Eigentlich hätte ich noch vier Tage Zeit gehabt und auch noch Ziele für zwei Tage, aber in der Nacht zum
Samstag - nachdem es um 0 Uhr 29,4° hatte - beschlossen, vor der Hitze - angekündigt waren wieder bis zu 42° - zu fliehen und
gleich nach Hause zu fahren. Wie erwartet war die Umfahrung von
Paris von Dauerstau geprägt, sonst aber gab es auf
der Autobahn - sogar in Deutschland - nur mäßigen Verkehr, so dass ich trotz einiger Trinkpausen noch am Abend in
Stuttgart ankam.
Erstes Ziel ist heute nochmals das Kloster
Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon mit dieser zur heutigen Kirche umgebauten ehemaligen Zehntscheuer - leider
verschlossen ., nachdem ich am vergangenen Donnerstag ja dort den Eingang verfehlt hatte. Es ist regenrisch mit wolkengrauem
Himmel, die Ausbeute im Klostergelände ist mäßig, interessanter ist für mich die daneben stehende
Pfarrkirche in Saint-Wandrille-Rançon. Dann geht es
nach Pavilly bei Rouen zur Kapelle des einstigen
Klosters, in dem Austreberta von Pavilly
und Juliana von Pavilly Äbtissinnen waren und
das Philibert von Jumièges gegründet hatte.
Mittwoch, 24, Juni, bis DonnerstagMittwoch, 1. Juli
Nachdem ich den Dienstag, den zweiten der angekündigten Tage mit extremer Hitze, noch am
Campingplatz in Surtainville am Meer verbracht habe, ging es am
Mittwoch weiter Richtung Süden, beim Fahren habe ich ja die Kimaanalge. Zuerst komme ich nach Le Mesnil bei Cherbourg mit dieser
Kirche; hier wurde Marie Coueffard, eine Gefährtin
von Wilhelm Répin, geboren.
Nachdem sich am Nachmittag des Freitags das Wetter endlich deutlich gebessert hat, geht es am sich sonnig erweisenden Samstag
weiter, zuerst ins Dorf Torcy le Grand bei Dieppe, wo Ribert
taufte und ihm diese Pfarrkirche geweiht ist.
In der Hafenstadt Dieppe wird die Parkplatzsuche schwierig, in der Altstadt ist Markt auf Plätzen und in den Gassse. In der
Stadt wurde Antonius Daniel, ein Gefährte von Jean
de Brébeuf, geboren, Waningus von Fécamp
war Statthalter der Gegend. In der Kirche Saint-Jacques
- Jakobus der Jüngere und
Philippus der Apostel sind Stadtpatrone - fällt
diese Steinmetzarbeit auf, oben abgeschlossen vom Fries der Wilden, der die verschiedenen Völker darstellt, die von
den Seefahrern Dieppes entdeckt wurden.
Es ist nicht Markt, sondern Jahrmarkt, der den großen Platz an der
Kirche des ehemaligen Kloster in Fécamp bei Le Havre
unbenutzbar macht. Aldowin von Rouen war an der Klostergründung beteiligt,
Childomarca war die erste Äbtissin,
Leodegar von Autun wurde hierher verbannt,
Maurilius von Rouen war Mönch,
Waningus von Fécamp hatte das Kloster gegründet,
Wilhelm von Dijon war Abt. In der Kirche, wo allein
das Kirchenschiff 127 Meter lang ist, beeindruckt dieser Volksaltar …
… und diese Uhr von 1667, die nicht nur die Zeit, sondern auch die Gezeiten anzeigt; auch Fécamp ist schließlich Hafenstadt.
In Gonneville-la-Mallet bei Le Havre wurde Bernard Lemaire, ein Gefährte von
Gerhard-Martin Cendrier,
geboren und in dieser Pfarrkirche getauft; in ihr
wird auch die Erinnerung an ihn gepflegt.
In Montivilliers bei Le Havre gründete Philibert von Jumièges einst
das Kloster an dieser Kirche Saint-Saveur, die
Infoblätter ausliegen hat - was selten ist - und sogar solche in Deutsch. Dann komme ich nach Fontaine-la-Mallet bei Le Havre
mit einer - verschlossenen - modernen
Kirche; hier lebte
Condedus als Einsiedler.
Hoch über dem Hafen liegt das ehemalige Kloster
Graville, in dem das Grab von Honorina war. Das
heißt wieder einmal Bergsteigen zur leider schon verschlossenen Kirche, wird aber mit dieser Aussicht belohnt.
Kaum zu glauben: es gibt eine vierte sehr, sehr ruhige Nacht an der
Raststätte Bolleville.
Der Sonntag geht mit Honorina weiter: nach
mancher Legende starb sie in Juliobona, dem heutigen Lillebonne bei Le Havre, wo das
Amphitheater erhalten ist. Und er gehr weiter mit
bestem Wetter - seit gestern endlich: Pullover (tagsüber) adé! Dann geht es Richtung Süden über diese große Seine-Brücke der
Nationalstarße, dem Pont de Tancarville - noch
nicht ahnend, dass ich ein paar Stunden später auch die Autobahnbrücke über die Seine-Mündung, den
Pont de Normandie gleich zwei Mal befahren
werde, weil ich davor im Kreisverkehr eine Abzweigung zu früh genommen habe - aber diese kostet pro Richtung 6,10 Euro Gebühr.
Im kleinen Dorf Saint-Samson-de-la-Roque - hoch über dem Seine-Tal, das hier oft von Felsen begrenzt ist, daher der Name -
ist diese Samson von Dol geweihte
Kirche leider geschlossen. Einige Kilometer weiter
unten im Tal war das Kloster Pental, in dem
Germar von Flay Abt war,
Samson von Dol gilt als dessen Gründer. Zu sehen sind nur
noch wenige Steine auf einer Wiese.
Dann geht es nach Honfleur. Die kleine Stadt war früher der wichtige Hafen an der Seine-Mündung. Weil er immer wieder zu versanden
drohte, wurde 1517 gegenüber im Norden Le Havre
gegründet und Honfleur verlor an Bedeutung - was dazu führte, dass die Altstadt noch wie im Mittelalter erhalten ist -
einschließlich der Holzkirche Sainte-Catherine.
Deren Eingang gegenüber steht dieser ebenfalls aus Holz gebaute Kirchturm.
Heute ist die historische Substanz ein Segen für den Ort, der sehr viele Ausflügler und Touristen - zumal am heutigen sonnigen
Sonntag - anzieht. Mit Glück finde ich auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz am Stadtrand einen letzen Stellplatz
für die Kiste. Dionysius a Navitate
Domini wurde hier geboren.
In der Holzkirche erlebe ich die - wiederum sehr
gut besuchte - Messe.
Viele sind von der Stadt und der Kirche begeistert …
… auch ich, nicht nur von den filigranen Türen der Kirche.
Dann geht es zu einem weiteren Highlight: nach Lisieux, der Stadt, in der
Theresia von Lisieux lebte. Zuerst zu diesem -
merkwürdig hinter der Wand gelegenen - Kloster der
Unbeschuhten Karmelitinnen, in das Theresia eintrat.
Mächtig prächtig: die ab 1929 bis 1954 zu Ehren von
Theresia erbaute
Basilika in Lisieux. Auch recht groß, aber
viel bescheidener ausgestattet ist die Kathedrale
der Stadt. Bertewin war hier Diakon oder Priester,
Hugo von Rouen wohl Bischof,
Ludwig Martin machte der Kathedrale große Schenkungen,
Theresia von Lisieux legte hier ihrer erste Beichte ab und empfing die Erstkommunion,
Thomas Hélye war Wanderprediger in der Diözese.
Während in der Stadt an diesem Sonntag um die Mittagszeit fast nichts los war - das Volk, das drei Stunden zu Mittag isst -
für solche Dreistigkeiten hat Deutschalnd jetzt bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat die Quittung bekommen - geht es nun in noch
größere Einsamkeit, tief in die Provinz zum ehemaligen
Kloster Val-Richer nahe Saint-Ouen-le-Pin bei Lisieux,
wo Nivard von Clairvaux Prior war. Das
ist heute ein Bauernhof, Zutritt strengstens verboten. Als ich an einem Feldweg halte, um von Ferne dieses Foto zu machen -
auf dem man aber nichts vom Kloster sieht - kommt der Besitzer samt Frau und Kind angefahren: auch das sei Privatbesitz! Es gibt
auch die unfreundlichen Franzosen - wahrscheinlich die, die sich fürs Mittagessen keine Zeit nehmen.
Dann komme ich in die nächste Stadt: Caen mit
diesem Rathaus in dem 1063 von Wilhelm I. „dem
Eroberer” gegründeten früheren Männerkloster mit der
Kirche Saint-Étienne - laut meinem Reiseführer
(sehr gut, umfassend und kenntnisreich: Ralf Nestmeyer: Normandie, 6. Aufl. Michael Müller Verlag, Erlangen 2024) der
schönste Sakralbau der Normandie. In der Stadt wurde Petrus
Saint-James, ein Gefährte von Andreas
Abel Alricy, geboren.
Ich sehe zuerst diese Ruine der Kirche
Saint-Étienne-le-Vieux, die 1944 weitgehend zerstört
wurde durch eine Granate der Alliierten, die eigentlich einer nahen deutschen Panzerkolonne galt. Ganz nahe war das ebenfalls
1944 zerstörte ehemalige Kolleg der
Jesuiten, an dem
Johannes Eudes studierte. Dann geht es zum
Haus Alte Mission, in dem Johannes Eudes
seine Weltpriesterkongregation von Jesus und
Maria gründete und an deren Priesterseminar dann
Pierre-François Jamet studierte.
In dieser - auch am Abend noch offenen - Kirche in
Saint-Contest bei Caen wird eine Reliquie von
Contextus von Bayeux verehrt.
Nach viermaligem Glück wird es diesmal eine recht geräuschintensive Nacht an der
Raststätte Gibreville.
Am Montag geht es noch einmal nach Caen, wo ich ohnehin vorbeikomme, nämlich zu dieser gestern verpassten
Burg, die
Wilhelm „der Eroberer” gegründet hatte.
In der Pfarrkirche an der Stelle des früheren
Klosters in Evrecy bei Caen, wo Patricius von
Bayeux angeblich und Alnobert von Seez,
den ich hier neu entdecke, tatsächlich Abt war, versammeln sich viele Leute zu einer demnächst beginnenden Trauerfeier. Ich
kann gerade noch in der Kirche fotografieren. Vor der Kirche sehe ich diesen Sarkophag eines 1842 verstorbenen Pfarrers des
Ortes. An meine Kinder: mindestens so einen Sarg möchte ich dereinst auch
.
Bei der Weiterfahrt: zufälliger Halt an diesem
Soldatenfriedhof für Gefallene einer britischen
Infanteriedivision. Weiter im Westen waren es die Friedhöfe aus dem 1. Weltkrieg, hier sind es nun jene aus dem zweiten; nach
der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 war die
Gegend wochenlang Schlachtfeld. Der Ort, den ich eigentlich ansteuere, Tilly-sur-Seulles bei Bayeux, wurde unglaubliche 23 Mal
erobert und zurückerobert, zwei Drittel der Häuser waren völlig zerstört. Am Rand des angesteuerten Ortes wurde - im
19. Jahrhundert nach Marienerscheinungen
eine kleine Kapelle errichtet.
In Cérisy - heute Cerisy-la-Forêt - stehen die Reste des ehemaligen
Klosters Saint-Vigo, in dem
Gaufrid von Savigny und
Serlo von Savigny Mönche waren und das angeblich
Vigor von Bayeux gegründet hatte. Davor: diese
Pferdemütter mit ihren Fohlen. Die Normandie ist die am stärksten
landwirtschaftlich geprägte Region Frankreichs, v.a. mit Milchviehwirtschaft und Apfelanbau - daraus wird dann oft Cidre -,
aber eben auch Pferdezucht - auch zur Fleischproduktion. Pferdefleisch ist lecker!
Noch tiefer in der Provinz liegt das kleine Dörfchen Blay bei Bayeux mit dieser
Pfarrkirche, an deren Stelle einst
Contextus von Bayeux gelebt habe. Aber auch
im kleinsten Dorf: der öffentliche Bücherschrank! Im ebenso abgelegenen Dorf
Louvières bei Bayeux wurde Karl-Viktor Véret, ein
Gefährte von Andreas Abel Alricy,
geboren. In Deux-Jumeaux bei Bayeux blieb vom ehemaligen Kloster die rustikale heutige
Pfarrkirche;
Ebrulf von Saint-Évroult war hier Mönch,
Manveus von Bayeux Einsiedler und
Martin von Vertou hatte das Kloster
gegründet.
In dieser Pfarrkirche in Carentan bei Saint-Lô,
wo Leo von Rouen geboren wurde, wird er umfangreich
dargestellt. Honoré de Balzac war übrigens auch schon hier.
Auch - sehr ! - umfangreich: der Besucherstrom zur
Pfarrkirche in Sainte-Mère-Église bei Cherbourg, wo
Jakob-Leonor Rabé geboren wurde - auch er war ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy. Die kommen aber
nicht seinetwegen, sondern. wegen dieses Fallschirmspringers am Kirchturm. Heute eine Attrappe, aber es gab ihn wirklich: als am
6. Juni 1944 die Invasion der Alliierten in der Normandie begann,
sprangen in der Nacht zuvor US-amerikanische Fallschirmspringer ab, darunter John Steele, der aber am Turm der Kirche hängen
blieb. Er stellte sich tot, wurde nach zwei Stunden von den Deutschen aus der misslichen Lage befreit und dann gefangen
genommen, konnte aber bald schon fliehen und wurde in England im Krankenhaus behandelt. Heute, neun Tage nach dem Jahrestag des
D-Day, sind v.a. viele Engländer hier, ganze Busladungen. In der Kirche nutzt man die Gelegenheit für aufdringlich Werbung um
Spenden, gegenüber hat man richtig investiert und ein Fallschirmmuseum mit zwei Gebäuden in Form eines geöffneten
Fallschirmes errichtet.
In Nantum / Nanteuil - dem heutigen Saint-Marcouf-de-l'Isle gründete
Markulf von Nanteuil einst ein Kloster an der
Stelle dieser heutigen Pfarrkirche.
In Valognes bei Cherbourg mit dieser nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder aufgebauten
Pfarrkirche - über Geschmack …
- predigte einst
Johannes Eudes. Johannes-Petrus Le Laisant und
Julian Le Laisant, Gefährten von
Andreas Abel Alricy, wurden hier
geboren. Im ehemaligen Kloster der
Benediktinerinnen - heute Teil des Krankenhauses - wurde
Maria Magdalena Postel erzogen. Ich sehe
dann noch die direkt am Meer stehende Pfarrkirche in
Morsalines, einem Ortsteil von Quettehou bei Cherbourg, wo
Petrus Morselinus geboren wurde und finde
nach Suchen auch das Geburtshaus von
Placida Viël im Weiler Le Valvacher - auch ein
Ortsteil von Quettehou.
Sie ist zwar etwas entfernt, aber die einzige Raststätte im Nordzipfel der
Normandie, aber ich gönne mir das nach einem langen Tag und
übernachte an der Raststätte Cantepie - einigermaßen
ruhig.
Dann geht es nach Cherbourg, die geschäftige Hafenstadt an der Nordspitze der
Normandie. Petrus-Robert Regnet - wieder ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy - wurde
hier geboren. Ich sehe zuerst am Stadtrand diese Ruinen des ehemaligen
Klosters Notre-Dame du Vœu, in dem
Thomas Hélye ausgebildet wurde. Hoch über der Stadt
war das US-amerikanische Kriegsgefangenenlager La
Glacerie, in dem Franz Stock einsaß; den dort in
dem heutigen Gewerbegebiet nach ihm benannten Weg finde ich aber nicht..
In der Altstadt, von der wenig übrig blieb, weil Cherbourg im 2. Weltkrieg schwerst gelitten hat, komme ich noch zu diesem
ersten Haus der von
Maria Magdalena Postel gegründeten
Pauvres Filles de la Miséricorde.
Steil hinauf geht es vom kleinen Ort Vauville bei Cherbourg - nun an der Westküste - zu diesem ehemaligen
Priorat der
Benediktiner, in dem
Thomas Hélye ausgebildet wurde. Unten im Ort sehe ich
dann das Schloss, in dem er zuletzt lebte und starb.
Im nahen Biville sehe ich die Kirche, in der
Thomas' Grab ist, aber die ist wegen Baufälligkeit von den Behörden geschlossen worden.
Thomas Hélye setzte seine Ausbildung fort am
damaligen Priorat der Benediktiner - an der Stelle dieser
heutigen Kirche - im nahen Héauville bei Cherbourg.
Letzte Station: die Kirche in Les Pieux bei Cherbourg,
denn hier wurde Ägidius-Ludwig-Symphorianus Lanchon geboren - wieder ein Gefährte von
Andreas Abel Alricy; und die offene
Kirche hat sogar eine Statue von ihm.
Dann geht es zum Campingplatz in Surtainville bei Cherbourg. Der
liegt direkt am Meer, ist auch kommunal und preiswert, sehr groß, rundum in Ordnung und dazu mit hervorragender WLAN-Verbindung.
Dass er ohne Bäume und also schattenlos ist - eigentlich für mich ein No-go -, ist hier nicht das Problem, denn der Atlantik
schickt zuverlässig Wolken und Wind; die Nachrichten von der Hitzewelle lese ich deshalb ganz entspannt. Spannend allerdings: die
vielen mehrsprachigen Schilder mit Hinweisen, was zu tun ist bei einem Atomunfall; das nächste AKW ist nur 5 km entfernt
und sein ältester Block 45 Jahre alt. Und was hat man zu tun? Das Wohnmobil verlassen und sich in die Dorfkirche begeben, die hat
dickere Mauern. Es ist ein schlechter Witz - und rein statistisch ist der nächste GAU nach Three Mile Island 1979, Tschernobyl
2000 und Fukushima 2011 überfällig.
Ich blieb dann noch einen Tag länger als ursprünglich gedacht auf dem schönen
Campingplatz Bloemstraete - der Nordwesten von
Frankreich ist Französisch-Flandern und hier wird auch Flämisch gesprochen. Am Dienstag trotze ich Husten und Schnupfen,
die mich befallen haben, und auch der Kühle und dem Regen, und fahre ins nahe Saint-Omer, zuerste zu dieser
mächtig-prächtigen Kirche des ehemaligen
Kollegs der
Jesuiten. Die Gründung der englischen Abteilung zur Ausbildung von
Priestern für die Gegenreformation in England beförderte
Henry Walpole.
Philipp Evans,
Ralph Corby (Corbington),
Thomas Bullaker,
Thomas Garnet,
Thomas Holland,
Thomas Thwing und
Wilhelm Ireland wurden dann dort ausgebildet.
Noch beginnt am Freitag der Morgen kühl und ich heize, bevor ich aufbreche vom
Campingplatz in Plouvain und - auf der Autobahn mit
richtig viel Verkehr - wieder in den Norden fahre zu dieser
Kirche Saint-Vaast in Wambrechies bei Lille, an der
Alois Tezza wirkte. An der Stelle des
Brunnens in Verlinghem bei Lille starb
Chrysolius „der Armenier”.
Der Abschied vom ordentlichen Campingplatz in
Triel-sur-Seine und von Paris fällt mir schwer, aber nun geht es einen großen Sprung nach Norden, zunächst nach
Lesquielles-Sainte-Germain bei Vervins; in der Germana geweihte
Kirche Sainte-Germain gab es die
Reliquien von
Proba und Germana, aber die Kirche wurde entweiht,
dann als Kegelbahn genutzt. Nun sieht es innen so aus, denn aus der Kirche soll eine Markthalle werden. Ein Planungsfehler führt
mich dann nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin -
aber als ich die Kirche sehe erkenne ich: da war ich ja schon.
Nachdem sich das Wetter gebessert hat, jedenfalls der Regen aufgehört hat, fahre ich am Donnerstag wieder mit dem Zug in die
Stadt und setzte zunächst den Rundgang im Zentrum fort. Zuerst komme ich zu dieser
Kirche Saint-Leu-Saint-Gilles mit
Reliquien von
Helena; die Kirche ist aber erst nachmittags geöffnet.
Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute
Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen
Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor
eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen
Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.
Zum Abschied vom Campingplatz in Sézanne fotografiere
ich gegenüber von diesem beispielhaft diesen Acker: riesige Felder - hier imerhin noch von einer Hecke begrnzt, sonst meist
in völlig ausgeräumter Landschaft - und derzeit oft mit Lupinen bepflanzt: gelb beherrscht das Land. Lupinen pruduzieren
sojaähnliches Viehfutter und fixieren Stickstoff im Boden, dienen also zur Gründüngung.
In Sézanne sehe ich dann noch das Geburtshaus von
Franziska Salesia Aviat.
In dieser unscheinbaren - wie meist - geschlossenen Kirche
in Verzenay bei Reims steht der Grabstein von Basolus,
dieser lebte im nahen Verzy als Einsiedler an der Stelle einer heutigen
Kapelle.
Da ich erst spät zuhause losgekommen bin und dann in einige Staus, kam ich am Samstag nur bis zur
Raststätte Keskastel bei Metz. Enttäuschend auch: die
Hoffnung, dass in Frankreich die Dieselpreise deutlich niederiger seien, hat sich nicht erfüllt. Mein erstes Ziel dann am Sonntag:
Diese Kirche in Biding bei Forbach, wo es eine
Marienerscheinung gab.
Nur drei Tage brauchte ich zur Arbeit auf dem
Campingplatz in Easterlittens. Das erste Ziel am
Dienstag war nun die Kirche in Witmarsum bei
Leeuwarden, an der Menno Simons Priester war.
Auf dem Gut Liauckama in Sexbierum, einem Ortsteil
von Waadhoeke, wurde Elko von Lidlom geboren
und im nahen damaligen Kloster Lidlom - heute ein
Bauernhof in Klooster-Lidlum - war er Abt.
Nun geht es also doch Richtung Küste, zuerst nach Middelburg an die - unglaublich: geöffenete ! -
Nieuwe Kerk, der Kirche der
ehemaligen Prämonstratenserabtei, in die damals
Adrian Jansen,
Jakob Lacoupe eintraten.