Rue bei Rouen mit dieser - geschlossenen - Kirche, die aber nichts zu tun hat mit dem einst in der Nähe lebenden Condedus.
Für die Nacht fahre ich zur Raststätte Bosguet - zuerst auf deren Südseite, wo es nur völlig der Sonne ausgesetzte Parkplätze gibt, deshalb dann weiter auf die Nordseite, wo der einzige mäßige Schattenspender ein Polen-Sprinter ist, an dem ich deshalb parke. Um 22 Uhr hat es noch immer 39°, es ist schwer zu ertragen. Nachdem der Pole - tatsächlich ist es ein Rumäne - sich schlafen gelegt hat, aber noch weiterhin - wie schon seit Stunden - seinen Motor für die Klimaanlage laufen lässt, wober wie bei FIATs üblich ständig der Lüfter laut aufheult, entferne ich mich etwas von ihm; damit wird es etwas leiser, aber auch nach Sonnenuntergang ist es kaum merklich kühler.

Den Freitag beginne ich in Jumièges bei Rouen, zuerst an der Pfarrkirche Saint-Valentin, in der es Reliquien eines Valentin gibt, und dann in den schönsten Ruinen Frankreichs - so ganz zurecht Victor Hugo -, jenen des ehemaligen Klosters in Jumièges. Aichardus von Jumièges, Hugo von Rouen waren Äbte, Philibert von Jumièges der Gründer und Abt, Amaltrud von Jumièges war Nonne und Sidonius von Saint-Saëns Mönch, Sturmius von Fulda und Tassilo III. „der Verlierer” wurden hierher verbannt und Wilhelm Langschwert restaurierte das Kloster. Neben den wirklich beeindruckenden Ruinen zeigt gegenüber des Eingangs zu ihnen dieses verspielte Schild an der Post, was Frankreich so liebenswert macht.

Und auch obwohl es noch heißer ist als gestern: auf dem Programm steht wieder eine Stadt: Rouen. Hier weilte Gallus, Thomas Netter von Walden starb hier und Waningus von Fécamp wurde in der Gegend geboren. Auf dem ausgesuchten Parkplatz ist nichts frei, aber ich habe Riesenglück und finde einen Abstellplatz für die Kiste sogar noch näher an der Kathedrale, in der diese Kapelle für die Patronin Johanna von Orléans gestaltet ist. In ihr bittet seit 2022 auch eine Tafel um Vergebung für durch Kleriker und gläubige Laien begangene Missbrauchstaten.

Die Kathedrale selbst grüßt wieder einmal mit in architektonischer Freiheit gestaltetem Vierungsturm. Evodius von Rouen, Gildard von Rouen, Innocentius von Rouen, Mellon von Rouen, Romanus von Rouen und Victricius von Rouen waren hier Bischöfe, Nicasius von Rouen ein legendärer Bischof, Aldowin von Rouen, Ansbert von Rouen, Hugo von Rouen, Leo von Roueni, Maurilius von Rouen, Melantius von Rouen, Praetextatus von Rouen und, Remigius von Rouen waren Erzbischöfe, Fromund möglicherweise Erzbischof. Gradulf von Fontanelle war Koadjutor, der spätere Papst Martin IV. Archidiakon, Roger von Bourges Kanoniker, Gillebert von Limerick Priester, Wandregisil Kleriker. Quirinus von Malmedy Glaubensbote, Angadresima empfing hier ihre Jungfrauenweihe, Olaf von Norwegen wurde hier getauft und Wilhelm Langschwert begraben. Alnobert von Seez, Aquilinus von Évreux, Gennard von Flay, Gerbold von Bayeux und Regulus von Reims nahmen an Synoden teil, Johannes „Coignetus” starb in der Diözese, von Euphemia von Chalcedon, Rumpharius von Coutances und Vivianus von Saintes gibt es Reliquien.

Auch sehenswert; dieses Haus gegenüber der Kathedrale, heute Sitz des Tourismusbüros.

Neben der Kathedrale steht der ehemalige Bischofspalast, in dem das Museum über Johanna von Orléans untergebracht ist und etwas weiter diese - verschlossene -, Maclovius von Aleth geweihte Kirche Saint-Maclou.

Im Park an der Aldowin von Rouen geweihten Kirche Saint-Ouen, in der es die Gebeine von Nicasius von Rouen, Quirinus von Malmedy und Remigius von Rouen gab, steht dieses Denkmal für Rollo, den Wikinger, der aus Norwegen kam, die dann nach seiner Herkunft und der seiner Gefolgschaft Normandie genannte Gegend unterwarf und Rouen zu seiner Hauptstadt machte. Außerdem bietet der Park mir die Gelegenheit für eine Pause im Schatten - es hat dennoch 41° und ist zudem schwül!

Unweit ist dann die damalige erste Unterkunft der von Nikolaus Barré gegründeten Sœurs de l'Enfant Jésus und etwas weiter dieses ehemalige Kloster der Paulaner - heute ein Kloster der der Benediktinerinnen de l'Adoration perpétuelle du Très-Saint-Sacrement und auch Gedenkstätte für Nikolaus Barré. Als ich in die geöffnete Kirche eintrete, kommt mir eine Nonne entgegen, sie schließe jetzt; mir bleibt leider nicht ausreichend Zeit für Fotos.

Ich schlurfe weiter durch die Hitze, aber immerhin sind die Altstadtgassen schattig. Es ist ein ganzes Stück zum Turm Jeanne d'Arc, in dem Johanna von Orléans während des Prozesses gegen sie gefangen war. Er ist der letzte Rest des Schlosses in Rouen, in dem Wilhelm I. „der Eroberer” starb. Ein gutes Stück weiter, aber jetzt immerhin bergab: diese moderne Kirche Sainte-Jeanne-d'Arc, errichtet an ihrer Todesstätte und neben den Resten der nach der Französischen Revolution abgerissenen Kirche Saint-Sauveur. Johannas Kirche ist zwar wegen ihrer Mittagspause zu, aber sie spendiert wieder Schatten für eine Erholungspause.

Gegenüber von diesem ebenso riesigen wie prächtigen Justizpalast stand die Kirche St-Lô mit angeblichen Reliquien von Laudus von Coutances. Und inzwischen schwitzt auch mein Fotoapparat …

In der Kapelle Saint Pierre des damaligen Herzogspalstes - an der Stelle dieser seit 1944 in Ruinen liegenden Kirche Saint-Pierre-du-Châtel - wurden Aldowin von Rouen und Melantius von Rouen bestattet. Damit ist mein Rundgang zuende, ich bin fast wieder an der Kiste angelangt, sie zeigt 42° Außentemperatur - innen will ich gar nicht wissen.
Schon am Morgen hatte ich mich entschieden, nicht wie geplant weitere Ziele anzusteuern, sondern schon jetzt auf einen Campingplatz zu gehen. Zwar haben die Autobahnraststätten in Frankreich kostenfreie und in der Regel saubere Duschen, aber eben keinen Schatten. So steuere ich den Campingplatz in nahen Roumare an, werde freundlich empfangen - Ihr Franösisch ist sehr gut, das sagt die Besitzerin wohl zu jedem, der mehr als ein bonjour über die Lippen bringt - und bekomme einen rund um die Uhr schattigen Platz. Am Samstag, so lese ich, wurde zuhause in Stuttgart der Temperaturrekord von 39,2° gemessen - lächerlich, hier haben wir deutlich mehr. Aber schon am Abend des Samstags wird es dann milder und am Dienstag heize ich nach dem Aufstehen bei 13° und Regen - also inwischen ideal zum Arbeiten.

geschrieben vom 28. bis 30. Juni 2026

In der Normandie

   J. Schäfer         

Samstag, 14. Juni, bis Dienstag, 23. Juni

Nachdem sich am Nachmittag des Freitags das Wetter endlich deutlich gebessert hat, geht es am sich sonnig erweisenden Samstag weiter, zuerst ins Dorf Torcy le Grand bei Dieppe, wo Ribert taufte und ihm diese Pfarrkirche geweiht ist.

In der Hafenstadt Dieppe wird die Parkplatzsuche schwierig, in der Altstadt ist Markt auf Plätzen und in den Gassse. In der Stadt wurde Antonius Daniel, ein Gefährte von Jean de Brébeuf, geboren, Waningus von Fécamp war Statthalter der Gegend. In der Kirche Saint-Jacques - Jakobus der Jüngere und Philippus der Apostel sind Stadtpatrone - fällt diese Steinmetzarbeit auf, oben abgeschlossen vom Fries der Wilden, der die verschiedenen Völker darstellt, die von den Seefahrern Dieppes entdeckt wurden.

Es ist nicht Markt, sondern Jahrmarkt, der den großen Platz an der Kirche des ehemaligen Kloster in Fécamp bei Le Havre unbenutzbar macht. Aldowin von Rouen war an der Klostergründung beteiligt, Childomarca war die erste Äbtissin, Leodegar von Autun wurde hierher verbannt, Maurilius von Rouen war Mönch, Waningus von Fécamp hatte das Kloster gegründet, Wilhelm von Dijon war Abt. In der Kirche, wo allein das Kirchenschiff 127 Meter lang ist, beeindruckt dieser Volksaltar …

… und diese Uhr von 1667, die nicht nur die Zeit, sondern auch die Gezeiten anzeigt; auch Fécamp ist schließlich Hafenstadt.

In Gonneville-la-Mallet bei Le Havre wurde Bernard Lemaire, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, geboren und in dieser Pfarrkirche getauft; in ihr wird auch die Erinnerung an ihn gepflegt.

In Montivilliers bei Le Havre gründete Philibert von Jumièges einst das Kloster an dieser Kirche Saint-Saveur, die Infoblätter ausliegen hat - was selten ist - und sogar solche in Deutsch. Dann komme ich nach Fontaine-la-Mallet bei Le Havre mit einer - verschlossenen - modernen Kirche; hier lebte Condedus als Einsiedler.

In Le Havre geboren wurden Daniel Ludwig André des Pommerayes, ein Gefährte von Petrus Jakob Maria Vitalis, Gaston Raoult, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, sowie Petrus-Claudius Pottierein, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy. Waningus von Fécamp war Statthalter in der Gegend. Ich sehe zuerst diese Kirche Sainte-Cécile, an ihr wirkte Maurice Grandet, auch ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier.

Hoch über dem Hafen liegt das ehemalige Kloster Graville, in dem das Grab von Honorina war. Das heißt wieder einmal Bergsteigen zur leider schon verschlossenen Kirche, wird aber mit dieser Aussicht belohnt.
Kaum zu glauben: es gibt eine vierte sehr, sehr ruhige Nacht an der Raststätte Bolleville.

Der Sonntag geht mit Honorina weiter: nach mancher Legende starb sie in Juliobona, dem heutigen Lillebonne bei Le Havre, wo das Amphitheater erhalten ist. Und er gehr weiter mit bestem Wetter - seit gestern endlich: Pullover (tagsüber) adé! Dann geht es Richtung Süden über diese große Seine-Brücke der Nationalstarße, dem Pont de Tancarville - noch nicht ahnend, dass ich ein paar Stunden später auch die Autobahnbrücke über die Seine-Mündung, den Pont de Normandie gleich zwei Mal befahren werde, weil ich davor im Kreisverkehr eine Abzweigung zu früh genommen habe - aber diese kostet pro Richtung 6,10 Euro Gebühr.

Im kleinen Dorf Saint-Samson-de-la-Roque - hoch über dem Seine-Tal, das hier oft von Felsen begrenzt ist, daher der Name - ist diese Samson von Dol geweihte Kirche leider geschlossen. Einige Kilometer weiter unten im Tal war das Kloster Pental, in dem Germar von Flay Abt war, Samson von Dol gilt als dessen Gründer. Zu sehen sind nur noch wenige Steine auf einer Wiese.

Dann geht es nach Honfleur. Die kleine Stadt war früher der wichtige Hafen an der Seine-Mündung. Weil er immer wieder zu versanden drohte, wurde 1517 gegenüber im Norden Le Havre‎ gegründet und Honfleur verlor an Bedeutung - was dazu führte, dass die Altstadt noch wie im Mittelalter erhalten ist - einschließlich der Holzkirche Sainte-Catherine. Deren Eingang gegenüber steht dieser ebenfalls aus Holz gebaute Kirchturm.

Heute ist die historische Substanz ein Segen für den Ort, der sehr viele Ausflügler und Touristen - zumal am heutigen sonnigen Sonntag - anzieht. Mit Glück finde ich auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz am Stadtrand einen letzen Stellplatz für die Kiste. Dionysius a Navitate Domini wurde hier geboren.

In der Holzkirche erlebe ich die - wiederum sehr gut besuchte - Messe.

Viele sind von der Stadt und der Kirche begeistert …

… auch ich, nicht nur von den filigranen Türen der Kirche.

Dann geht es zu einem weiteren Highlight: nach Lisieux, der Stadt, in der Theresia von Lisieux lebte. Zuerst zu diesem - merkwürdig hinter der Wand gelegenen - Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen, in das Theresia eintrat.

Mächtig prächtig: die ab 1929 bis 1954 zu Ehren von Theresia erbaute Basilika in Lisieux. Auch recht groß, aber viel bescheidener ausgestattet ist die Kathedrale der Stadt. Bertewin war hier Diakon oder Priester, Hugo von Rouen wohl Bischof, Ludwig Martin machte der Kathedrale große Schenkungen, Theresia von Lisieux legte hier ihrer erste Beichte ab und empfing die Erstkommunion, Thomas Hélye war Wanderprediger in der Diözese.

Während in der Stadt an diesem Sonntag um die Mittagszeit fast nichts los war - das Volk, das drei Stunden zu Mittag isst - für solche Dreistigkeiten hat Deutschalnd jetzt bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat die Quittung bekommen - geht es nun in noch größere Einsamkeit, tief in die Provinz zum ehemaligen Kloster Val-Richer nahe Saint-Ouen-le-Pin bei Lisieux, wo Nivard von Clairvaux Prior war. Das ist heute ein Bauernhof, Zutritt strengstens verboten. Als ich an einem Feldweg halte, um von Ferne dieses Foto zu machen - auf dem man aber nichts vom Kloster sieht - kommt der Besitzer samt Frau und Kind angefahren: auch das sei Privatbesitz! Es gibt auch die unfreundlichen Franzosen - wahrscheinlich die, die sich fürs Mittagessen keine Zeit nehmen.

Dann komme ich in die nächste Stadt: Caen mit diesem Rathaus in dem 1063 von Wilhelm I. „dem Eroberer” gegründeten früheren Männerkloster mit der Kirche Saint-Étienne - laut meinem Reiseführer (sehr gut, umfassend und kenntnisreich: Ralf Nestmeyer: Normandie, 6. Aufl. Michael Müller Verlag, Erlangen 2024) der schönste Sakralbau der Normandie. In der Stadt wurde Petrus Saint-James, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren.

Ich sehe zuerst diese Ruine der Kirche Saint-Étienne-le-Vieux, die 1944 weitgehend zerstört wurde durch eine Granate der Alliierten, die eigentlich einer nahen deutschen Panzerkolonne galt. Ganz nahe war das ebenfalls 1944 zerstörte ehemalige Kolleg der Jesuiten, an dem Johannes Eudes studierte. Dann geht es zum Haus Alte Mission, in dem Johannes Eudes seine Weltpriesterkongregation von Jesus und Maria gründete und an deren Priesterseminar dann Pierre-François Jamet studierte.

Nach dieser Kirche Saint-Étienne des früheren Klosters aux Hommes, auf dessen Gelände Franz von Montmorency-Laval als Einsiedler lebte, in dem Lanfranc von Canterbury Abt war und das Wilhelm „der Eroberer” gestiftet hatte, sehe ich noch das einstige Hospiz Bon Saveur, in dem Ludwig Martin behandelt wurde und das auf das Wirken von Pierre-François Jamet zurückging.

In dieser - auch am Abend noch offenen - Kirche in Saint-Contest bei Caen wird eine Reliquie von Contextus von Bayeux verehrt.
Nach viermaligem Glück wird es diesmal eine recht geräuschintensive Nacht an der Raststätte Gibreville.

Am Montag geht es noch einmal nach Caen, wo ich ohnehin vorbeikomme, nämlich zu dieser gestern verpassten Burg, die Wilhelm „der Eroberer” gegründet hatte.

In der Pfarrkirche an der Stelle des früheren Klosters in Evrecy bei Caen, wo Patricius von Bayeux angeblich und Alnobert von Seez, den ich hier neu entdecke, tatsächlich Abt war, versammeln sich viele Leute zu einer demnächst beginnenden Trauerfeier. Ich kann gerade noch in der Kirche fotografieren. Vor der Kirche sehe ich diesen Sarkophag eines 1842 verstorbenen Pfarrers des Ortes. An meine Kinder: mindestens so einen Sarg möchte ich dereinst auch .

Bei der Weiterfahrt: zufälliger Halt an diesem Soldatenfriedhof für Gefallene einer britischen Infanteriedivision. Weiter im Westen waren es die Friedhöfe aus dem 1. Weltkrieg, hier sind es nun jene aus dem zweiten; nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 war die Gegend wochenlang Schlachtfeld. Der Ort, den ich eigentlich ansteuere, Tilly-sur-Seulles bei Bayeux, wurde unglaubliche 23 Mal erobert und zurückerobert, zwei Drittel der Häuser waren völlig zerstört. Am Rand des angesteuerten Ortes wurde - im 19. Jahrhundert nach Marienerscheinungen eine kleine Kapelle errichtet.

Nach dieser Pfarrkirche in Crépon bei Bayeux, wo Gerbold von Bayeux vielleicht als Einsiedler lebte und ich Gildard von Rouen neu entdecke, komme ich nach Bayeux Aquilinus von Évreux, Ebrulf von Saintt-Évroult, Gaufrid von Savigny und Markulf von Nanteuil wurden hier geboren.

Das herrliche Wetter hat eine regnerische Pause eingelegt, als ich an diese Kathedrale komme, aber ich finde direkt an ihr einen (halblegalen) Parkplatz. Contextus von Bayeux, Exuperius von Bayeux, Gerbold von Bayeux, Hugo von Rouen, Lupus von Bayeux, Patricius von Bayeux, Ragnobert von Bayeux, Rufinianus von Bayeux, Sulpicius von Bayeux und Vigor von Bayeux waren hier Bischöfe, zudem auch Manveus von Bayeux, den ich hier neu entdecke. Reverentius war Priester, Thomas Hélye Wanderprediger, Petrus Dumoulin-Borie wurde hier zum Priester geweiht, von Faustus, Ida von Boulogne und Spatius gibt es Reliquien, von Laudus von Coutances gab es solche, Jovinus wird verehrt. Zudem entdecke ich noch Maria Katharina vom heiligen Augustinus de Longprey neu.

Ich sehe dann noch die Kirche des ehemaligen Klosters der Nächstenliebe - heute ein Kongresszentrum -, in der es Reliquien von Basilla gab, und die unscheinbare Kirche Saint-Exupère, die Grablege der ersten Bischöfe Contextus von Bayeux, Exuperius von Bayeux, Gerbold von Bayeux, Lupus von Bayeux, Manveus von Bayeux, Patricius von Bayeux und Rufinianus von Bayeux. Gegenüber ist diese Gedenkstätte zum Krieg mit nachgebautem Kriegsgerät - Erinnerungsort oder Spielplatz?

In Cérisy - heute Cerisy-la-Forêt - stehen die Reste des ehemaligen Klosters Saint-Vigo, in dem Gaufrid von Savigny und Serlo von Savigny Mönche waren und das angeblich Vigor von Bayeux gegründet hatte. Davor: diese Pferdemütter mit ihren Fohlen. Die Normandie ist die am stärksten landwirtschaftlich geprägte Region Frankreichs, v.a. mit Milchviehwirtschaft und Apfelanbau - daraus wird dann oft Cidre -, aber eben auch Pferdezucht - auch zur Fleischproduktion. Pferdefleisch ist lecker!

Noch tiefer in der Provinz liegt das kleine Dörfchen Blay bei Bayeux mit dieser Pfarrkirche, an deren Stelle einst Contextus von Bayeux gelebt habe. Aber auch im kleinsten Dorf: der öffentliche Bücherschrank! Im ebenso abgelegenen Dorf Louvières bei Bayeux wurde Karl-Viktor Véret, ein Gefährte von Andreas Abel Alricy, geboren. In Deux-Jumeaux bei Bayeux blieb vom ehemaligen Kloster die rustikale heutige Pfarrkirche; Ebrulf von Saint-Évroult war hier Mönch, Manveus von Bayeux Einsiedler und Martin von Vertou hatte das Kloster gegründet.

In dieser Pfarrkirche in Carentan bei Saint-Lô, wo Leo von Rouen geboren wurde, wird er umfangreich dargestellt. Honoré de Balzac war übrigens auch schon hier.

Auch - sehr ! - umfangreich: der Besucherstrom zur Pfarrkirche in Sainte-Mère-Église bei Cherbourg, wo Jakob-Leonor Rabé geboren wurde - auch er war ein Gefährte von Andreas Abel Alricy. Die kommen aber nicht seinetwegen, sondern. wegen dieses Fallschirmspringers am Kirchturm. Heute eine Attrappe, aber es gab ihn wirklich: als am 6. Juni 1944 die Invasion der Alliierten in der Normandie begann, sprangen in der Nacht zuvor US-amerikanische Fallschirmspringer ab, darunter John Steele, der aber am Turm der Kirche hängen blieb. Er stellte sich tot, wurde nach zwei Stunden von den Deutschen aus der misslichen Lage befreit und dann gefangen genommen, konnte aber bald schon fliehen und wurde in England im Krankenhaus behandelt. Heute, neun Tage nach dem Jahrestag des D-Day, sind v.a. viele Engländer hier, ganze Busladungen. In der Kirche nutzt man die Gelegenheit für aufdringlich Werbung um Spenden, gegenüber hat man richtig investiert und ein Fallschirmmuseum mit zwei Gebäuden in Form eines geöffneten Fallschirmes errichtet.

In Nantum / Nanteuil - dem heutigen Saint-Marcouf-de-l'Isle gründete Markulf von Nanteuil einst ein Kloster an der Stelle dieser heutigen Pfarrkirche.

In Valognes bei Cherbourg mit dieser nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder aufgebauten Pfarrkirche - über Geschmack … - predigte einst Johannes Eudes. Johannes-Petrus Le Laisant und Julian Le Laisant, Gefährten von Andreas Abel Alricy, wurden hier geboren. Im ehemaligen Kloster der Benediktinerinnen - heute Teil des Krankenhauses - wurde Maria Magdalena Postel erzogen. Ich sehe dann noch die direkt am Meer stehende Pfarrkirche in Morsalines, einem Ortsteil von Quettehou bei Cherbourg, wo Petrus Morselinus geboren wurde und finde nach Suchen auch das Geburtshaus von Placida Viël im Weiler Le Valvacher - auch ein Ortsteil von Quettehou.
Sie ist zwar etwas entfernt, aber die einzige Raststätte im Nordzipfel der Normandie, aber ich gönne mir das nach einem langen Tag und übernachte an der Raststätte Cantepie - einigermaßen ruhig.

Am Dienstag komme ich zuerst nach Barfleur bei Cherbourg zum Geburtshaus von Maria Magdalena Postel und dann zur direkt an diesem Hafen gelegenen Kirche, an der Rumpharius von Coutances Pfarer war.

Dann geht es nach Cherbourg, die geschäftige Hafenstadt an der Nordspitze der Normandie. Petrus-Robert Regnet - wieder ein Gefährte von Andreas Abel Alricy - wurde hier geboren. Ich sehe zuerst am Stadtrand diese Ruinen des ehemaligen Klosters Notre-Dame du Vœu, in dem Thomas Hélye ausgebildet wurde. Hoch über der Stadt war das US-amerikanische Kriegsgefangenenlager La Glacerie, in dem Franz Stock einsaß; den dort in dem heutigen Gewerbegebiet nach ihm benannten Weg finde ich aber nicht..

In der Altstadt, von der wenig übrig blieb, weil Cherbourg im 2. Weltkrieg schwerst gelitten hat, komme ich noch zu diesem ersten Haus der von Maria Magdalena Postel gegründeten Pauvres Filles de la Miséricorde.

Steil hinauf geht es vom kleinen Ort Vauville bei Cherbourg - nun an der Westküste - zu diesem ehemaligen Priorat der Benediktiner, in dem Thomas Hélye ausgebildet wurde. Unten im Ort sehe ich dann das Schloss, in dem er zuletzt lebte und starb. Im nahen Biville sehe ich die Kirche, in der Thomas' Grab ist, aber die ist wegen Baufälligkeit von den Behörden geschlossen worden.

Thomas Hélye setzte seine Ausbildung fort am damaligen Priorat der Benediktiner - an der Stelle dieser heutigen Kirche - im nahen Héauville bei Cherbourg.

Letzte Station: die Kirche in Les Pieux bei Cherbourg, denn hier wurde Ägidius-Ludwig-Symphorianus Lanchon geboren - wieder ein Gefährte von Andreas Abel Alricy; und die offene Kirche hat sogar eine Statue von ihm.
Dann geht es zum Campingplatz in Surtainville bei Cherbourg. Der liegt direkt am Meer, ist auch kommunal und preiswert, sehr groß, rundum in Ordnung und dazu mit hervorragender WLAN-Verbindung. Dass er ohne Bäume und also schattenlos ist - eigentlich für mich ein No-go -, ist hier nicht das Problem, denn der Atlantik schickt zuverlässig Wolken und Wind; die Nachrichten von der Hitzewelle lese ich deshalb ganz entspannt. Spannend allerdings: die vielen mehrsprachigen Schilder mit Hinweisen, was zu tun ist bei einem Atomunfall; das nächste AKW ist nur 5 km entfernt und sein ältester Block 45 Jahre alt. Und was hat man zu tun? Das Wohnmobil verlassen und sich in die Dorfkirche begeben, die hat dickere Mauern. Es ist ein schlechter Witz - und rein statistisch ist der nächste GAU nach Three Mile Island 1979, Tschernobyl 2000 und Fukushima 2011 überfällig.

geschrieben vom 17. bis 21. Juni 2026

An der Nordsee

   J. Schäfer         

Diensag, 2. Juni, bis Freitag, 12. Juni

Ich blieb dann noch einen Tag länger als ursprünglich gedacht auf dem schönen Campingplatz Bloemstraete - der Nordwesten von Frankreich ist Französisch-Flandern und hier wird auch Flämisch gesprochen. Am Dienstag trotze ich Husten und Schnupfen, die mich befallen haben, und auch der Kühle und dem Regen, und fahre ins nahe Saint-Omer, zuerste zu dieser mächtig-prächtigen Kirche des ehemaligen Kollegs der Jesuiten. Die Gründung der englischen Abteilung zur Ausbildung von Priestern für die Gegenreformation in England beförderte Henry Walpole. Philipp Evans, Ralph Corby (Corbington), Thomas Bullaker, Thomas Garnet, Thomas Holland, Thomas Thwing und Wilhelm Ireland wurden dann dort ausgebildet.

Im Département-Nord

   J. Schäfer         

Freitag, 15. Mai, bis Donnerstag, 21. Mai

Der Abschied vom ordentlichen Campingplatz in Triel-sur-Seine und von Paris fällt mir schwer, aber nun geht es einen großen Sprung nach Norden, zunächst nach Lesquielles-Sainte-Germain bei Vervins; in der Germana geweihte Kirche Sainte-Germain gab es die Reliquien von Proba und Germana, aber die Kirche wurde entweiht, dann als Kegelbahn genutzt. Nun sieht es innen so aus, denn aus der Kirche soll eine Markthalle werden. Ein Planungsfehler führt mich dann nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin - aber als ich die Kirche sehe erkenne ich: da war ich ja schon.

Im Zentrum und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Donnerstag, 7. Mai, bis Donnerstag, 14. Mai

Nachdem sich das Wetter gebessert hat, jedenfalls der Regen aufgehört hat, fahre ich am Donnerstag wieder mit dem Zug in die Stadt und setzte zunächst den Rundgang im Zentrum fort. Zuerst komme ich zu dieser Kirche Saint-Leu-Saint-Gilles mit Reliquien von Helena; die Kirche ist aber erst nachmittags geöffnet.

Im Norden und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 3. Mai, bis Mittwoch, 6. Mai

Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.

Über Compiègne ins Herz von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 26. April, bis Samstag, 2. Mai

Am Sonntag fahre ich nach Compiègne, zuerst zu diesem Rest der ehemaligen Burg, dem Turm Jeanne d'Arc, nach ihr benannt, weil Johanna von Orléans in dieser Stadt gefangen genommen wurde. Bischof Kunibert von Köln hatte in der Burg einst beim Beschluss zur Reichsteilung von Austrasien und Neustrien mitgewirkt und Bischof Brun von Köln als Friedensstifter. Jakob I. von Toul hatte dort an einer Synode teilgenommen. Dann gehe ich zur großen Bibliothek Saint-Corneille, der einstigen Kirche des damaligen Klosters Saint-Corneille mit Reliquien von Cornelius.

Von der Seine in die Hauts-de-France

   J. Schäfer         

Sonntag, 19. April bis Samstag, 25. April

Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung. In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von Franziska Salesia Aviat.

In die Champagne

   J. Schäfer         

Samstag, 28. März bis Dienstag, 7. April

Da ich erst spät zuhause losgekommen bin und dann in einige Staus, kam ich am Samstag nur bis zur Raststätte Keskastel bei Metz. Enttäuschend auch: die Hoffnung, dass in Frankreich die Dieselpreise deutlich niederiger seien, hat sich nicht erfüllt. Mein erstes Ziel dann am Sonntag: Diese Kirche in Biding bei Forbach, wo es eine Marienerscheinung gab.

Von Friesland nach Utrecht

   J. Schäfer         

Dienstag, 14. Oktober, bis Freitag, 17. Oktober

Nur drei Tage brauchte ich zur Arbeit auf dem Campingplatz in Easterlittens. Das erste Ziel am Dienstag war nun die Kirche in Witmarsum bei Leeuwarden, an der Menno Simons Priester war. Auf dem Gut Liauckama in Sexbierum, einem Ortsteil von Waadhoeke, wurde Elko von Lidlom geboren und im nahen damaligen Kloster Lidlom - heute ein Bauernhof in Klooster-Lidlum - war er Abt.

Gelderland und Nord-Brabant

   J. Schäfer         

Montag, 29. September bis Montag, 6. Oktober

Nach den angenehmen Tagen auf dem Camping Waldvelen beginne ich den Montag in Burlo, einem Stadtteil von Borkum, an der Kirche Mar Odisho & Mar Qardagh, dem ersten Gotteshaus der Assyrische Kirche des Ostens in Deutschland. Ebenfalls in Burlo steht dieses Kloster Mariengarden, das seit 1920 von den von Eugen von Mazenod gegründeten Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria bewohnt wird.

Limburg und Münsterland

   J. Schäfer         

Freitag, 19. September bis Sonntag, 28. September

Wegen der Einschulungsfeier meines Enkels geht es erst spät im September wieder los, zuerst nach Köln, um dort die Familie meines Sohnes zu besuchen. Nach der Nacht auf der Raststätte Frechen komme ich nach Aachen, zuerst zur Kirche St. Josef - heute ein würdevoll gestaltetes Kolumbarium -, in der es Reliquien von Heinrich van der Blomm gab und dann zu dieser ehemaligen Franziskanerkirche St. Nikolaus - heute ein Ort der City-Seelsorge, in der sich die evangelische und die katholischer Kirche gemeinsam engagieren. Heinrich van der Blomm starb hier, Lambert Conradi wurde in Aachen geboren. Viele andere Stellen in Aachen hatte ich schon 2021 besucht.